Partij voor de Dieren

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Partei für die Tiere
Logo der Partei
Partei­vor­sit­zender Luuk Folkerts
Mariannethieme.jpg
Partei­führerin Marianne Thieme
Fraktionsvorsitzende Zweite Kammer Marianne Thieme
Fraktionsvorsitzender Erste Kammer Niko Koffeman
Sitze in der Ersten Kammer 1
Sitze in der Zweiten Kammer 2
Sitze im Europäischen Parlament 0
Mitglie­derzahl 12.254
(1. Januar 2014)
www.partijvoordedieren.nl

Die Partij voor de Dieren (dt. Partei für die Tiere), PvdD, ist eine politische Partei in den Niederlanden. Die PvdD wurde im Oktober 2002 gegründet. Die von Marianne Thieme geführte Organisation verfügt derzeit über etwa 12.250 Mitglieder. Die Parteizentrale befindet sich in Amsterdam.

Politische Ausrichtung[Bearbeiten]

Vorrangiges Ziel der Partei ist es, im niederländischen Grundgesetz Tierrechte zu verankern und beispielsweise Missstände in der industriellen Tierhaltung oder in der Fischerei zu beseitigen sowie die Möglichkeiten für Tierversuche zu begrenzen.[1] Kritiker bemängeln, dass die Partei nur diese eine Botschaft habe. Tatsächlich gibt das Wahlprogramm nur vage Hinweise auf weitere Standpunkte. So wollen die Tierschützer die Privatisierung der Energiekonzerne rückgängig machen und Unternehmensgründern drei Jahre lang die Steuern ersparen. Sie befürworten eine großzügigere Asylpolitik. Im politischen Spektrum der Niederlande ist die PvdD eher links zu verorten. Im Vorfeld der Regierungsbildung Ende 2006 hatte Marianne Thieme ihre Bereitschaft erklärt, eine (damals nur theoretisch denkbare) Mitte-Links-Koalition aus PvdA, Democraten 66, GroenLinks, ChristenUnie und SP zu unterstützen.[2] Während einer neuen Studie zufolge die Positionen der meisten niederländischen Parteien sich in den letzten Jahren nach rechts verschoben haben, lässt sich dies für die PvdD nicht feststellen.[3]

Die PvdD unterstützt auch Demonstrationen gegen die Massentierhaltung unter dem Motto we zijn het MEGA zat in Amsterdam.[4] Die Demonstrationen sind angelehnt an ähnliche Veranstaltungen unter dem Motto Wir haben es satt! in Deutschland.

Charakter der Partei[Bearbeiten]

Die PvdD ist eine geschlossene Partei in dem Sinne, dass ihre Mitgliederkongresse nicht öffentlich tagen. Thieme erklärte dazu in einem Interview 2010, in der Eile der Gründung habe sie beim erstbesten Notar diese Empfehlung erhalten; später hätten die Mitglieder den Wunsch gehabt, die Regelung beizubehalten. Sie nennt ihre Partei eine getuigenispartij (etwa: Bekenntnispartei), darum stelle sie auch so viele Anfragen im Parlament. „Wir setzen uns nicht dafür ein, neun von zehn Menschen zu erreichen, sondern um die Menschen zu erreichen, die nicht neun von diesen zehn sein wollen.“[5]

Wahlen[Bearbeiten]

Die PvdD beteiligte sich erstmals im Januar 2003 an der Wahl zur Zweiten Kammer der Generalstaaten, verfehlte jedoch mit einem Stimmanteil von 0,5 % einen Sitz. Bei der Europawahl 2004 erzielte sie 3,2 % der Stimmen.

Bei der Parlamentswahl 2006 erreichte die Partei mit 1,8 % der Stimmen und zwei Abgeordneten (Marianne Thieme und Esther Ouwehand) den Einzug in die Zweite Kammer und war damit die weltweit erste in einem nationalen Parlament vertretene Tierschutzpartei.[6] Im Wahlkampf hatten unter anderem die Schriftsteller Harry Mulisch und Maarten 't Hart die PvdD unterstützt.

Bei den Wahlen zu den Provinciale Staten (Provinzparlamente) am 7. März 2007 konnte die PvdD mit einem Ergebnis von landesweit 2,5 % einen weiteren Erfolg verbuchen und verfügte in den Provinzparlamenten über insgesamt neun Abgeordnete. Auf Basis dieses Ergebnisses ist die PvdD seit dem 31. Mai 2007 auch mit einem Mitglied in der Ersten Kammer vertreten. Bei den nächsten Wahlen am 2. März 2011 sank der Stimmanteil der Partei auf 1,9 %, zwei Sitze in den Provinziallandtagen gingen verloren. Das Mandat in der Ersten Kammer konnte jedoch gehalten werden.

Bei der Europawahl 2009 verfehlte die Partei trotz einer leichten Steigerung auf 3,5 % erneut den Einzug in das EU-Parlament.

Bei der Kommunalwahl im März 2010 kandidierte die PvdD in nur sechs Städten; in jeder davon (darunter Amsterdam und Den Haag) hat die Partei jeweils einen Sitz erlangt.

Bei der Parlamentswahl 2010 verlor die PvdD etwa ein Drittel ihrer Wähler von 2006, konnte ihre beiden Mandate jedoch knapp verteidigen. Auch in der vorgezogenen Parlamentswahl im September 2012 konnte die PvdD ihre beiden Mandate halten (plus 0,6 Prozent).

Im März 2014 konnte die Partei bei den Kommunalwahlen die Zahl ihrer Mandate verdoppeln und verfügt nun in einem Dutzend Städte oder Gemeinden über jeweils einen Sitz.

Jahr Wahl Stimmanteil Sitze
2003 Zweite Kammer 0,5 % 0
2004 Europaparlament 3,2 % 0
2006 Zweite Kammer 1,8 % 2
2009 Europaparlament 3,5 % 0
2010 Zweite Kammer 1,3 % 2
2012 Zweite Kammer 1,9 % 2

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Markus Wilp: Das politische System der Niederlande, Wiesbaden 2012, S. 316.
  2. Nachricht und Reaktionen bei foknieuws.nl, abgerufen 16. September 2012.
  3. Tim Mäkelburg: Parteienverschiebung nach rechts im Dossier Parlamentswahlen 2012 bei NiederlandeNet, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  4. PvdD, Kom naar de ´We zijn het MEGA zat´ manifestatie
  5. Trouw: Het past niet bij mij om dingen op te leggen, abgerufen 16. September 2012.
  6. Wilp: Das politische System der Niederlande, S. 315.