Pasewalk

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pasewalk
Pasewalk
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pasewalk hervorgehoben
53.51419Koordinaten: 53° 30′ N, 14° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 54,99 km²
Einwohner: 10.594 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17309
Vorwahl: 03973
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 105
Adresse der
Stadtverwaltung:
Haußmannstraße 85
17309 Pasewalk
Webpräsenz: www.pasewalk.de
Bürgermeister: Sandra Nachtweih (parteilos)
Lage der Stadt Pasewalk im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Torgelow-Holländerei Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichsruh Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Kölzin Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
Über dieses Bild

Pasewalk ist eine Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern und Verwaltungssitz des Amtes Uecker-Randow-Tal für 15 umliegende Gemeinden, selbst aber nicht amtsangehörig. Die Stadt ist eines der 18 Mittelzentren des Landes.

Geografie[Bearbeiten]

Pasewalk liegt am Ostufer der mittleren Uecker zwischen Ueckermünder Heide im Norden und Uckermark im Süden. 20 Kilometer östlich von Pasewalk befinden sich Bahn- und Straßengrenzübergänge nach Polen. Vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren mündete an dieser Stelle das Urstromtal, in dem die Uecker heute fließt, in den Haffstausee ein.

Zu Pasewalk gehören der Stadtteil Pasewalk-Ost und der Ortsteil Friedberg.

Südlich Pasewalks liegt die fruchtbare kuppige uckermärkische Grundmoränenlandschaft, nördlich von Pasewalk ist auf den Sanden, die von den Schmelzwassern des Ueckerurstromtales abgelagert worden sind, die Ueckermünder Heide entstanden. An der Uecker befinden sich ausgedehnte Wiesengebiete.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Viereck, Krugsdorf, Zerrenthin, Polzow, Fahrenwalde, Rollwitz, Papendorf, Schönwalde und Jatznick.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist bei Archäologen bekannt durch die Pferdeopferstelle bei Pasewalk.

Mühlentor in Pasewalk, Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung

Zeit von Stadtgründung bis zum Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten]

Ansicht von Pasewalk um 1611/15. Aus der Stralsunder Bilderhandschrift
Ansicht von Pasewalk 1618

Der Verfasser des Jahrbuchs des Klosters Pegau („Pegauer Annalen“) berichtet in der Familiensage des Grafen Wiprecht des Älteren von Groitzsch von einer „Burg Posduwlc im Pommernlande“, die dem Zusammenhang nach offenbar bereits im 11. Jahrhunderts bestanden hat. In den Urkunden des Mittelalters lautet die Schreibweise des Namens u. a. „Pozdewolk“ (1177, 1178, 1216), „Posduwolc“ (1195), „Pozwolc“ (1241), „Poswalc“ (1260, 1322) und „Poswalk“ (1260, 1276, 1355).

Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus den Silben „Poz“ (slaw. für Ringwall im Sinne einer Landschaftsbezeichnung) und „wolc“ (Wolf) und steht demnach für „Stadt des Wolfes“, offenbar Bezug nehmend auf den dänischen Fürsten Jarl Wolf, der um 1000 in diesem Gebiet eine Herrschaft gegründet haben, später aber vertrieben worden sein soll.[2] Die Schreibweise „Pasewalk“ taucht in den Urkunden erstmals 1240 auf. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt („civitas“) stammt aus dem Jahre 1276, allerdings gilt als sicher, dass Pasewalk das Stadtrecht schon früher, vermutlich kurz nach 1250 erhalten hat.

Pasewalk gehörte von jeher zu Pommern, war aber stets ein Spielball der territorialen Interessen der pommerschen Herzöge und der brandenburgischen Markgrafen, so dass die Herrschaft mehrmals wechselte. Im Jahr 1250, nach dem Vertrag von Landin kam Pasewalk unter brandenburgische Herrschaft und wurde 1354 von den Pommern zurück erworben.

Der mittelalterliche Stadtkern bildete eine Ellipse und bestand aus der von Wenden gegründeten Unterstadt mit der Nikolaikirche (1176 erwähnt) sowie einer sich daran anschließenden neueren, von deutschen Siedlern gegründeten Oberstadt mit der Marienkirche.

Bereits 1192 wurden ihr durch den brandenburgischen Markgrafen Otto II. weitreichende Handelsrechte verliehen.

Mit der Schaffung einer Stadtbefestigung erreichte die bauliche Entwicklung der Stadt im 14. Jahrhundert vorläufig ihren Abschluss, da die ständigen Kriege eine Ansiedlung außerhalb der Stadtmauer nicht gestatteten. Die Einwohner lebten im Mittelalter in erster Linie von Landwirtschaft und Brauerei (Herstellung von Bier unter dem Namen Pasenelle, schon 1385 weithin bekannt) sowie dem Handel mit diesen Erzeugnissen. Als einzige einst uckermärkische Stadt war sie Mitglied der Hanse und trat nach schweren inneren Unruhen 1535 zur lutherischen Lehre über.[3]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Pasewalk, das sich schon bald nach der Landung der schwedischen Eingreifarmee in Deutschland unter deren Schutz gestellt hatte, im September 1630 von kaiserlichen Truppen gebrandschatzt und nahezu komplett zerstört. Die schwedische Garnison, nur zwischen 150 und 300 Mann stark, hatte sich als zahlenmäßig viel zu schwach erwiesen, um die weitläufige mittelalterliche Stadtbefestigung ausreichend zu bemannen und wurde von den rund 3000 Mann zählenden Angreifern bis auf den letzten Mann niedergemacht.[4] Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die Stadt Schwedisch-Pommern zugeordnet.

