Parys (Korsze)

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Parys
Parys führt kein Wappen
Parys (Polen)
Parys
Parys
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Kętrzyn
Gmina: Korsze
Geographische Lage: 54° 11′ N, 21° 12′ O54.18333333333321.2Koordinaten: 54° 11′ 0″ N, 21° 12′ 0″ O
Einwohner: 180
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NKE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 590: BarcianyKorsze-Biskupiec
Schienenweg: Seit 2000 kein Bahnschluss mehr
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad
Haus in Parys

Parys (deutsch Paaris) ist ein Dorf in Polen in der Wojewodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zu Gemeinde Korsze (Korschen) im Powiat Kętrzyński.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Parys liegt im Nordosten Polens, etwa 15 Kilometer südlich der Staatsgrenze Polens zur russischen Oblast Kaliningrad. Benachbarte Orte sind im Südwesten Korsze, im Westen Glitajny (Glittehnen) und im Nordosten Pomnik (Pomnick).

Geschichte[Bearbeiten]

Der genaue Zeitpunkt der Gründung des heutigen Parys ist nicht bekannt, er wird auf die Zeit um 1370 datiert.[1] Die Gründung erfolgte nach Kulmer Recht mit einer Fläche von 64 Hufe. Sechs der Hufe wurden dem Dorfschulzen, vier der Kirche zugeteilt. 1817 bestand das Dorf aus 38 Wohngebäuden. Zum 30. April 1874 wurde aus den Landgemeinden Paaris und Seeligenfeld und den Gutsbezirken Adlig Unter Plehnen, Köllmisch Unter Plehnen und Seeligenfeld der Amtsbezirk Nr. 11 gebildet.[2] Im Januar 1945 nahm die Rote Armee die Gegend ein und als Folge des Zweiten Weltkrieges wurde die Gegend Teil Polens. 1973 wurde Parys Sitz eines Schulzenamtes, zu welchen die Ortschaft Pomnik[3] gehörte, in der Gmina Korsze. 1937 gab es hier einen Kindergarten, eine vierklassige Schule sowie einen Bibliothekspunkt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche wurde zwischen 1370 und 1380 errichtet. Der Westteil wurde bei einer Erweiterung um 1400 angefügt, der 30 Meter hohe Kirchturm vermutlich im 15. Jahrhundert. 1599 erfolgte eine Grunderneuerung der Kirche[5] bei welcher der Ostgiebel durch neue Formen ersetzt wurde. 1706 wurde der Giebel erneut überarbeitet und erhielt seine heutige Form. An der Nordseite der Kirche befindet sich eine Vorhalle und die Sakristei.[1] Die Kirche beherbergt eine Messingglocke aus dem Jahr 1605.[5] Der Altar stammt aus dem Jahr 1703 und wurde von Isaak Riga aus Königsberg gestaltet.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Dorf Parys liegt an der Wojewodschaftsstraße 590 (droga wojewódzka 590). Diese führt in südwestlicher Richtung nach vier Kilometern durch Korsze, um dann in südlicher Richtung nach 15 Kilometern durch Reszel (Rößel) zu führen und schließlich nach 40 Kilometern in Biskupiec (Bischofsburg) in die Landesstraße 57 (droga krajowa 57) zu münden. In westlicher Richtung endet die 590 nach etwa 12 Kilometern in Barciany (Barten).

Etwa einen Kilometer westlich der Stadt verläuft eine eingleisige Bahnstrecke mit einem Haltepunkt. Die Strecke wird nicht mehr für regelmäßigen Personenverkehr, sondern nur noch für touristische Zwecke genutzt.[6] Die nächste Bahnstation mit regelmäßigen Bahnverkehr befindet sich in Korsze. Von dort bietet die PKP Direktverbindungen nach Olsztyn (Allenstein) und Posen an.

Der geographisch nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, der sich etwa 90 Kilometer nordwestlich, auf russischem Hoheitsgebiet befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 180 Kilometer westlich gelegene Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.


Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 214–215 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Parys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c ostpreussen.net, Parys - Paaris, 1. Mai 2003
  2. territorial.de, Amtsbezirk Paaris, 1. Mai 2008
  3. Kętrzyn: z dziejów miasta i okolic, Olsztyn 1978, S. 300
  4. Für 1817, 1939, 1970: Swat 1978, S. 214-215
    Für 1933 verwaltungsgeschichte.de, Landkreis Rastenburg (poln. Ketrzyn), abgerufen am 17. Aug. 2008
  5. a b Swat 1978, S. 214
  6. frank-engel.de, Polen - Korschen (Korsze), April 1998