Partialsynthese

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Unter einer Partialsynthese, auch Semisynthese, versteht man in der organischen Chemie entweder die Synthese eines Zwischenproduktes, welches über eine bereits bekannte Syntheseroute zu einer Zielverbindung führt oder aber die Überführung einer komplexen Verbindung, in der Regel ein Naturstoff – isoliert aus natürlichem Material (beispielsweise Bakterien, Pilzen, Pflanzen, oder Zellkulturen) – als Edukt (Ausgangsstoff) zu einer Zielverbindung dienen. Diese natürlichen Biomoleküle besitzen oft eine komplexe molekulare Struktur. Derartig komplizierte Strukturen sind totalsynthetisch, ausgehend von preiswerten meist petrochemischen Startmaterialien nicht oder nur unter erheblichem Aufwand und über viele Synthesestufen zugänglich.

Semisynthetisch erzeugte Stoffe übertreffen teilweise den Naturstoff hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit oder Stabilität, z. B. in der Herstellung von Arzneistoffen. So sind natürlich vorkommende Cephalosporine zu schwach antibiotisch wirksam, durch enzymatische Verseifung wird deshalb aus Cephalosporin C 7-Aminocephalosporansäure hergestellt, aus der dann durch Partialsynthese (Acylierung der Aminofunktion) die stärker wirksamen semisynthetischen Antibiotika Cefaloridin, Cefalotin, Cefaflexin und Cefrodin hergestellt werden.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Dieter Arndt, Christian Hackenberger, Dirk Schwarzer: Semisynthese, 1,2, Chemie in unserer Zeit, Band 44, 2010, Teil 1: Chemie mit den Molekülen der Natur, S. 130-137, Teil 2: Werkzeug für die Chemische Biologie, S. 198-206

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 3. Auflage, 1975, S. 421–422, ISBN 3-8047-0504-9.