Paraplacodus

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Paraplacodus
Paraplacodus, künstlerische Lebenddarstellung

Paraplacodus, künstlerische Lebenddarstellung

Zeitliches Auftreten
Mitteltrias (Anisium bis Ladinium)
247,2 bis 235 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Reptilien (Reptilia)
Diapsida
Sauropterygia
Placodontia
Placodontidae
Paraplacodus
Wissenschaftlicher Name
Paraplacodus
Peyer, 1931
Art
  • Paraplacodus broilli (Peyer, 1931)

Paraplacodus ist eine fossile Gattung von im Wasser lebenden Reptilien aus der Gruppe der Placodontidae aus der mittleren Trias von Europa. Bis heute ist lediglich die Typusart, Paraplacodus broilli, bekannt.

Das erste Paraplacodus-Fossil wurde am Monte San Giorgio in Kanton Tessin entdeckt und 1931 von Bernhard Peyer beschrieben. Weitere Fundorte befinden sich in Deutschland, den Niederlanden, Polen und Rumänien.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Schädel eines Paraplacodus broilli

Der Name Paraplacodus (griechisch para- „gegen, neben, im Vergleich mit“) weist darauf hin, dass die Gattung viele Ähnlichkeiten mit der Gattung Placodus hat.

Paraplacodus zeichnet sich durch vergrößerte Rippen des Brustkorbs aus, was das Skelett schwerer machte und den Auftrieb im Wasser verringerte, was dem Tier erleichterte, am Meeresgrund nach Nahrung zu suchen. Andere Vertreter der Placodontidae erreichten diesen Effekt durch andere Merkmale des Skeletts: So wies Placodus eine Pachyostose der Gastralrippen auf, während der Rumpf von Cyamodus mit Osteodermen gepanzert war. Das Gebiss glich dem vom Placodus: Die Front bildeten spatelförmige Zähne, während der Großteil der Ober- und Unterkiefer durch zwei Reihen großer, pflastersteinartiger Mahlzähne bedeckt war.[1][2] Paraplacodus erreichte eine Länge von etwa 1,2 Metern[3].

Verbreitung und Lebensweise[Bearbeiten]

Ihr Lebensraum waren die flachen Gewässer der nordwestlichen Tethysküste Pangaeas und das Germanische Becken. Paraplacodus-Funde machen im Germanischen Becken lediglich 5 % aller Placodontidae-Funde aus, während es in der nordwestlichen Tethys 29 % sind. Die Vertreter von Paraplacodus waren Pflanzenfresser und nutzten ihr Gebiss vermutlich, um Seetang auszugraben und zu zerkleinern.[1][2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Peyer: Paraplacodus broilii nov. gen. nov. sp., ein neuer Placodontier aus der Tessiner Trias. Vorläufige Mitteilung. In: Centralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. Abteilung B: Geologie und Paläontologie. 1931, ZDB-ID 123992-2, S. 570–573.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paraplacodus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Cajus G. Diedrich: Fossil middle triassic „sea cows“ – placodont reptiles as macroalgae feeders along the north-western tethys coastline with pangaea and in the germanic basin. In: Natural Science. Bd. 3, Nr. 1, 2011, ISSN 2150-4091, S. 9–27, doi:10.4236/ns.2011.31002, NS20110100002_93347859.pdf online (PDF; 8,5 MB).
  2. a b Cajus G. Diedrich: Palaeoecology of Placodus gigas (Reptilia) and other placodontids – Middle Triassic macroalgae feeders in the Germanic Basin of central Europe – and evidence for convergent evolution with Sirenia. In: Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology. Bd. 285, Nr. 3/4, 2010, ISSN 0031-0182, S. 287–306, doi:10.1016/j.palaeo.2009.11.021.
  3. Dieter Meischner (Hrsg.): Europäische Fossillagerstätten. Springer, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-540-64975-1, S. 88.