Paraphrase (Sprache)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Paraphrase (von altgriechisch παρά pará „daneben, dabei“ und φράζειν phrázein „reden, sagen“) im Sinne der Sprachwissenschaft ist ein mehrdeutiger Ausdruck.

Inhalte[Bearbeiten]

Die Paraphrase kann folgende Inhalte umfassen:

  1. Sie ist die Umschreibung der Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks durch andere sprachliche Ausdrücke. Das geschieht insbesondere mit dem Anspruch einer möglichst identischen Wiedergabe des Sinns eines Wortes bzw. des Gedankens eines Satzes oder Textes.
  2. Umgangssprachlich bezeichnet die Paraphrase die sinngemäße Wiedergabe eines sprachlichen Ausdrucks oder eines Textes. Sie ist ein Mittel zur Erklärung, Verdeutlichung oder Interpretation. Dieser Vorgang wird auch Paraphrasierung genannt.[1] Es ist die Wiederholung des Gehörten mit eigenen Worten, was beispielsweise in der Mediation üblich ist.
  3. Es handelt sich um eine freie, nur sinngemäße Übertragung in eine andere Sprache.[2]
  4. Die Paraphrase ist speziell ein elementares Verfahren der generativen Grammatik zur Feststellung der semantischen Identität verschiedener Sätze.[3]

Es gibt viele feststehende Ausdrücke, mit denen sich eine Paraphrase einleiten und erkennen lässt. Einer der bekanntesten Ausdrücke ist das heißt (d. h.). Beispiel für eine Paraphrase: Die Ampel ist rot, das heißt, kein Fußgänger darf die Straße überqueren.

Zitate können durch eine Paraphrase abgeschlossen, detailliert oder mit eigenen Worten wiedergegeben und interpretiert werden. Für Textanalysen stellt die Paraphrase oftmals die erste Stufe dar.

Verwandte Techniken[Bearbeiten]

Die Interpretation oder Reflexion sowie das aktive Zuhören sind verwandte Kommunikationstechniken. In der Antike und an mittelalterlichen Hochschulen war die Paraphrase ein üblicher Bestandteil wissenschaftlicher Gespräche. Beispiele hierfür sind die Platonischen Dialoge.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Paraphrase – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner, Stuttgart 2008, Lemma Paraphrase.
  2. Duden: Lemma Paraphrase.
  3. Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, Lemma Paraphrase.