Parlamentswahlen in Italien 1946

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Parlamentswahlen in Italien 1946
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Von 556 Sitzen entfallen auf:
Parlamentswahlen in Italien 1946

Die ersten postfaschistischen italienischen Parlamentswahlen fanden am 2. Juni 1946 statt. Sie waren die ersten freien demokratischen Wahlen seit 1921 (nach denen allmählich ein von Benito Mussolini geführtes faschistisches Regime errichtet wurde) bzw. seit dem Zweiten Weltkrieg; erstmals konnten auch Frauen wählen.

Stärkste Partei wurde die christdemokratische Democrazia Cristiana (DC) mit 35 % bzw. 207 Sitzen, auf sie folgte der Partito Socialista Italiano di Unità Proletaria (PSIUP) (Italienische Sozialistische Partei der proletarischen Einheit) mit 21 % bzw. 115 Sitzen. Die Kommunisten (PCI) kamen dicht gefolgt auf 19 % mit 104 Sitzen. Die als Koalition verschiedener rechtsliberaler und monarchistischer Parteien angetretene Nationaldemokratische Union (UDN) kam mit 41 Sitzen auf 7 %, gefolgt von der Front des einfachen Mannes (UQ), eine rechtsliberale und populistische Sammlungsbewegung von ehemaligen Faschisten mit 5 % bzw. 30 Sitzen. Sechststärkste Partei wurde der Partito Repubblicano Italiano (PRI) mit 4 % (23 Sitze). Mit 3 % kam der monarchistische Freiheitliche nationale Block (BNL) auf 16 Sitze. Die linksliberale Aktionspartei (PdA) (benannt nach der von Giuseppe Garibaldi angeführten revolutionären Bewegung im Risorgimento) kam mit einem Prozent auf 7 Sitze. Die restlichen 13 Sitze entfielen auf regionale Parteien (insgesamt 556 Sitze).

Folgen[Bearbeiten]

DC, PSIUP, PCI und PRI bildeten entsprechend der während des Krieges von den Kommunisten angeführten Widerstandskoalition gegen die Okkupation von Nord- und Mittelitalien durch Nazideutschland (genannt Resistenza) eine Koalitionsregierung unter dem christdemokratischen Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi. Der ebenfalls am antifaschistischen Widerstand teilgenommene PdA löste sich auf: der rechte Flügel ging zum PRI und der linke zum PSIUP über. 1947 schieden Kommunisten und Sozialisten infolge des sich anbahnenden Kalten Krieges aus der Regierung aus und traten zur nächsten Wahl als Wahlallianz an.

Literatur[Bearbeiten]

  • Feldbauer, Gerhard: Geschichte Italiens: Vom Risorgimento bis heute, Köln 2008.