Pasewalk unter preußischer Herrschaft (ab 1720)[Bearbeiten]

Nach dem Nordischen Krieg kam die Stadt 1720 zu Preußen und gehörte bis 1945 zur Provinz Pommern.

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. förderte nach 1720 den Wiederaufbau der nach dem Dreißigjährigen Krieg und mehreren Stadtbränden noch teilzerstörten Stadt, indem er z. B. Bauholz aus den königlichen Forsten zur Verfügung stellte. Außerdem verlegte er das Ansbach-Bayreuth-Dragonerregiment in die Stadt (1721), aus dem später das Pommersche Kürassier-Regiment „Königin“ Nr. 2, hervorging. Das Regiment diente nicht nur dem Schutz des im westfälischen Frieden zugesprochenen neuen Territoriums, sondern bildete fortan auch einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Das Regiment genoss in Preußen ein hohes Ansehen, nachdem es 1745 während des zweiten Schlesischen Krieges bei Hohenfriedberg (Schlesien) einen vorentscheidenden Sieg gegen Österreich errang. Die hohe Wertschätzung kam dadurch zum Ausdruck, dass die jeweilige preußische Königin Chefin des Regiments war. Von 1795 bis 1806 diente Ferdinand von Schill, der in der Grünstraße 17 wohnte, als junger Leutnant in diesem Regiment. Ab 1882 wurde am Stadtrand eine großzügige Kasernenanlage im Backsteinbau errichtet (heute Landratsamt), so dass die bis dahin bestehende „Einquartierung“ von Soldaten in die Wohnungen der Einwohner aufhörte.

Ebenfalls um 1720 kam es auf Betreiben des preußischen Königs zur Ansiedlung von Hugenotten, die zahlreiche neue Gewerbe einführten und damit für eine Belebung des noch vom Dreißigjährigen Krieg zerstörten Landstrichs sorgten. Besondere Bedeutung hatte der bis dahin in der Region noch unbekannte Tabakanbau. Pasewalk entwickelte sich im 18. Jahrhundert zum Hauptumschlagplatz für uckermärkischen Rohtabak.

Seit 1812 setzte eine jüdische Zuwanderung aus dem Osten ein, bis etwa 1855 waren es mehr als 300. 1834 erbaute die jüdische Gemeinde auf dem Hof ihres Grundstücks in der Grabenstraße eine Synagoge (Einweihung 23. Oktober 1834). Die Gemeinde zählte zu dieser Zeit 135 Personen. Hinzu kam ein jüdischer Friedhof, der heute noch mit einigen Grabsteinen existiert. Ein bedeutender jüdischer Unternehmer war Paul Behrendt († 1939), der in Pasewalk eine große Eisengießerei betrieb (z. B. Kanaldeckel).

18. und 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Begünstigt durch die vorangegangenen Reformen des preußischen Staates setzte im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ein allmählicher wirtschaftlicher Aufschwung ein, der mit einem deutlichen Bevölkerungsanstieg einher ging.

Ein wesentlicher Impuls für die wirtschaftliche Belebung ging von dem Umstand aus, dass ab 1825 die Postlinie Berlin – Stralsund in Pasewalk nach Stettin abzweigte (bis dahin von dem nördlicher gelegenen Ueckermünde aus), so dass es zu einem Verkehrsknotenpunkt wurde. Erhebliche Erleichterungen für den Handelsverkehr brachte der Ausbau der Landstraßen Pasewalk – Stettin ab 1829, Pasewalk – Anklam – Demmin – Greifswald – Stralsund ab 1832 und Pasewalk – Prenzlau ab 1834.

Auf Betreiben der pommerschen Provinzialregierung kam es 1835 zur Gründung der Städtischen Sparkasse. 1838 wurde aus sozial- und ordnungspolitischen Erwägungen eine Armen- und Beschäftigungsanstalt gegründet, aus der später das städtische Krankenhaus hervorging.

Die bürgerliche Revolution 1848 begleiteten die Einwohner mit Volksversammlungen und Vereinsgründungen. Es bildeten sich der konservative „Konstitutionelle Verein“, der in treuer Gesinnung für König und Vaterland nur geringfügige Korrekturen zulassen wollte und vornehmlich aus Handwerkern, Ackerbürgern, Geistlichen sowie ehemaligen Soldaten bestand. Die Befürworter der Bewegung gründeten den liberal-demokratischen „Politischen Verein“, der seine Anhänger vor allem unter Kaufleuten und Beamten fand.

1863 erhielt Pasewalk Anschluss an die Strecke Angermünde–Anklam der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft. Nach Schaffung der Bahnverbindung Stettin–Neubrandenburg 1863/67 stieg der Ort zu einem Eisenbahnknotenpunkt auf, wodurch die einheimische Wirtschaft weitere Impulse erhielt. 1853 wurde die Straßenbeleuchtung eingeführt, um 1855 erhielt Pasewalk eine Telegraphenanstalt, 1864 erteilte die Stadt die Konzession zur Errichtung einer privaten Gasanstalt, die 1904 vertragsgemäß in städtisches Eigentum überging.

Im Jahre 1870 erfolgte die Gründung des Vaterländischen Frauenvereins, eines der ersten von einer Vielzahl gleichnamiger Vereine in ganz Deutschland und der älteste in Pommern, in dem sich in erster Linie die Ehefrauen und Töchter der gutsituierten Offiziers- und Beamtenfamilien um soziale Belange kümmerten (Vorläufer des Deutschen Roten Kreuzes).

