Parlamentswahl in Portugal 1979

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Parlamentswahl 1979
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30
20
10
0
42,52
27,33
18,80
2,35
2,18
0,39
3,71
2,72
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1976
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+4,41
+2,35
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+0,39
+0,20
-1,98
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Das Ergebnis der AD wurde mit den Ergebnissen der Wahl von 1976 für PSD, CDS und PPM verglichen.
d Die PSD trat mit einer eigenen Liste nur auf den Azoren und Madeira an.
f Das CDS trat mit einer eigenen Liste nur auf den Azoren und Madeira an.
h Leere oder ungültige Stimmzettel
1
47
74
7
121
47 74 121 
Von 250 Sitzen entfallen auf:
Palácio de São Bento, portugiesischer Parlamentssitz

Die Parlamentswahl in Portugal 1979 fand am 2. Dezember statt. Sie beendete eine auf Grund der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl 1976‎ entstandene Pattsituation.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach der Wahl 1976 verhinderten einerseits die Rivalitäten zwischen Sozialisten und Kommunisten die Bildung einer rechnerisch möglichen Linksregierung, andererseits verfügten die bürgerlichen Parteien über keine eigene Mehrheit. Der Versuch, eine handlungsfähige Links-rechts-Regierung (PS und CDS) unter M. Soares zu etablieren, scheiterte bereits nach kurzer Zeit an unüberbrückbaren Gegensätzen.

Präsident António Ramalho Eanes versuchte danach durch die Beauftragung zur Bildung überparteilicher Regierungen unter Alfredo Nobre da Costa (August bis November 1978) sowie unter Carlos Mota Pinto (November 1978 bis Juni 1979) die politische Lage zu stabilisieren. Mangels parlamentarischer Mehrheiten war jedoch keine dieser Regierungen von langer Dauer. Am 13. Juli 1979 löste Präsident Eanes das Parlament auf, rief für Dezember 1979 vorgezogene Neuwahlen aus und beauftragte die Vertreterin Portugals bei der UNESCO, Maria de Lourdes Pintasilgo, mit der Bildung einer Übergangsregierung, die ab August 1979 ihre Arbeit aufnahm.

Auf der bürgerlichen Seite des Parteienspektrums hatte sich inzwischen der Führer der Sozialdemokratische Partei (PSD), vormals Demokratischen Volkspartei (PPD), Francisco Sá Carneiro, zum unumstrittenen Führer der Opposition entwickelt. Er schloss die beiden wichtigsten bürgerlichen Parteien, seine konservativ-liberalen Sozialdemokraten sowie das rechtskonservative Soziale und Demokratische Zentrum (CDS) unter dem Namen Demokratische Allianz (AD) zu einer Listenverbindung zusammen. Als dritte Partei beteiligte sich an diesem Mitte-rechts-Bündnis auch die monarchistische Kleinpartei PPM.

Auch auf der Linken hatte sich bereits 1978 ebenfalls eine Koalition formiert. Die Kommunisten (PCP) und die bereits 1969 noch unter dem Estado Novo als oppositionelle Kraft entstandene Portugiesische Demokratische Bewegung – Demokratische Wahl-Kommission (MPD/ CDE) bildeten die APU, die Allianz Vereintes Volk.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Mit deutlichem Vorsprung gewann Sá Carneiro mit seiner Demokratischen Allianz die Wahl und führte als Ministerpräsident ab Januar 1980 auch die erste bürgerliche Regierung seit der Revolution von 1974.

Die Wahlbeteiligung lag bei 82,87%.[2] Die Zählung wurde nach dem D’Hondt-Verfahren durchgeführt.

Partei Stimmen Sitze
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
  Aliança Democrática 2.554.458 42,5 +1,7 121 +6
  Partido Socialista 1.642.136 27,3 −7,6 74 −33
  Aliança Povo Unido 1.129.322 18,8 +4,4 47 +7
  Partido Social Democrata 141.227 2,4 7
  União Democrática Popular 130.842 2,2 +0,5 1
  Partido da Democracia Cristã 72.514 1,2 +0,7
  Partido Comunista dos Trabalhadores Portugueses 53.268 0,9 +0,2
  União da Esquerda para a Democracia Socialista 43.325 0,7
  Partido Socialista Revolucionário 36.978 0,6 +0,5
  Centro Democrático e Social 23.523 0,4
  Partido Operário de Unidade Socialista 12.713 0,2
  Organização Comunista Marxista-Leninista Portuguesa 3.433 0,1
  Leeren Stimmzettel 42.863 0,7
  Ungültige Stimmzettel 120.851 2,0 −2,7
  Gesamt 6.007.453 100,0 250 −13
Wahlberechtigte 7.249.346
Wahlbeteiligung 82,9 %
Quelle:[2]

Folgen[Bearbeiten]

Gemäß der damaligen portugiesischen Verfassung begann mit diesen vorgezogenen Neuwahlen jedoch keine neue Wahlperiode, sondern das neugewählte Parlament beendete lediglich die 1976 begonnene Wahlperiode. Deshalb fanden am 5. Oktober 1980 bereits wieder, diesmal reguläre, Wahlen statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deputados e Grupos Parlamentares
  2. a b Resultados Eleitorais, auf eleicoes.cne.pt, abgerufen am 30. Januar 2012

Weblinks[Bearbeiten]