Papuakonflikt

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Papuakonflikt
Papua und Papua Barat (Westneuguinea)
Papua und Papua Barat (Westneuguinea)
Datum 1969 bis heute
Ort Papua und Papua Barat, Indonesien
Ausgang Konflikt dauert an
Konfliktparteien
IndonesienIndonesien Indonesien Papua-NeuguineaPapua-Neuguinea Papua-Neuguinea Morning Star flag.svg OPM

Der Papuakonflikt ist ein Konflikt in den Provinzen Papua und Papua Barat, zwei Provinzen innerhalb Westneuguineas in Indonesien. Seitdem die Gegenden 1963 von Indonesien militärisch besetzt worden sind,[1] führt die Organisasi Papua Merdeka (OPM) einen Kampf geringer Intensität.[2]

Die Morgensternflagge und friedliche Proteste für die Unabhängigkeit Westneuguineas sind illegal und werden unterdrückt.[3][4] Das Gebiet ist rohstoffreich, was den Konflikt fördert.[5]

Militärische Dimension[Bearbeiten]

Der Konflikt hält bis heute in beiden Provinzen der Region an. Die Free Papua Movement und das National Committee for West Papua werden vonseiten der Regierung des Staates Papua-Neuguinea[6] aus dem Ostteil der Insel und Australiens[7] diplomatisch unterstützt. Eine weitere wichtige Unabhängigkeitsbewegung ist der Papua-Rat (PDP),[8] dessen Vorsitzender Theys Eluay am 10. November 2001 von den Kopassus-Einheiten, Spezialkräften des indonesischen Heeres, verschleppt und getötet wurde.[9] Insgesamt sind 60.000 (Stand: 2009) indonesische Streitkräfte in Westpapua stationiert. Der regionale Kommandeur der indonesischen Streitkräfte, Mahidin Simbolon, geht zum Teil mit äußerster Brutalität gegen die einheimische Urbevölkerung vor. So starb der Anführer der Westpapuabewegung, Kelly Kwalik 2009. Sein Nachfolger ist seither Goliath Tabuni.[10]

Bislang sind aufgrund der Konfliktsituation 10.000 Einheimische ausgewandert, während durch die zentrale Transmigrasi-Politik zahlreiche muslimische Indonesier aus anderen Inseln einwanderten. Insgesamt starben zwischen 74.000 und 100.000 Menschen aufgrund des Konflikts. Andere Angaben sprechen von 150.000 getöteten Papua allein zwischen 1963 und 1983.[11]

Chronik[Bearbeiten]