Zum Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Stadt nicht nur optisch durch eine Vielzahl von Neubauten außerhalb der historischen Stadtbegrenzung, sondern auch in ihrem sozialen Gefüge. War Pasewalk bis dahin vor allem eine Stadt der Ackerbürger, gaben nun das Handwerk und Gewerbe, die Beamten und die Kaufleute der Stadt das Gepräge. Tabak-, Stärke- und Kartoffelflockenfabriken sowie der Holzhandel prägten das Bild. Auch der Bahnhof mit einem bedeutenden Güterumschlag bildete einen Wirtschaftsfaktor. Vorübergehend hatte auch die Ueckerschiffahrt Bedeutung, wo vor allem Mauersteine aus den Ziegeleien im nördlichen Kreis Ueckermünde verschifft und am Bahnhof Pasewalk umgeschlagen wurden. Um 1900 überschritt die Einwohnerzahl erstmals die Grenze von 10.000 (1827: 4.869) und stieg bis 1939 auf rund 12.500 an.

Oskar-Picht-Gymnasium, 1905 als höhere Mädchenschule eingeweiht

Entwicklung 1900 bis 1945[Bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg blieb die Stadt selbst zwar von Zerstörungen verschont, es verloren aber 310 Pasewalker ihr Leben auf den Schlachtfeldern. Nach einer Senfgasverletzung mit kurzzeitiger Erblindung wurde 1918 Adolf Hitler als 29-jähriger Gefreiter in ein Reservelazarett in Pasewalk verlegt, wo er die Kapitulation Deutschlands im Ersten Weltkrieg erlebte. Auf der Grundlage eines auf unsicherer Beweislage basierenden amerikanischen Geheimdienstberichtes von 1943 entstand die These, dass Hitlers Sehstörung mit auffälligen psychischen Reaktionen einhergegangen sei, sodass er in Pasewalk dem Chefpsychiater Edmund Forster vorgestellt worden sei (siehe dazu den Artikel Adolf Hitlers Psychopathographie). Hitler selbst sponn in seinem Buch Mein Kampf die Legende, die Nachricht von der Revolution habe ihn bewogen, eine Rolle in der Politik zu übernehmen („Ich aber beschloß, Politiker zu werden“). Neueren Forschungen zufolge wollte Hitler die Tage in Pasewalk eher nachträglich zu einer Art „pseudoreligiösem Erweckungserlebnis“[5] stilisieren.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges verlor Pasewalk einen Teil seiner Garnison, anstelle der Kürassiere beherbergte es seitdem drei Schwadronen des Reichswehr-Reiterregiments Nr. 6.

Elektrizität hielt in Pasewalk erst nach 1918 Einzug. Kanalisation und Wasserleitung wurden 1926 geschaffen. Vor den Toren der Stadt ließ der später zum Ehrenbürger ernannte Kommerzienrat Emil Krüger einen Stadtpark anlegen.

Zwischen den Weltkriegen bildete Pasewalk einen Umschlagplatz im Handel mit landwirtschaftlichen Produkten aus den benachbarten Dörfern des Kreises Ueckermünde und der Uckermark. Fabriken für landwirtschaftliche Maschinen, Eisengießereien und eine leistungsfähige, modern eingerichtete Mühle prägten das Gesicht der Stadt.

Horst Wessel beschrieb in seiner Autobiographie eine "Propagandafahrt" der Sturmabteilung nach Pasewalk im Sommer 1928, die in ein Gefecht ausartete, mehrere Polizisten verwundete und wofür er seinen ersten Eintrag ins Polizeiregister bekam. [6]

1933 fasste der Nationalsozialismus in Pasewalk offiziell Fuß. Während der Novemberpogrome 1938 kam es zum Brand der Synagoge und Verwüstung des jüdischen Friedhofes. Die meisten Juden verließen Pasewalk unter diesem Druck. 1938 wurde das Reservelazarett zu einer „Führerweihestätte“ ausgestaltet.[7] Am 12. Februar 1940 wurden die letzten verbliebenen Juden des gesamten Regierungsbezirks Stettin in das besetzte Polen deportiert.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt infolge der Offensive der Roten Armee am 25./26. April 1945 schwere Zerstörungen. Das Stadtzentrum wurde dabei weitgehend vernichtet, die mittelalterliche Stadtbefestigung blieb jedoch – soweit noch vorhanden – erhalten.

Entwicklung 1945 bis 1990[Bearbeiten]

Amtsgericht in Pasewalk, seit 1905 genutzt

Die ersten Nachkriegsjahre dienten fast nur der Enttrümmerung. Der Neuaufbau begann 1948. Bis 1955 entstanden 160 und von 1955–1961 weitere 278 Neubauwohnungen. Ab 1961 begann auch in Pasewalk die Großblockbauweise (1962–1966: 803 Neubauwohnungen). Am Südrand entstand 1957–1965 mit einem Kostenaufwand von 18 Millionen MDN ein neues Kreiskrankenhaus (heute Asklepios-Klinik)

Pasewalk kam nach Kriegsende zum Land Mecklenburg-Vorpommern und wurde 1950 Verwaltungssitz des neu geschaffenen gleichnamigen Kreises. Im Zuge der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde er Teil des Bezirkes Neubrandenburg.

Am 1. November 1989 erlebte Pasewalk erstmals eine Demonstration mit anschließender Kundgebung, in deren Mittelpunkt Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen stand. Die Kundgebung war unter der Regie der Kirche und des Neues Forums organisiert worden. Danach fanden anfangs mehrmals wöchentlich Rathausgespräche statt, in denen sich die Parteikader sowie die Mitarbeiter der städtischen Verwaltung den Fragen und der Kritik der Einwohner stellen mussten.

