Parlamentswahlen in Italien 1972

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Parlamentswahlen in Italien 1972
 %
40
30
20
10
0
38,66
27,15
9,61
8,67
5,14
3,88
2,86
1,94
2,09
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1968
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-0,46
+0,25
+9,61
+4,22
+5,14
-1,94
+0,89
-2,51
-15,20
179
61
29
15
3
266
20
56
179 61 29 15 266 20 56 
Von 629 Sitzen entfallen auf:

Die Parlamentswahlen von 1972 fanden am 7. Mai 1972 statt. Sie waren die siebten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Einführung des allgemeinen Männer- und Frauenwahlrechts.

Seit 1969 befand sich Italien in schwierigen Zeiten ständiger terroristischer Akte, zumeist von rechts (hier konnten in vielen Fällen Verbindungen zum Geheimdienst, zu Regierungskreisen und zur CIA nachgewiesen werden, die im Rahmen der Operation Gladio mit dem Ziel operierten, Italien unregierbar zu machen und so einen Militärputsch herbeizuführen) aber auch von links (auch hier bestand der Verdacht der Instrumentalisierung der verschiedenen Gruppierungen durch die Geheimdienste, um die PCI und die italienische Linke zu diskreditieren).

Mit dem neuen Vorsitzenden des PCI, Enrico Berlinguer, schlug dieser eine zunehmend moderatere Richtung ein und verabschiedete sich vom leninistischen Modell des Sowjetkommunismus – dieser Prozess kann als eine Hinwendung zum Eurokommunismus verstanden werden. In dieser Rolle lehnte Berlinguer die Möglichkeit einer Linkskoalition ab, da er fürchtete, dass diese wie in Chile durch rechte Militärs gestürzt und Italien in eine Diktatur verwandelt werden könnte. Deshalb strebte unter seiner Regie die Kommunistische Partei den sogenannten Historischen Kompromiss an, eine Koalition aus Christdemokraten, Kommunisten und den sozialdemokratischen Sozialisten. Zunächst wollte man dieses Modell durch Tolerierung durch den PCI erarbeiten. Innerhalb des PCI gab es gegen diesen Kurs aber viel Kritik, vor allem von Seiten der radikalen Neuen Linken innerhalb der Partei, die sich schließlich von dieser trennte und als „Manifesto“ zur Wahl antrat. Sozialdemokraten und Sozialisten traten wieder getrennt an.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Partei Anzahl der Stimmen Mandate
Democrazia Cristiana (DC) 38,7 % 266
Partito Comunista Italiano (PCI) 27,2 % 179
Partito Socialista Italiano (PSI) 9,6 % 61
Movimento Sociale Italiano (MSI) 8,7 % 56
Partito Socialista Democratico Italiano (PSDI) 5,1 % 29
Partito Liberale Italiano (PLI) 3,9 % 20
Partito Repubblicano Italiano (PRI) 2,9 % 15
Partito Socialista Italiano di Unità Proletaria(PSIUP) 1,9 %
Manifesto 0,7 %
Südtiroler Volkspartei (SVP) 0,5 % 3
Sonstige 1,0 %

Literatur[Bearbeiten]

  • Feldbauer, Gerhard: Geschichte Italiens: Vom Risorgimento bis heute, Köln 2008.
  • Hausmann, Friederike: Kleine Geschichte Italiens: Von 1943 bis zur Ära nach Berlusconi, Berlin 2006.