Participatio actuosa

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Participatio actuosa (lat.), tätige Teilnahme (oder wirksame Teilnahme), ist eines der Grundprinzipien der katholischen liturgischen Bewegung des 20. Jahrhunderts und der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Wendung (italienisch „partecipazione attiva“) geht auf Papst Pius X. in seiner Kirchenmusikinstruktion Tra le sollecitudini vom 22. November 1903 zurück:

„Da es nun Unser lebhaftester Wunsch ist, dass der wahrhaft christliche Geist in jeder Hinsicht aufblühe und bei allen Gläubigen erhalten bleibe, müssen Wir zuallererst für die Heiligkeit und Würde des Gotteshauses sorgen; denn dort versammeln sich ja die Gläubigen, um diesen Geist aus seiner ersten und unentbehrlichen Quelle zu schöpfen: aus der tätigen Teilnahme an den hochheiligen Mysterien und am öffentlichen feierlichen Gebet der Kirche.[1]

Das Zweite Vatikanische Konzil bestimmte:

„Bei dieser Erneuerung [der Liturgie] sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann.[2]

War die Heilige Messe jahrhundertelang vorwiegend als Opferhandlung des Priesters verstanden worden, der das Volk andächtig beiwohnen sollte, wurde die Eucharistie nun stärker als gemeinsame Feier des versammelten Gottesvolks begriffen, bei der jeder die ihm zukommende Aufgabe übernehmen soll: Bischof, Priester, Diakon, Messdiener, Lektoren, Vorsänger, Organist und auch die Gesamtheit der anwesenden Gläubigen.

Diese sollen durch die vorgesehenen Antworten und Akklamationen, durch Körperhaltung (Niederknien, Stehen. Sitzen) und Gebärden (Kreuzzeichen, Friedensgruß), durch das gemeinsame Gebet und Gesang sowie besonders durch die innere Teilnahme ihre durch Taufe und Firmung geschenkte Teilhabe am Priestertum Christi zum Ausdruck bringen. Zu jedem Priestertum gehört das Opfer (sacerdotem oportet offerre). Während der Priester in persona Christi das Opfer Christi darbringt, soll sich der Gläubige kraft seines allgemeinen Priestertums in seinem Lebensopfer mit dem Opfer Christi verbinden, um fruchtbar und wirksam (lat. actuosa) am heiligen Messopfer teilzunehmen.

Der Muttersprache wurde vom Konzil ein „weiterer Raum“ als bisher in der Heiligen Messe, bei der Sakramentenspendung und bei anderen liturgischen Anlässen eingeräumt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Bernhard Meyer (Hrsg.): Dokumente zur Kirchenmusik unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachgebietes. Regensburg 1981, zitiert bei Albert Gerhards, Benedikt Kranemann: Einführung in die Liturgiewissenschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2. Aufl., Darmstadt 2008, S. 102.
  2. Sacrosanctum Concilium Nr. 21.
  3. Sacrosanctum Concilium Nr. 36.