1990 bis heute[Bearbeiten]

Seit 1990 wieder zum neukonstituierten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gehörig, war die Stadt 1994-2011 Verwaltungssitz des Landkreises Uecker-Randow. Die Innenstadt wurde im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert. Die Arbeitslosenquote war 2013 in manchen Stadtteilen bis zu 29% hoch.

Vorpommern ist als Neonazi-Hochburg bezeichnet worden, mit vielen Freie Kameradschaften und hohem NPD-Stimmenanteil; bei der Landtagswahl 2011 stimmte jeder Dritte in Pasewalks Nachbarort Koblentz für die NPD.[8] Um rechtsradikalen Strömungen entgegenzutreten, war im Juli 2012 vom damaligen Bürgermeister Dambach ein „Aktionsbündnis gegen Rechts“ namens “Vorpommern: weltoffen – demokratisch – bunt!” mitgegründet worden.[9] Die NPD klagte gegen Dambach und das Verwaltungsgericht Greifswald erinnerte den Bürgermeister an seine Neutralitätspflicht, die ihm gegenüber politischen Parteien „jegliche Bewertung“ verbiete.[8] Nach einer Neonazi-Veranstaltung im August 2012, die die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ als „Pressefest“ bezeichnete, machte Pasewalk bundesweit Schlagzeilen wegen einer „Menschenkette gegen Rechts“.[10]

Am 29. Dezember 2013 trat in Rossow bei Pasewalk die Neonazi-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ auf, die den Verkaufserlös dem im NSU-Prozess Angeklagten Ralf Wohlleben zukommen lassen wollte. [11]

Die am 23. März 2014 stattgefundene Wahl zur Nachfolge des im November verstorbenen Bürgermeisters Dambach sorgte im Vorfeld wegen der Kandidatur eines NPD-Mitglieds bundesweit für Aufsehen. Kristian Belz' Kandidatur, die bereits bei der Wahl 2010 und erneut 2014 aus „verfassungsrechtlichen Gründen“ vom Gemeindewahlausschuss abgelehnt worden war, wurde am 13. Februar 2014 durch den Kreiswahlausschuss zugelassen.[12][13] Die parteilose, von SPD und Linke unterstützte Kandidatin Sandra Nachtweih gewann die Wahl zum Bürgermeister mit 60,6 Prozent der abgegebenen Stimmen vor dem ebenfalls parteilosen Andreas Fabian, der 31,7 Prozent erhielt. Der NPD-Kandidat kam auf 7,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,5 Prozent.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung seit 1950
Jahr Einwohner Quelle
1618 ca. 2.000 [15]
1648 ca. 250 [15]
1740 2.401 [16]
1760 2.528 [15]
1782 3.110 [16]
1794 2.976 [16]
Jahr Einwohner Quelle
1812 3.888 [16]
1816 3.969 [16]
1827 4.869 [15]
1831 5.331 [16]
1843 5.814 [16]
1848 ca. 6.500 [17]
1852 6.586 [16]
1861 6.880 [16]
1863 6.746 [17]
1871 8.049 [17]
1880 9.469 [17]
1885 9.514 [17]
1895 9.788 [17]
1898 10.190 [15]
Jahr Einwohner Quelle
1905 10.520 [17]
1907 10.788 [15]
1910 10.916 [17]
1919 10.498 [17]
1920 11.743 [15]
1925 11.768 [17]
1933 12.582 [15]
1942 13.026 [15]
1944 12.089 [18]
1950 11.260 [15]
1960 12.350 [15]
1970 14.533 [15]
1984 15.905 [15]
1990 15.516 [19]
1995 13.932 [19]
Jahr Einwohner Quelle
2000 12.873 [19]
2005 11.961 [19]
2010 11.319 [19]
2011 11.219 [19]
2012 10.594 [20]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Bürgermeister von Pasewalk vom 15. Jahrhundert bis heute

Die Bürgermeister der Stadt Pasewalk seit 1990:

  • Mai 1990–1994 Heinz-Georg Eckleben (* 1945), parteilos
  • 1994–2002 Wilfried Sieber (* 1941), CDU
  • 2002–2014 Rainer Dambach (* 1952 † 2014), parteilos,
  • November 2013 bis voraussichtlich Mai 2014 Gudrun Baganz, amtierend
  • voraussichtlich ab Mai 2014 Sandra Nachtweih (* 1975), parteilos
Bürgermeisterwahlen 2014

Nach dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Rainer Dambach im November 2013 wurden dem Landes- und Kommunalwahlgesetzes Mecklenburg-Vorpommern (LKWG M-V) folgend, fristgerecht für den 23. März 2014 Neuwahlen für den Bürgermeister der Stadt Pasewalk angesetzt. Für den Übergangszeitraum bis zum Wahltermin amtierte die langjährige 1. Stellvertreterin des Bürgermeisters und Amtsleiterin des Hauptamtes/Kämmerei, Gudrun Baganz, als Bürgermeisterin bis zur offiziellen Amtseinführung des neu gewählten Bürgermeisters/in der Stadt Pasewalk.

