Paraganglion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paraganglion der Gallenblase

Paraganglien sind Ganglien, also Ansammlungen von Nervenzellkörpern, mit teilweise endokriner Funktion. Sie stehen funktionell zwischen vegetativem Nerven- und endokrinem System und entstehen aus Zellen, die embryonal aus der Neuralleiste auswandern, sind also ektodermaler Herkunft.

Paraganglien bestehen aus epithelähnlichen Parenchymzellen und einem gefäßreichem Interstitium und sind von einer Bindegewebskapsel umgeben. Nach der Anfärbbarkeit mit Chromsalzen unterscheidet man chromaffine und nicht chromaffine Paraganglien, nach der Herkunft sympathische und parasympathische.

[Bearbeiten] Sympathische Paraganglien

Sympathische (chromaffine) Paraganglien bestehen aus chromaffinen (phäochromen) Zellen, die Adrenalin oder Noradrenalin produzieren. Dazu gehören:

Die beiden Glomusorgane enthalten auch parasympathische Fasern, weshalb sie früher auch als parasympathische Paraganglien angesprochen wurden. Eine endokrine Funktion haben sie aber nicht, sie sind reine Chemorezeptoren und erfüllen damit enterozeptive Funktion.[1]

Darüber hinaus können sympathische Paraganglien in den Geschlechtsorganen oder unter dem Peritoneum auftreten. Tumoren dieser Organe werden als Paragangliom oder Phäochromozytom bezeichnet.

[Bearbeiten] Parasympathische Paraganglien

Die Funktion folgender Paraganglien ist derzeit noch unklar:

  • Paraganglion jugulare (Glomus jugulare)
  • Paraganglion laryngium (Glomus laryngium)
  • Paraganglion tympanicum (Glomus tympanicum)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Waldeyer Anatomie des Menschen. Walter de Gruyter, 17. Ausgabe 2003, ISBN 978-3-11-016561-6, S. 103.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen