Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Park Inn by Radisson
Berlin Alexanderplatz
Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz
Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz
Basisdaten
Ort: Berlin
Bauzeit: 1967–1970
Eröffnung: 7. Oktober 1970
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Hotel
Zimmer: 1012
Technische Daten
Höhe: 125,0[1] m
Höhe bis zur Spitze: 150,0 m
Etagen: 37
Höhenvergleich
Berlin: 1. (Liste)
Deutschland: 34. (Liste)
Anschrift
Stadt: Berlin
Land: Deutschland

Das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz ist ein 125 Meter hohes Hotelgebäude am Alexanderplatz im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Es ist das zweithöchste Gebäude Berlins (Stand: Juli 2014). Deutschlandweit belegt es – gemessen an seiner strukturellen Gebäudehöhe – Platz 34. Das ehemalige Restaurant Panorama International in der 37. Etage beherbergte lange Zeit ein Casino – das höchstgelegene Europas. Auf dem Dach befindet sich eine öffentlich zugängige Aussichtsterrasse mit Blick nach Süden (Richtung Fernsehturm).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Interhotel Stadt Berlin, 1976

Das Hotel steht im Nordosten des Platzes und ist ein wesentlicher Bestandteil der von 1964 bis 1970 vorgenommenen Neugestaltung des Alexanderplatzes.[2] Dieser sah allerdings nicht das später realisierte Hochhaus mit rechteckiger Grundfläche im Norden der Bebauungsfläche vor, sondern eines mit quadratischer Grundfläche im Süden. Die Entwürfe für das Hotel lieferte das Kollektiv Roland Korn, Heinz Scharlipp und Hans Erich Bogatzky und sie wurden zwischen 1967 und 1970 realisiert.

Eröffnet wurde das Hotel am 7. Oktober 1970, dem 21. Jahrestag der Gründung der DDR,[3] als Interhotel Stadt Berlin mit 1982 Betten[4] in 1006 Zimmern. Der Grundstein des Hotels wurde am 24. Juni 1967 gelegt, wo zuvor in etwa die Trasse der Memhardtstraße verlief. Das 39-geschossige Haus bestand aus einem dreigeschossigen Flachbau (148 Meter lang, 50 Meter breit und 13,5 Meter hoch) und einem Hochkörper (123,23 Meter hoch, 49,7 Meter lang und 24,2 Meter breit). Zu Zeiten der Eröffnung beschäftigte das Hotel rund 1000 Mitarbeiter. Das Haus bot – neben den gängigen Serviceeinrichtungen wie Friseur, Verkaufsstelle für Reisebedarf etc. – auch einen Autoservice mit Werkstatt und Waschanlage.

Es handelte sich neben einigen Fünf-Sterne-Hotels in Ost-Berlin um ein Vier-Sterne-Hotel, in dem bevorzugt Delegationen der Staaten des Warschauer Paktes untergebracht wurden. Zum damaligen Zeitpunkt waren die schnellen Aufzüge bemerkenswert. Nach der Wende wurde es zunächst Forum Hotel. Die Eigentümer ließen das Gebäude in den folgenden 1990er Jahren sukzessive sanieren. Zuletzt wurden ab 2001 für umgerechnet rund 20 Millionen Euro alle Zimmer neu gestaltet. Seit 2003 heißt das Hotel Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz, betrieben von der Rezidor Hotel Group.[4] Derzeit hat das Vier-Sterne-Superior-Hotel 1012 Zimmer.[5]

Von Mai bis November 2005 wurde die 15.000 m² große vor den Fenstern befindliche Glasfassade erneuert. Die neuen verspiegelten 6800 Fassadenelemente kosteten rund drei Millionen Euro. Im Oktober 2006 wurden zwei 35 Meter hohe Antennenmasten auf dem Dach montiert. Somit liegt die Höhe inklusive Aufbauten bei 149,5 Metern. Das Hochhaus ist das höchste reine Hotelgebäude Deutschlands und ist außerdem das zweitgrößte Hotel Deutschlands (Stand: Juli 2014).

Im Dezember 2006 erwarb die US-amerikanische Blackstone Group die Hotel Stadt Berlin Grundstücks GmbH einschließlich der dazugehörigen Grundstücke.[6]

Architektur[Bearbeiten]

Der Flachbau[Bearbeiten]

Der 15 Meter hohe – dreigeschossige und das Hochhaus umgebende – Flachbau bietet einigen gastronomischen Einrichtungen wie einem Burger-King-Restaurant und einer Eisdiele sowie einigen kleineren Ladengeschäften Platz. Bei der Eröffnung gab es hier die bei den Berlinern beliebte Zille-Stube.[7]

Der dreigeschossige Flachbau, 148 Meter × 50 Meter groß, ist im Erdgeschoss mit Schaufensterglas sowie weißen Beton-Strukturelementen gestaltet.