Zur Wahl traten drei Kandidaten an, die vom Gemeindewahlausschuss der Stadt Pasewalk bzw. dem Kreiswahlausschuss des Landkreises Vorpommern-Greifswald letztendlich alle zugelassen wurden[21]:

  • 1. Wahlvorschlag: Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
Kristian Belz (* 1978), Industriekaufmann
  • 2. Wahlvorschlag: parteiloser Einzelbewerber Fabian
Andreas Fabian (* 1958), Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Uecker-Randow-Tal
  • 3. Wahlvorschlag: parteilose Einzelbewerberin Nachtweih
Sandra Nachtweih (* 1975), Diplom-Verwaltungswirtin (FH) bei der Sparkasse Uecker-Randow

Das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen der Stadt Pasewalk vom 23. März 2014 stellte sich bei einer Wahlbeteiligung von 56,5 Prozent wie folgt dar[22]:

Kandidat Partei polit. Unterstützung erhaltene Stimmen  %
Sandra Nachtweih parteilos SPD, DIE LINKE 3.185 60,6
Andreas Fabian parteilos CDU, "Mitstreiter für Pasewalk" (MfP) 1.667 31,7
Kristian Belz NPD NPD 408 7,8

Bei der Bürgermeisterwahl wurde Sandra Nachtweih mit 60,6 Prozent und 3.185 Stimmen bereits im ersten Wahlgang zur neuen Bürgermeisterin der Stadt Pasewalk gewählt. Sie tritt ihr neues Amt voraussichtlich im Mai 2014 an.[23]

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Pasewalker Stadtvertretung hat 25 Mitglieder und setzt sich seit den Kommunalwahlen vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:[24]

Partei erhaltene Stimmen  % Sitze
CDU 4.012 34,7 9
DIE LINKE (3.031) (26,2) 5 (7)*
"Wir in Pasewalk" (WIP) 255 5,3 4
SPD 1.329 11,5 3
FDP 439 3,8 1
NPD 685 5,9 1
"Fraktion der Fraktionslosen" 2*
* Zwei Stadtvertreter traten bereits kurz nach der Wahl im Juni 2009 und noch vor der konstituierenden Sitzung der Pasewalker Stadtvertretung aus der Fraktion "DIE LINKE" aus und bildeten daraufhin die "Fraktion der Fraktionslosen" in der Stadtvertretung.[25]
Stadtvertretung seit 2013

Aufgrund von Meinungsdifferenzen, verschiedener Querelen, Fraktions- und Parteiaustritten aus der Partei und der Fraktion "DIE LINKE" in der Pasewalker Stadtvertretung in den Jahren 2009/10, 2011 und 2013, änderte sich auch die Zusammensetzung der gesamten Stadtvertretung in diesem Zeitraum mehrfach.[25] Nach der "Fraktion der Fraktionslosen", der Fraktion "Trawny & Kull", einigen fraktionslosen Abgeordneten sowie der Fraktion "Mitstreiter für Pasewalk" (MfP)[26] die sich von der Fraktion "DIE LINKE" abgespaltet hatten, setzt sich die Pasewalker Stadtvertretung seit Februar 2013 übergangsweise nur noch aus 24 Mitgliedern der folgenden Fraktionen zusammen[27]:

Fraktion Sitze
CDU 9
DIE LINKE 3
"Wir in Pasewalk" (WIP) 4
SPD 3
"Mitstreiter für Pasewalk" (MfP) 3
NPD 1
fraktionslos 1

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen vom 7. Juni 2009 stellte sich die Wahlbeteiligung wie folgt dar:

Wahlberechtigte Wähler Wahlbeteiligung in % gültige Stimmen ungültige Stimmen
9.818 4.082 41,6 11.577 345

Nach dem Kommunalwahlgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern (KWahlG M-V) wird nach dem System einer Kombination von Verhältniswahl mit Persönlichkeitselementen gewählt. Jeder Wahlberechtigte hat drei Stimmen, die er nur einer oder auf bis zu drei Parteien/Personen verteilen kann (§4 KWahlG M-V). Er kann seine Stimmen auf einen einzigen Bewerber „häufen“ (kumulieren) oder beliebig auf mehrere Bewerber desselben Wahlvorschlages oder verschiedener Wahlvorschläge verteilen (panaschieren). Aus diesem Grund gibt es auch immer wesentlich mehr abgegebene Stimmen als Wähler.[28]

Die Stadt Pasewalk gehört zum Bundestagswahlkreis 16: Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II, zum Landtagswahlkreis 36: Uecker-Randow II sowie zum Kreistagswahlbereich 9: Amt Torgelow-Ferdinandshof - Stadt Pasewalk. Die nächsten Kommunalwahlen finden am 25. Mai 2014 statt.[29]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Pasewalk

Das Wappen wurde unter der Nr. 63 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau drei (2:1) rote Greifenköpfe mit geöffnetem goldenem Schnabel und ausgeschlagener roter Zunge.“

Das Wappen wurde nach dem Ersten Weltkrieg von dem Berliner Prof. A. Hildebrandt gezeichnet.