  • Januar 1997: 26 Menschen wurden im Dorf Mapunduma als Geiseln genommen, zwei indonesische Geiseln wurden während der Befreiungsaktion getötet.
  • 3. Dezember 2000: Der schweizerische Journalist Oswald Iten wurde von der indonesischen Polizei wegen Fotografierens eines Zusammenstoßes zwischen Separatisten und Sicherheitskräften verhaftet..[12] Er berichtete später von exzessiven Menschenrechtsverletzungen, die er im indonesischen Gefängnis mitbekommen hatte.[13]
  • 11. November 2001: Der papuanische Unabhängigkeitsanführer Theys Eluay wurde in seinem Auto außerhalb von Jayapura ermordet aufgefunden, nachdem er entführt worden war.[14]
  • 31. August 2002: Rebellen greifen eine Gruppe amerikanischer Professoren an, drei wurden getötet und 12 weitere wurden verwundet. Die Polizei beschuldigte die OPM, dafür verantwortlich zu sein.[15]
  • 1. Dezember 2003: Eine Gruppe von 500 Menschen hisste die separatistische Flagge, mehrere andere Aktionen fanden statt. 42 Menschen wurden verhaftet.
  • 15. Oktober 2004: Papuanische Rebellen töteten sechs Zivilisten in einem Angriff in Puncak Jaya.[16]
  • 16. März 2006: Drei Polizisten und ein Flieger wurden bei einem Zusammenstoß getötet.[17]
  • 8. August 2008: Ein Mitglied der Polizei starb, nachdem die Polizei das Feuer eröffnet hatte, um die Randale in Wamena zu beenden.[18]
  • 12. September 2008: Zwei Bomben explodierten auf der Straße zur Grasberg-Mine, wobei die Polizei Papua-Separatisten beschuldigte.[19]
  • 29. Januar 2009: Mindestens fünf Papua wurden durch von der Polizei abgegebene Schüsse bei einer Demonstration verwundet.[20]
  • 14. März 2009: Ein indonesischer Soldat wurde während einer Attacke in Tingginambut getötet. Die OPM wurde dafür verantwortlich gemacht.[21]
  • 8. April 2009: Mehrere Bomben explodierten gegen eine Brücke und eine Raffinerie auf der Insel Biak. Ein Mensch wurde getötet.[22]
  • 9. April 2009: Ein Bombenangriff in Jayapura tötete 5 Menschen und verletzte mehrere andere schwer.[23] Währenddessen griffen etwa 500 Kämpfer einen Polizeiposten mit Benzinbomben und Pfeil und Bogen an. Die Polizei reagierte und tötete einen Menschen.[24]
  • 11.-12. April 2009: Kampf zwischen der Armee und dem Papua-Widerstand tötete 11 Menschen, darunter 6 Mitglieder des Gesetzeshüterapparats. Zur selben Zeit wurde eine Bombe gegen eine Polizeistation in Biak entschärft.[25]
  • 15. April 2009: Eine Attacke gegen einen Polizeikonvoi in Tingginambut tötete eine und verwundete sechs Personen. Die OPM wird dafür verantwortlich gemacht..[26]
  • 11. Juli 2009: Ein Mitarbeiter der indonesischen Abteilung von Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc.’s wurde bei einer Attacke außerhalb des Bergwerks der Firma in Papua erschossen.[27]
  • Juli 2009: OPM hissten die Flagge Westpapuas im Dorf Jugum. Danach wurden mehr als 30 Häuser durch die Indonesische Armee angezündet.[28]
  • 12. August 2009: Ein Konvoi von 16 Bussen für Mitarbeiter von Freeport-McMoRan Copper's wurde aus dem Hinterhalt angegriffen. Zwei Menschen wurden getötet und fünf verwundet.[29]
  • 16. Dezember, 2009: Der Anführer der Organisation für ein freies Papua (OPM), Kelly Kwalik wurde während einer Razzia in Timika beschossen und getötet.[30]
  • 24. Januar 2010: Rebellen lauerten einem Konvoi auf. Neun Menschen wurden verletzt, die OPM bestritt, dafür verantwortlich zu sein.[31]
  • 1. März 2010: Die Australia West Papua Association in Sydney sagte, die Situation in West Papua verschlechtere sich. Seit letztem Juli hat es 14 Fälle von Schießereien um die Grasberg-Mine, die Kupfer- und Goldmine von Freeport gegeben. Durch diese Attacken sind mindestens 3 Menschen ums Leben gekommen.[32]
  • 23. März 2010: Rebellen attackierten einen Konvoi indonesischer Truppen. Es scheint, dass einige Soldaten verletzt wurden.[33]
  • 14. Juni 2012: Indonesische Polizeikräfte erschießen bei einer versuchten Festnahme den Leiter des sezessionistischen West Papua National Committee (KNPB), Mako Tabuni, was in der papuanischen Provinzhauptstadt Jayapura zu schweren Unruhen führt.[34]
  • 11. Mai 2013 Polizeibeamte töten 3 und verletzen Demonstranten bei einer Demonstration in Sorong[35]
  • 28. Mai 2013 Ein Militäreinsatz in einem Dorf in der Region Puncak Jaya endet in einem Massaker an über 40 Dorfbewohnern.[36]

Literatur[Bearbeiten]

  • Esther Heidbüchel: The West Papua conflict in Indonesia: actors, issues and approaches. 2007, ISBN 978-3-937983-10-3.
  • Richard Chauvel, Ikrar Nusa Bhakti: The Papua conflict: Jakarta's perceptions and policies. 2004, ISBN 1-932728-08-2.
  • J. Budi Hernawan: Papua land of peace: addressing conflict building peace in West Papua. 2005.
  • Blair A. King: Peace in Papua: widening a window of opportunity. 2006, ISBN 0-87609-357-8.

Webseiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. indonesia-portal.de
  2. fas.org
  3. hrw.org
  4. hrw.org
  5. janes.com
  6. countrystudies.us
  7. theage.com.au
  8. Le Monde diplomatique: Die Papua unter indonesischer Herrschaft
  9. At Ipenburg: The life and death of Theys Eluay. Inside Indonesia 70, 2002.
  10. monde-diplomatique.fr
  11. Le Monde diplomatique: Die Papua unter indonesischer Herrschaft
  12. United States' Country Reports on Human Rights Practices: Indonesia 2000
  13. Gefängnis, Folter und Mord in Jayapura - Zwölf Tage in einem indonesischen Gefängnis. In: Neue Zürcher Zeitung. 2000.
  14. United States' Country Reports on Human Rights Practices: Indonesia 2001
  15. historycommons.org
  16. accessmylibrary.com
  17. goliath.ecnext.com
  18. monstersandcritics.com
  19. westpapuafree.wordpress.com
  20. fpcn-global.org
  21. news.xinhuanet.com
  22. fpcn-global.org
  23. westpapuareview.wordpress.com
  24. westpapuareview.wordpress.com
  25. fpcn-global.org
  26. fpcn-global.org
  27. bloomberg.com
  28. ahrchk.net
  29. pourconvaincre.blogspot.com
  30. solomonstarnews.com
  31. thejakartaglobe.com
  32. pacific.scoop.co.nz
  33. freewestpapua.org
  34. Indonesien: Unruhen nach Tötung von Papua-Aktivist Tabuni, zenithonline.de vom 15. Juni 2012 (abgerufen am 15. Juni 2012).
  35. freewestpapua.org
  36. freewestpapua.org