Partido Acción Ciudadana

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Parteiflagge der PAC

Die Partido Acción Ciudadana (PAC, deutsch ‚Bürgeraktionspartei‘) ist eine Partei der linken Mitte in Costa Rica.[1][2]

Sie wurde 2000 auf maßgebliche Initiative von Ottón Solís Fallas, einem ehemaligen Abgeordneten und Minister der Partido Liberación Nacional (PLN), gegründet.[3] Mehrere der Gründungsmitglieder traten ebenfalls von der PLN über.[4] Bei der Wahl 2002 errang die PAC mit einer gegen Korruption gerichteten Kampagne 14 Sitze im Parlament (ein Viertel der Gesamtzahl). Damit war sie dicht hinter den beiden etablierten Großparteien PLN und Partido Unidad Social Cristiana (PUSC), die beide deutliche Verluste hinnehmen mussten. Ihr Präsidentschaftskandidat Ottón Solís kam auf 26,2 % der Stimmen. Er erreichte zwar nur den dritten Platz, sein starkes Abschneiden auf Kosten der Kandidaten der etablierten Parteien löste aber zum ersten Mal seit fast fünfzig Jahren einen zweiten Wahlgang aus, da kein Kandidat das Quorum von 40 % erreichte. Damit endete das bis dahin herrschende faktische Zweiparteiensystem in Costa Rica.[1][5][6]

Im Gegensatz zur PLN bezog die PAC – wie andere linke Parteien, Gewerkschaften und Nichtregierungs-Organisationen – eindeutig Stellung gegen das Zentralamerikanische Freihandelsabkommen mit den USA und der Dominikanischen Republik (DR-CAFTA oder CAFTA-DR-U.S.).[7][8] Bei der Wahl 2006 konnte sie ihren Erfolg noch ausbauen. Diesmal kam sie auf 17 Sitze (30 % der Gesamtzahl), Solís erreichte bei der Präsidentschaftswahl den zweiten Platz und unterlag dem PLN-Kandidaten Óscar Arias Sánchez mit einer Differenz von nur 1,2 Prozentpunkten.[9] Arias’ Unterzeichnung des CAFTA wurde 2007 durch eine Volksabstimmung gebilligt.[8] Die PAC konnte sich als zweitstärkste Partei des Landes etablieren und den Platz links der Mitte im politischen Spektrum Costa Ricas einnehmen, den die PLN durch ihre Zuwendung zu neoliberalen Reformen aufgegeben hatte.[10] Bei der Wahl 2010 ging ihre Sitzzahl gleichwohl auf 12 zurück. Ottón Solís, der zum dritten Mal als Präsidentschaftskandidat antrat, kam erneut auf den zweiten Platz, diesmal jedoch mit großem Abstand zur Gewinnerin Laura Chinchilla (PLN). Bei der Wahl 2014 ist der Präsidentschaftskandidat der PAC Luis Guillermo Solís Rivera.

Die Unterstützung der PAC ist in den Städten stärker als im ländlichen Raum, ihre Hochburgen liegen in der weiter entwickelten Metropolregion im zentralen Tal Costa Ricas.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Merike Blofield: Care Work and Class. Domestic Workers' Struggle for Equal Rights in Latin America. Pennsylvania State University Press, University Park PA 2012, S. 95.
  2. Manuel Alcántara Sáez: La escala de la izquierda. La ubicación ideológica de presidentes y partidos de izquierda en América Latina. In: Nueva Sociedad, September/Oktober 2008, Nr. 217, S. 82.
  3. Sergio Alfaro Salas: Política y Partidos Políticos. EUNED, San José 2011, S. 183.
  4. Kevin Casas-Zamora: Paying for Democracy. Political Finance and State Funding for Parties. ECPR Press, Colchester 2005, S. 70.
  5. Roy C. Nelson: Harnessing Globalization. The Promotion of Nontraditional Foreign Direct Investment in Latin America. Pennsylvania State University Press, University Park PA 2009, S. 42.
  6. Casas-Zamora: Paying for Democracy. 2005, S. 69.
  7. Edward D. Mansfield, Helen V. Milner: Votes, Vetoes, and the Political Economy of International Trade Agreements. Princeton University Press, Princeton NJ 2012, S. 3.
  8. a b Roberto Echandi: The CAFTA-DR-U.S. Negotiations on Financial Services. The Experience of Costa Rica. In: Financial Services and Preferential Trading Arrangements. Lessons from Latin America. Weltbank, Washington DC 2010, S. 270.
  9. Nelson: Harnessing Globalization. 2009, 43–44.
  10. Salvador Martí i Puig: Political parties. The left. In: Handbook of Central American Governance. Abingdon/New York 2014, S. 245.
  11. Margaret Tyler Mitchell, Scott Pentzer: Costa Rica. A Global Studies Handbook. ABC-CLIO, 2008, S. 221.