Das Wappen Pasewalks besteht aus drei roten Greifenköpfen, die dreiecksförmig auf blauem Hintergrund angeordnet sind. Die Greifen stellen möglicherweise eine Huldigung gegenüber den Pommernherzögen Bogislaw V., Barnim V. und Wartislaw V. dar.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtzentrum
Pasewalk – Stadtmauer mit Museum und Stadtinformation
Pasewalk – Marktplatz mit Marienkirche
Pasewalk – Marienkirche (Inneres)
  • Sankt-Nikolai-Kirche, evangelisch, älteste Kirche der Stadt, schon 1176 erwähnt. Kreuzkirche ursprünglich aus regelmäßig geschichteten Granitquadern (im Unterbau noch teilweise erhalten), nach Zerstörungen als gotischer Backsteinbau unter Hinzufügung der beiden Kreuzflügel wiederhergestellt. Nord- und Südgiebel des Querschiffs durch Rautenmuster und Spitzbogen gestaltet. Früherer achteckiger Turmaufbau im April 1945 zerstört und durch ein einfaches Spitzdach ersetzt.
  • Sankt-Marien-Kirche, evangelisch, dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert. Mit dem Kunsthistoriker Franz Theodor Kugler „als eins der schönsten Denkmäler des pommerschen Mittelalters zu erachten“. Teileinsturz und Sprengung des alten Kirchturms am 3. Dezember 1984, Wiederaufbau im Betonkernverfahren mit vereinfachter Kirchturmspitze vor 1989 begonnen und nach der Wende beendet (1994).
  • Sankt-Otto-Kirche (katholisch), 1885 im neugotischen Stil erbaut.
  • Mittelalterliche Stadtbefestigung, noch bestehend aus Stadtmauer sowie zwei Mauertoren (Mühlentor, Prenzlauer Tor) und zwei Türmen (Pulverturm, Kiek in de Mark als Wahrzeichen der Stadt). Frühere Gesamtlänge der Stadtmauer 2.488 Meter, ehemals mit vielen Wiekhäusern besetzt (letztes 1898 abgerissen). Erhalten sind einige Teilstücke, z. B. nahe der Marienkirche und am Mühlentor. Im Prenzlauer Tor ist das städtische Museum untergebracht.
  • Hospital St. Spiritus, wohl um 1300 begründet, rekonstruiertes Gebäude vom Anfang des 16. Jahrhunderts derzeit als Altersheim genutzt.
  • Elendenhaus, nahe der Marienkirche, gewährte mittellosen Fremden kurzen Aufenthalt und Verpflegung, 1563 als Spital aufgehoben.
  • Eisenbahnerlebniszentrum Lokschuppen Pasewalk, ehemaliger Lokschuppen, wird heute als Konferenz- und Erlebniszentrum genutzt.
  • Grabanlage auf dem Friedhof für 325 deutsche Wehrmachtsangehörige sowie für eine unbekannte Anzahl Zwangsarbeiter unbekannter Nationalität, an die kein Zeichen des Gedenkens erinnert
  • Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus zwischen Fischer- und Haußmannstraße sowie zwischen Mühlen- und Bahnhofstraße. Einbezogen sind 17 Gräber von Sowjetsoldaten und eine Gedenkwand. Die Tafeln für die Sowjetsoldaten waren 1999 zerstört worden.
  • Gedenktafel von 1988 in der Marktstraße für die beim Novemberpogrom 1938 zerstörte Synagoge der Jüdischen Gemeinde
  • Gedenkstein aus den 1950er Jahren in der Haußmannstraße für den verfolgten jüdischen Stadtrat Paul Behrendt und seine Familie
  • Gedenkstein um 1950 gegenüber dem Eingang zum zerstörten Jüdischen Friedhof östlich der Löcknitzer Straße zur Erinnerung an den Jüdischen Friedhof

Baudenkmale[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Pasewalk

Kulturelle Institutionen[Bearbeiten]

  • Kulturforum „Historisches U“, Veranstaltungsstätte für Konzerte, Theater, Tanzvorführungen, Kabarett, Lesungen, Ausstellungen, Tagungen und Messen.
  • Das Stadtmuseum im Prenzlauer Tor bietet vier thematische Schwerpunkte in seiner ständigen Ausstellung: die Ur- und Frühgeschichte zwischen Uecker und Randow, die Stadtgeschichte, die Garnisonsgeschichte und die größte ausgestellte Sammlung zum pommerschen Zeichner Paul Holz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein
  • Das Rathaus liegt an der Haußmannstraße 85.
  • Die Stadtbibliothek an der Grünstraße 59 bietet aktuelle Medien sowie Lokal- und Regionalliteratur an.
  • Das Kulturforum Historisches U an der Kürassierkaserne 9 ist eine kulturelle Stätte für Konzerte, Tanz und Theater, Kabarett, Lesungen, Ausstellungen, Tagungen, Workshops und Messen. Das Gebäude war einst Marstall des Pasewalker Königin-Kürassier-Regiments.
  • Das Museum der Stadt Pasewalk im Prenzlauer Tor wurde 1996 mit einem Neubau eröffnet. Es hat eine Dauerausstellung mit vier thematischen Schwerpunkten zur Ur- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte, zur Garnisonsgeschichte und die Ausstellung zum pommerschen Künstler Paul Holz. Hier ist auch die Stadtinformation untergebracht.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Pasewalk befindet sich in der Pestalozzistraße 24. Sie unterhält ein Feuerwehrmuseum.
  • Das Lindenbad befindet sich an der gleichnamigen Straße.
Bildung
  • Grundschule Pasewalk
  • Evangelische Grundschule Pasewalk
  • Europaschule Arnold Zweig in Pasewalk
  • Oskar-Picht Gymnasium Pasewalk
Soziales
  • Kindertagesstätte an der Fröbelstraße
Sportvereine
  • Pasewalker Fußballverein
  • SV Pommern Pasewalk (Fußball)
  • Pasewalker Handballverein
  • Pasewalker Judosportverein
  • Tanzclub Pasewalk-Strasburg
  • Tischtennisverein Rotation Pasewalk
  • Pasewalker Badmintonclub e.V.
  • Pasewalker Pferdesportverein
  • Einradfreunde
  • Pasewalker Luftsportclub „Die Ueckerfalken“ e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen

Die Sparkasse Uecker-Randow hat ihren Sitz in Pasewalk.