Im Erdgeschoss und im Untergeschoss befand sich ab 1994 eine Niederlassung der Elektronik-Fachmarktkette Saturn, die im März 2009 in das in unmittelbarer Nähe neu errichtete Geschäftshaus die mitte umgezogen ist. Die frei gewordenen Verkaufsflächen stehen seitdem leer. Im Oktober 2011 sollte ein Umbau des Flachbaus beginnen.[8] Der amerikanische Eigentümer stellte im September 2011 seine Umbaupläne vor. Danach wird eine Trennwand in den Flachbau eingezogen, der einen späteren Teilabriss ermöglicht. Für die bis Ende 2012 zu sanierenden Räumlichkeiten mit einer Fläche von insgesamt 8000 Quadratmeter fanden die Investoren bereits das irische Bekleidungshaus Primark als Nutzer.[9] Die zweite Primark-Filiale in Berlin wurde am 3. Juli 2014 eröffnet.[10]

Das Bettenhaus[Bearbeiten]

Errichtung des Bettenhochhauses, 1968

Das Bettenhochhaus wurde nach der Gleitbautechnologie errichtet und mit einem rechteckigen Grundriss von etwa 25 Meter × 50 Meter ausgeführt. Für den 108 Meter hohen Gleitabschnitt wurden rund 10.000 m³ Beton sowie 1300 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut.[11] Der Gleitkörper wurde mit einer Vorhangfassade aus Stahl-Aluminium-Holz-Teilen verkleidet.

Ein Hoteleingang befindet sich auf der Südostseite des Hochhauses mit der Adresse Alexanderstraße, ein zweiter Eingang liegt direkt in der Fußgängerzone des Alexanderplatzes. Das Erdgeschoss beherbergt den Empfang sowie die Speiseräume, die vom Küchentrakt umgeben sind. Der Nordbereich ist den technischen Anlagen vorbehalten. Im ersten Obergeschoss gibt es weitere Gaststätten sowie Fest- und Konferenzräume.

Das 38-geschossige Bettenhaus enthält 30 Bettenetagen, von denen jeweils zehn zusammengefasst sind. Acht Geschosse sind den notwendigen Installationen und Abstellmöglichkeiten vorbehalten. Die Zimmer gehen von zwei Mittelgängen ab. Jedes Hotelzimmer besitzt ein Bad und einen kleinen Vorraum. Die Stirnseiten des Gebäudes enthalten Notausgänge zu den Nottreppenhäusern.[4] Ganz oben befindet sich die Aussichts- und Eventetage „Panorama37“.[12]

An das Bettenhaus schließt sich nach Nordwesten eine fünfgeschossige Garage (davon ein Tiefgeschoss) mit 192 Einstellplätzen an, die von der Alexanderstraße aus erreicht werden konnte.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Park Inn (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Park Inn Berlin Alexanderplatz bei CTBUH
  2.  Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-I. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 261 f.
  3. Die Magie der 1000 Zimmer. In: Berliner Zeitung, 7. Oktober 2010
  4. a b c d Ausgewählte Beispiele Berliner Hotelbauten zwischen 1950 und 1979 "Weiterbauen '70" auf siebzigerjahre.laufwerk-b.de; abgerufen am 15. Januar 2013
  5. Park Inn Berlin Alexanderplatz
  6. Blackstone Group – Bebauung Block D1-D3. In: Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, abgerufen am 25. März 2009
  7. Am Alex gibt es jetzt wieder die Zillestube. Hotelrestaurant mit Tür zum Kaufhaus. In: Berliner Zeitung, 30. August 1994
  8. Hochhäuser für Berlin. In: Wirtschaftswoche, 21. September 2011
  9. Uwe Aulich: Flach, statt hoch hinaus. Am Alexanderplatz soll ein neues Geschäftshaus entstehen. Für die geplanten Wolkenkratzer gibt es seit Jahren keine Interessenten. In: Berliner Zeitung, 14. September 2001; abgerufen am 15. Februar 2013
  10. Primark am Alexanderplatz: Eröffnung am 3. Juli 2014. auf berlin.de; abgerufen am 21. Juli 2014
  11. Braun J., Forner G., Röhling S.: Rationelle Schaltechnik Band 2 (Gleitschalungen), VEB Verlag für Bauwesen, Berlin, 1978, S. 124
  12. Restaurants im Park-Inn auf der Hotel-Website

52.52277777777813.412777777778Koordinaten: 52° 31′ 22″ N, 13° 24′ 46″ O