Parque Arqueológico do Vale do Côa

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41.033333333333-7.1166666666667Koordinaten: 41° 2′ 0″ N, 7° 7′ 0″ W

Karte: Portugal
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Parque Arqueológico do Vale do Côa
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Portugal
Felsenkunst im Parque Arqueológico do Vale do Côa
Pferdefigur mit zwei Ziegen

Der Parque Arqueológico do Vale do Côa ist einer der wichtigsten archäologischen Parks Portugals. Seine Einweihung fand 1996 statt, Gründungsdirektor war der international bekannte Paläoanthropologe João Zilhão. Der Park befindet sich im Distrikt Guarda im Nordosten. Die nächstgelegene Stadt Vila Nova de Foz Côa hat etwa 3300 Einwohner.

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

An den Uferhängen des Flusses Côa wurden Ende der 1980er Jahre mehrere tausend Petroglyphen entdeckt, deren Alter auf teilweise über 25.000 Jahre geschätzt wird. Die in den Schiefergestein geritzten bildlichen und grafischen Darstellungen zeigen Auerochsen, Pferde, Hirsche, Steinböcke, aber auch Ziegen und Fische, auf einer Länge von über 17 Kilometern. Es ist eine Galerie unter freiem Himmel mit Darstellungen aus dem Paläolithikum, wie man sie bislang nur in geschützten Grotten und Höhlen vorgefunden hatte. Der Schwerpunkt der Darstellungen stammt aus der Zeit des Solutréen, wofür in erster Linie stilistische Vergleiche mit Felsbildern aus Südwestfrankreich und Kantabrien sprechen.

Anfang der 1990er Jahre war das Vale do Côa von einer Überflutung durch ein Staudammprojekt gefährdet, massive Proteste von Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit konnten das verhindern. Seit 1998 ist das Tal als Weltkulturerbe durch die UNESCO anerkannt. 2010 wurde der Welterbetitel um das benachbarte Siega Verde in Spanien erweitert.

Durch die Jahrtausende nutzten Menschen die Felswände als Zeichenfläche und so entstand eine ausgedehnte Kunstgalerie, in der auch Werke aus der Jungsteinzeit, der Eisenzeit sowie einige neuzeitliche Darstellungen zu finden sind. Dass sich die Kunstwerke an der Oberfläche so gut erhalten haben, hängt mit dem ausgesprochen mediterranen Klima des Tals zusammen, welches eine konservierende Wirkung gehabt hat.

Bei einigen Darstellungen kann man die verschiedenen Techniken der einzelnen Zeitalter gut erkennen: Einige Darstellungen von Tieren sind in gepunkteten Linien gezeichnet, die anfangs direkt, später indirekt mit einem anderen Stein als „Malstein“ in den Schiefer gehauen wurden. Dieser „Zeichen-Technik“ folgten die Ritzzeichnungen, die "echte" Linien ergaben. Sogar Bewegungen haben die Steinzeitmenschen durch mehrfaches Zeichnen der betreffenden Körperteile darzustellen versucht: einige Pferde haben mehrere Köpfe und Schweife, die einen bestimmten Bewegungsablauf nachahmen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Grünig: Foz-Côa. Eiszeitliche Felsbild-Kunst in Portugal (= Höhlen – Felsen – Kunstwerke. Bd. 1). Greiner, Remshalden 2007, ISBN 978-3-86705-011-1.

Film[Bearbeiten]

  • Côa, Tal der 1.000 Gemälde. Dokumentarfilm, Frankreich, Niederlande, Portugal, 2006, 52 Min., Regie: Jean-Luc Bouvret, Produktion: arte, Inhaltsangabe von arte

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]