Die in Pasewalk ansässige Neue Pommersche Fleisch- und Wurstwaren GmbH ist eines der größten produzierenden Unternehmen in der Region. Derzeit (Stand: 2012) befindet sie sich im Insolvenzverfahren; eine Fortführung des Betriebs ist aber beabsichtigt.[30]

Das seit dem Jahr 2000 in Pasewalk ansässige Call-Center Sykes Enterprises Pasewalk GmbH & Co. KG ist mit etwa 750 Mitarbeitern (Stand: 2010) das zur Zeit größte Unternehmen der Region im Dienstleistungsbereich.

Medien

Südöstlich der Stadt befindet sich der Fernmeldeturm Pasewalk.

Verkehr

Pasewalk ist über die Anschlussstellen Pasewalk-Nord und Pasewalk-Süd mit der A 20 verbunden. Die B 104 verbindet die Stadt mit Neubrandenburg im Westen und dem Grenzübergang Linken nach Polen im Osten. Die B 109 verbindet die Stadt aus dem Norden kommend mit den Hansestädten Anklam und Greifswald und führt im Süden weiter bis Berlin.

Im Bahnhof Pasewalk kreuzen die Eisenbahnstrecken Stralsund–Berlin und Lübeck–Szczecin. Pasewalk wird von IC- und ICE-Zügen zwischen BinzStralsund und Berlin bedient. Einzelne dieser Züge erreichen Leipzig, Prag, München, Köln und Frankfurt. Im Regionalverkehr verkehren auf dieser Achse die Züge des RE 3 Stralsund – Pasewalk – Eberswalde – Berlin – Elsterwerda. Auf der Ost-West-Linie fahren die Züge des RE 6 Stettin – Pasewalk – Neubrandenburg – GüstrowBützowBad KleinenLübeck. Die private Eisenbahn OLA (Ostseeland Verkehr) bedient die Linie von Ueckermünde über Pasewalk nach Neubrandenburg – Malchin – Güstrow – nach Bützow.

Durch die Stadt führt der Radfernweg Berlin–Usedom.

