Paraphrase (Sprache)

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Paraphrase (von altgriechisch παρά pará „daneben, dabei“ und φράζειν phrázein „reden, sagen“) im Sinne der Sprachwissenschaft ist ein mehrdeutiger Ausdruck.

Er bezeichnet

  • die Umschreibung der Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks durch andere sprachliche Ausdrücke (insbesondere mit dem Anspruch einer „identischen“ Wiedergabe des Sinns eines Wortes bzw. des Gedankens eines Satzes oder Textes);
  • die sinngemäße Wiedergabe eines sprachlichen Ausdrucks (eines Textes) (siehe auch: Paraphrasierung) – im engeren Sinne in eine andere Sprache[1];
  • speziell ein elementares Verfahren der generativen Grammatik zur Feststellung der semantischen Identität verschiedener Sätze.[2]

Es gibt viele feststehende Ausdrücke, mit denen sich eine Paraphrase einleiten und erkennen lässt. Einer der bekanntesten Ausdrücke ist das heißt (d. h.). Beispiel für eine Paraphrase: Die Ampel ist rot, das heißt, kein Fußgänger darf die Straße überqueren.

Zitate werden oft durch eine Paraphrase abgeschlossen und detailliert oder mit eigenen Worten wiedergegeben und interpretiert. Für Textanalysen stellt sie oft die erste Stufe dar. Die Wiederholung von Gehörtem mit eigenen Worten wird oft paraphrasieren genannt und zum Beispiel im medizinischen Sprachgebrauch verwendet.

Die Interpretation oder Reflexion sowie das aktive Zuhören sind verwandte Kommunikationstechniken.

In der Antike und an mittelalterlichen Hochschulen war die Paraphrase ein üblicher Bestandteil wissenschaftlicher Gespräche. Beispiele hierfür sind die Platonischen Dialoge.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Paraphrase – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. im engeren Sinn: Duden, http://www.duden.de/zitieren/10122493/1.8.
  2. Glück, Helmut (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010: Paraphrase.