Parische Chronik

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Die Parische Chronik (auch Marmor Parium oder Chronicon Parium genannt, gängige Abkürzung Marm. Par.) ist eine in Marmor gemeißelte griechische Zeittafel, die die Jahre 1582/1581 v. Chr. bis 299/298 v. Chr. umfasst. Die Chronik selbst wurde wahrscheinlich 264/263 v. Chr. erstellt, da die Datierungen der erfassten Ereignisse sich auf dieses Jahr als Basis beziehen. Sie stammt von der Insel Paros und ist in zwei Bruchstücken (mit je 50 und 27 Einträgen) erhalten; ein dritter Teil (30 Einträge) ging verloren, der Text davon ist aber noch bekannt, sodass insgesamt 107 Einträge zusammenkommen. Der größere erhaltene Teil befindet sich im Ashmolean Museum in Oxford, der kleinere Teil verblieb an seinem Fundort auf Paros.

Die Einträge fangen bei mythischen Personen (beispielsweise König Kekrops I.) an und umfassen eher kulturelle als politische oder militärische Vorgänge, so etwa Lebensdaten von Dichtern, Einführung bestimmter religiöser Zeremonien und Ursprünge verschiedener Formen von Musik und Poesie. Bis zum Jahr 313 v. Chr. wurden verschieden große Zeiträume zu Epochen zusammengefasst, ab 313 v. Chr. wird jedes Jahr einzeln angeführt. Großes Interesse bringt die Chronik allen Ereignissen, die mit Athen in Zusammenhang standen, entgegen. Auch die panhellenischen Feste werden ausführlich berücksichtigt. Bemerkenswerterweise werden die Olympischen Spiele jedoch ausgelassen. Ereignisse der parischen Lokalgeschichte finden kaum Erwähnung.

Der erste Teil der Parischen Chronik wurde 1627 entdeckt und gelangte in die Sammlung des Thomas Howard, 21. Earl of Arundel, wo er von John Selden entziffert und teilweise in Seldens Werk Marmora Arundeliana (1628) publiziert wurde. Es wurde auch in August Böckhs Sammlung griechischer Inschriften Corpus Inscriptionum Graecarum aufgenommen. Der zweite Teil wurde erst 1897 entdeckt.

Grundlegend ist die Ausgabe von Felix Jacoby 1904.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]