Parlamentswahlen in der Türkei 2002

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Parlamentswahl in der Türkei 2002
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365
177 365 
Von 550 Sitzen entfallen auf:
  • CHP: 177
  • Unabh.: 8
  • AKP: 365

Die Parlamentswahlen in der Türkei 2002 fanden am 3. November 2002 statt. Es waren die Wahlen zur 22. Großen Nationalversammlung. Sie war geprägt von der 10-Prozent-Hürde. Wer eine kleine Partei wählen möchte, muss befürchten, dass seine Stimme verfällt. Viele Wähler wählen deshalb eine andere Partei als sie ohne Klausel wählen würden.

Die AKP erhielt 34,4 Prozent der Stimmen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) erhielt 19,4 Prozent der Stimmen. Die Partei der Demokratischen Linken (DSP) erhielt 2,5 Prozent der Stimmen (nach 22,2 % 1999) und die Mutterlandspartei (ANAP) 5,1 Prozent (nach 13,2 % 1999). Die Partei der Nationalistischen Aktion (MHP) erhielt 8,4 Prozent (nach 18,0 1999).[2]

Die 365 der 550 Sitze entsprachen 66,36 Prozent; damit verfehlte die AKP eine Zweidrittelmehrheit (=> nötig für Verfassungsänderungen) um zwei Sitze.

Teilnehmende Parteien[Bearbeiten]

Zur Wahl traten 18 verschiedene Parteien an:

Logo Partei Ausrichtung
AKP.svg Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) islamisch-konservativ
Chp-logo.svg Republikanische Volkspartei (CHP) kemalistisch
Dyplogo.gif Partei des Rechten Weges (DYP) konservativ
MHP flag.svg Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) rechtsextrem
Genç Parti.svg Junge Partei (GP) nationalistisch
Demokratische Volkspartei (DEHAP) nationalistisch
ANAVATAN.svg Mutterlandspartei (ANAP) liberal-konservativ
Saadet parti amblem.png Partei der Glückseligkeit (SP) islamistisch
DSP Logo.svg Demokratische Linkspartei (DSP) sozialdemokratisch
Neue Türkische Partei (YTP) sozialdemokratisch
Büyük Birlik Partisi.svg Partei der Großen Einheit (BBP) islamisch-nationalistisch
Heimat-Partei (YP) konservativ
İşçi Partisi.jpg Arbeiterpartei (İP) sozialistisch
Logo BTP.svg Partei der unabhängigen Türkei (BTP) nationalistisch
Logo Özgürlük ve Dayanışma Partisi.svg Partei der Freiheit und Solidarität (ÖDP) sozialistisch
Logo LDP.svg Liberaldemokratische Partei (LDP) liberal
Millet Partisi.png Volkspartei (MP) nationalistisch
TKP Logo.svg Kommunistische Partei der Türkei (TKP) kommunistisch

Wahlergebnis[Bearbeiten]

Gewinner nach Provinzen
Gewinner nach Landkreisen
Ergebnis der Parlamentswahl in der Türkei 2002
Partei Stimmen Sitze
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) 10.848.704 34,43 +34,43 365 +365
Republikanische Volkspartei (CHP) 6.114.843 19,41 +10,70 177 +177
Partei des Rechten Weges (DYP) 3.004.949 9,54 –2,47 –85
Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) 2.629.808 8,35 –9,63 –129
Junge Partei (GP) 2.284.644 7,25 +7,25
Demokratische Volkspartei (DEHAP) 1.933.680 6,14 +6,14
Mutterlandspartei (ANAP) 1.610.207 5,11 –8,11 –86
Partei der Glückseligkeit (SP) 784.087 2,49 +2,49
Demokratische Linkspartei (DSP) 383.609 1,22 –20,97 –136
Neue Türkische Partei (YTP) 363.671 1,15 +1,15
Partei der Großen Einheit (BBP) 321.486 1,02 –0,44
Unabhängige Kandidaten 302.801 0,96 +0,09 8 +5
Heimat-Partei (YP) 294.517 0,93 +0,93
Arbeiterpartei (İP) 160.227 0,51 +0,33
Partei der unabhängigen Türkei (BTP) 150.154 0,48 +0,48
Partei der Freiheit und Solidarität (ÖDP) 105.862 0,34 –0,46
Liberaldemokratische Partei (LDP) 89.177 0,28 –0,13
Volkspartei (MP) 68.077 0,22 –0,03
Kommunistische Partei der Türkei (TKP) 59.515 0,19 +0,19
Gesamt 31.510.007 100,00 550
Wahlberechtigte 41.407.015
Wahlbeteiligung 79,10 %
Abgegebene Stimmen 32.753.386
Ungültige Stimmen 1.243.379
Quelle:[1]

Auswirkungen[Bearbeiten]

Wegen der hohen Sperrklausel von 10 % schafften es nur die AKP und die CHP als Parteien ins Parlament. Somit waren nur knapp 60 Prozent der Wähler im Parlament vertreten. Die AKP gewann 365 der 550 Sitze und bildete alleine unter Abdullah Gül eine Regierung. Alle Parteien der ehemaligen Koalitionsregierung scheiterten.

Recep Tayyip Erdoğan konnte wegen seiner Verurteilung nicht an der Wahl teilnehmen. Doch durch eine Verfassungsänderung und die Annullierung der Wahl in der Provinz Siirt konnte er nachträglich als Abgeordneter der Provinz Siirt ins Parlament einziehen. So löste er 2003 Abdullah Gül als Regierungschef ab.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnis Parlamentswahl 2002 BELGEnet (Türkisch)
  2. NTV

Weblinks[Bearbeiten]