Partido Democrata Cristão

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Flagge der Partido Democrata Cristão

Die Partido Democrata Cristão (Christlich-Demokratische Partei) ist eine christliche Partei in Osttimor.

Programm[Bearbeiten]

Die PDC unterstützt das demokratische Mehrparteiensystem mit starker Betonung auf die Rolle der Zivilgesellschaft. Menschen-, Frauen- und Minderheitenrechte haben dabei einen hohen Stellenwert. Gerechtigkeit ist nach Ansicht der PDC ein christlicher Wert. Bildung und das Gesundheitssystem sollen bezahlbar sein. Die Einführung von Portugiesisch als offizielle Sprache wurde unterstützt, Tetum sollte Nationalsprache werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Katholische und protestantische Führer gründeten 1999 die PDC erstmals in Dili. Ab August 2000 trat sie mit der União Democrata-Crista de Timor (UDC) mit einer gemeinsamen Führung auf. Dies waren Vicente da Silva Guterres (UDC) und Arlindo Marçal, dem früheren Moderator der protestantischen Kirche Osttimors. Die UDC war Mitglied im Nationalrat, die PDC nicht. Mit der indonesischen Demokratiebewegung stand die PDC in Kontakt.[1] Die PDC wurde als weiter links von der UDC stehend angesehen, mit Nähe zur FRETILIN. Beide Parteien hatten ihre Basis in den christlichsozialen Werten.[2] Am 5. August 2000 gründete der Katholik António Ximenes da Costa die PDC als Abspaltung der UDC/PDC neu.

Die PDC war Mitglied im Conselho Nacional de Resistência Timorense CNRT, dem Dachverband der Parteien und Gruppierungen, die für die Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien eintraten.

Schließlich fusionierten UDC/PDC und PDC wieder unter dem Banner der PDC vor den Parlamentswahlen 2007. Mit ein Grund dafür war, dass der PDC-Hauptsitz während der Unruhen in Osttimor 2006 niedergebrannt wurde. Aktiv unterstützt die PDC Flüchtlinge bei der Rückkehr in ihre Heimat aus dem indonesischen Teil Westtimors.

Im Juli 2007 schloss sich die PDC mit fünf weiteren Parteien, die ebenfalls bei den Parlamentswahlen am 30. Juni 2007 an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert waren zur Liga Democrática Progressiva LDP zusammen. Die LDP soll für die ideologisch und im Programm sehr unterschiedlichen Parteien als politische Plattform außerhalb des Parlaments dienen.[3]

Abschneiden bei Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Parlamentswahlen am 30. August 2001 erhielt die PDC 1,98 % der Stimmen und zwei Sitze von 88 im Parlament. Ihre Abgeordneten waren António Ximenes und Lúcio Marçal Gomes. Die UDC/PDC gewann 0,66 % und einen Sitz im Parlament. Ihr Abgeordneter war Vicente da Silva Guterres, der zur Wahl 2007 zum Congresso Nacional da Reconstrução Timorense CNRT wechselte.

Bei den Parlamentswahlen am 30. Juni 2007 erhielt die PDC 1,03 % (4.300) der gültigen Stimmen und scheiterte damit an der Drei-Prozent-Hürde. In keinem Distrikt erhielt die Partei mehr als 1,7 %. Am meisten Unterstützung erhielt sie im Distrikt Bobonaro, wo sie 497 Stimmen (1,3 %) erhielt.[4]

Auch 2012 scheiterte die PDC an der Drei-Prozent-Hürde mit 0,19 % (887 Stimmen). Im Distrikt Ermera erhielt sie mit 155 noch am meisten Stimmen (0,33 %).[5]

Mitglieder[Bearbeiten]

Parteivorsitzender ist António Ximenes. Er studierte in Indonesien, unter anderem auf Flores. Seine politische Bildung erwarb er sich auf Java bei der indonesischen, christlichen Partei PDKB. Zur Zeit unterrichtet er an der Universität von Dili.

Stellvertretender Vorsitzender ist José Gomes Sereno. Er studierte Landwirtschaft in Solo/Indonesien.

Der ehemalige Generalsekretär Pfarrer Arlindo Francisco Marçal war früher der Kopf der Osttimoresischen Protestantischen Kirche. Er studierte in Kupang und Yogyakarta/Indonesien und spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der NGO Yayasan HAK (Menschenrechtsstiftung). Im Mai 2007 war er der osttimoresische Botschafter in Indonesien. Marçal wurde als Generalsekretär abgelöst von Júlio Pereira.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Michaela Müller und Monika Schlicher: Politische Parteien und Gruppierungen in Ost-Timor, Indonesien-Information Nr. 1 2002 (Ost-Timor)
  2. Pat Walsh: East Timor’s Political Parties and Groupings Briefing Notes, Australian Council for Overseas Aid 2001 (englisch; MS Word; 174 kB)
  3. Webseite der UDT
  4. CNE - Endergebnis der Auszählung der Parlamentswahl vom 30. Juni 2007 (PDF; 545 kB)
  5. STAE, abgerufen am 9. September 2012
  6. Wahllisten der Parlamentswahlen 2012