Der Flugplatz Pasewalk liegt im Ortsteil Franzfelde und ist der einzige Flugplatz im Altkreis Uecker-Randow.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Pasewalk geboren[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Otto Borchardt (Lebensdaten unbekannt), Stifter, Ehrenbürgerschaft 1849
  • Carl von Stülpnagel-Dargitz (1788–1875), Landrat des Kreises Prenzlau, für seine Verdienste um den Ausbau der Landstraßen im nördlichen Kreis Uckermark und die daraus resultierenden wirtschaftliche Impulse für die Stadt Pasewalk; Ehrenbürgerschaft 1854
  • Dr. med. Moritz Engel (1806–1898), Arzt, für seine Verdienste als Armenarzt der Stadt Pasewalk 1838–1892; Ehrenbürgerschaft 1887
  • Theodor Bernhard Haußmann (1817–1909), Kaufmann, für seine Verdienste als Wohltäter (umfangreiche Spenden und Vermächtnisse für seine Geburtsstadt); Ehrenbürgerschaft 1894, Verleihung eines Straßennamens
  • Carl Kujack (1825–1897), Bürgermeister der Stadt von 1876–1895; Ehrenbürgerschaft 1895
  • Emil Krüger (1861–1924), Kaufmann (Teilhaber der Zigarrenhandelskette Krüger & Oberdiek), für seine Verdienste als Wohltäter, u. a. Schaffung des am Südrand der Stadt gelegenen Stadtparks; Ehrenbürgerschaft 1913
  • Paul von Hindenburg (1847-1934), Reichspräsident; Ehrenbürgerschaft 1933
  • Eberhard Schmidt (1924-2010), Bürgermeister der Stadt von 1961-1974[32], für seine Verdienste um die Stadt Pasewalk, u.a. die Errichtung des Lindenbades, der Ueckerpromenade, des Platzes der Aufbauhelfer, des Leninhains, der ersten Gestaltung des Marktplatzes in den 1960er Jahren sowie der Organisation der Veranstaltungen "Tanz der 1000 Paare" und des "Mach-mit-Wettbewerbs"; Ehrenbürgerschaft 2009[33][34][35]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eduard Hellmuth Freyberg: Geschichte der Stadt Pasewalk von der ältesten bis auf die neuste Zeit. Pasewalk 1847.
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 281–292 (Volltext).
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Teil II, Band I: Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ueckermünde. Anklam 1865, S. 767–874 (Volltext).
  • Ernst Hückstädt: Geschichte der Stadt Pasewalk von der ältesten bis auf die neueste Zeit. Pasewalk 1883. Reprint Pasewalk 1995.
  • Carsten Plötz: Pasewalk 1848–1945. Ein Jahrhundert vorpommerscher Stadtgeschichte, 1999 (Nachdruck 2005), ISBN 3-938525-01-0.
Sekundärliteratur
  • Adolf von Winterfeld: Geheimnisse einer kleinen Stadt. 1863 (Nachdruck 2000 mit dem Zusatz „Ein Pasewalkroman“)
  • Wolfgang Brose et. al: Pasewalk. Eine vorpommersche Stadt. Bilder aus sieben Jahrzehnten. 1993.
  • Egon Krüger, Wolfgang Wilhelmus: Pasewalk. In: Irene Diekmann (Hrsg.): Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern. Potsdam 1998, S. 167 ff.
  • Wolfgang Brose: Pasewalker Persönlichkeiten. Ein Handbuch. 2006.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. womöglich identisch mit Ulf Jarl
  3. Lieselott Enders, Die Uckermark, S. 72
  4. Vgl. dazu: Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Bd. 2, Weltbild Verlag 1992, Reprint der Ausgaben von 1919 und 1921, ISBN 3-89350-112-6, S. 132; Anders Fryxell: Geschichte Gustav Adolphs, Leipzig 1852, S. 155–158, online und Jörg-Peter Findeisen: Gustav II. Adolf von Schweden: der Eroberer aus dem Norden. Katz, Gernsbach 2005, ISBN 3-938047-08-9, S. 181.
  5. Volker Ullrich in Die Zeit. 8. Oktober 1998
  6. Horst Wessel: Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten. Abgerufen am 19. März 2014..
  7. O. R. G.: Pasewalk in Pommern, die Stadt der Führerweihestätte. In: Das Interessante Blatt, Nr. 34/1938 (LVII. Jahrgang), 25. August 1938, S. 8 f., 14. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dib.
  8. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWiderstand gegen NPD-Fest: Vertreibung aus dem Schweinestall. In: Der Spiegel.de. 07.08.2012, abgerufen am 19. März 2014.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPressemitteilung Aktionsbündnis “Vorpommern: weltoffen – demokratisch – bunt!” In: gemeinde-tantow.de. 09.07.2012, abgerufen am 19. März 2014.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMenschenkette gegen Rechts. Stern.de, 12. August 2012, archiviert vom Original am 12. August 2012, abgerufen am 19. März 2014.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVermietete ein Zollbeamter seinen Saal an Neonazis? In: Nordkurier.de. 18.01.2014, abgerufen am 19. März 2014.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBürgermeisterwahl in Pasewalk mit NPD-Bewerber. In: Panorama 3. 14. Februar 2014, abgerufen am 19. März 2014.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFrank Pergande: NPD bei Bürgermeisterwahl. Die Antwort kennt nicht einmal der Wind. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. März 2014, abgerufen am 27. März 2014.
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNachtweih wird Bürgermeisterin von Pasewalk. NDR 1 Radio MV, 24. März 2014, abgerufen am 27. März 2014.
  15. a b c d e f g h i j k l m Stadt Pasewalk (Hrsg.): Pasewalk. Kulturhistorische und Heimatgeschichtliche Beiträge, Pasewalk 1991, S. 40-49.
  16. a b c d e f g h i Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden, Verlag A. Bath, Berlin 1865, S. 282-292.
  17. a b c d e f g h i j Carsten Plötz: Pasewalk 1848–1945. Ein Jahrhundert vorpommerscher Stadtgeschichte, Verlag Dr. Helmut Maaß, Pasewalk 2005, S. 363-369.
  18. Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874-1945. Pasewalk.
  19. a b c d e f Der Bevölkerungsstand nach Gemeinden und Kreisen in Mecklenburg-Vorpommern, zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres, in: SIS-Datenbank des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommerns.
  20. Der Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern zum 31. Dezember 2012, in: Statistische Berichte des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommerns, S. 24–25. (PDF; 184 KB)
  21. Stadt Pasewalk. Bekanntmachungen 2014: Bekanntmachung der zugelassenen Wahlvorschläge vom 17. und 25. Februar 2014 zur Bürgermeisterwahl.
  22. Bürgermeisterwahl 2014 der Stadt Pasewalk. Endergebnis (Grafik).
  23. Wahlbekanntmachung des Gemeindewahlausschusses der Stadt Pasewalk vom 27. März 2014 zur Bürgermeisterwahl. (PDF; 324 KB)
  24. Die Kommunalwahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern vom 7. Juni 2009, in: Statistische Hefte (Wahlen 2009) des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommerns, S. 186–187. (PDF; 1,18 MB)
  25. a b Angela Stegemann: Die Linken schaffen sich selbst ab. In: Nordkurier Online. 24. September 2011, abgerufen am 14. April 2014.
  26. Angela Stegemann: Neue Wählergemeinschaft: Sie wollen Pasewalks Politik aufmischen. In: Nordkurier Online. 17. Januar 2014, abgerufen am 14. April 2014.
  27. Bürgerinformationssystem der Stadt Pasewalk. Stadtvertretung.
  28. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern. Rechtsgrundlagen zu den Kommunalwahlen.
  29. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern. Wichtige Termine für die Kommunalwahlen am 25. Mai 2014. (PDF; 14 KB)
  30. Die Pommersche Zeitung. Nr. 37/2012, S. 2.
  31. Festschrift anlässlich der Ehrung am 13. Mai 2011 von Dr. Erich Paulun (* 1862 † 1909). Gründer des Tongji-Hospitals Shanghai, 2011. (PDF; 5,05 MB)
  32. Abschied vom langjährigen Bürgermeister und Ehrenbürger Eberhard Schmidt, in: Pasewalker Nachrichten. Unabhängiges amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Pasewalk, Jhrg. 8, Nr. 11, 20. November 2010, S. 16. (PDF; 11,5 MB)
  33. Eberhard Schmidt wird Ehrenbürger, in: Pasewalker Nachrichten. Unabhängiges amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Pasewalk, Jhrg. 7, Nr. 12, 19. Dezember 2009, S. 36-38. (PDF; 3,16 MB)
  34. NovoPrint VerlagsGmbH (Hrsg.): Pasewalk. Informationsbroschüre mit mehrfarbigem Stadtplan, 3. Aufl., Dezember 2011 2010, S. 15-16. (PDF; 10,7 MB)
  35. Angela Stegemann: Eine ganze Stadt redet darüber. In: Nordkurier Online. 4. Februar 2013, abgerufen am 14. April 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pasewalk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Pasewalk – Reiseführer