Partido del Pueblo Cubano (Ortodoxo)
Die Partido Ortodoxo oder auch Partido del Pueblo Cubano war eine 1947 von Eduardo Chibás gegründete kubanische politische Partei.
Ziele der Partei waren die Bekämpfung der Korruption der kubanischen Regierung, soziale Reformen, wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Herausbildung einer nationalen Identität.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Partei wurde im Jahre 1947 von Eduardo Chibás, welcher zuvor die Partido Revolucionario Cubano (Auténtico) auf Grund der Korruption der Regierung verlassen hatte, gegründet. Somit war auch eines der wichtigsten Ziele der Partei, die Bekämpfung der Korruption. Obwohl die Partido Revolucionario Cubano (Auténtico) immer mehr an Popularität verloren hatte, gelang es der Partido del Pueblo Cubano (Ortodoxo) nicht, diese bei den Präsidentschaftswahlen im Jahre 1948 zu besiegen, weshalb mit Carlos Prío Socarrás wieder der Kandidat der Auténticos Präsident wurde. Mit Hilfe einer Radiosendung, in der er die Regierung, aber auch den nach Kuba zurückgekehrten Batista kritisierte, gelang es Chibás, die Popularität seiner Partei enorm zu steigern. Nach seinem öffentlichen Selbstmord, den er während solch einer Radiosendung vollziehen wollte, was ihm aber nicht gelang, da die Mikrofone bereits ausgeschaltet waren, übernahm José Pardo Llala die Sendung und Emilio Ochoa übernahm den Parteivorsitz. Auf Grund dieses Selbstmordes und dem großen Erfolg der als Parteiwerbung fungierenden Radiosendung, galt ein Sieg Roberto Agramontes, dem Kandidaten der Ortodoxos, bei den Wahlen im Jahre 1952 als so gut wie sicher, was schließlich Batista dazu veranlasste, noch vor den Wahlen zu putschen und erneut eine präsidiale Diktatur zu errichten. Um Batista zu stürzen, organisierte Fidel Castro, der zu dieser Zeit ebenfalls Mitglied der Ortodoxos war, einen Angriff mit 165 Studenten, welche zum größten Teil Parteimitglieder oder Anhänger der Ortodoxo waren, auf die Moncada Kaserne in Santiago de Cuba. Ziel des Angriffes war es, die Waffenvorräte der Kaserne an die Bevölkerung zu verteilen und somit einen bewaffneten Volksaufstand gegen Batista auszulösen. Nachdem dieser Plan gescheitert war, organisierten sich die Anhänger Castros in der Organisation Movimiento 26 de Julio, welche schließlich die Ortodoxo als wichtigste oppositionelle Gruppierung ablöste.
[Bearbeiten] Literatur
- Fidel Castro: Mein Leben. Rotbuch Verlag, Berlin 2008. ISBN 3-86789-038-2