Pashmina

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Hochwertige Pashmina-Schals aus Kaschmirwolle und Seide

Pashmina (Persisch Pashmineh:پشمینه) ist eine Bezeichnung für ein aus Kaschmir oder aus Kaschmir und Seide gefertigtes Tuch. Das Wort "Pashmina" stammt ursprünglich aus einem persischen Dialekt und bedeutet „Wolle“ oder „aus Wolle gefertigt“ (persisch pashm „Wolle“).[1] Es hat sich zunächst im nepalesischen und nordindischen Sprachgebrauch, später auch international pars pro toto als Bezeichnung für breit gefertigte Tücher durchgesetzt, die aus einem Gemisch von Kaschmirwolle (klassisch mit einem Anteil von 70 %) und Seide (klassisch mit einem Anteil von 30 %) gefertigt sind.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Herkunft

Wie bereits erwähnt, werden Pashmina-Schals aus gewöhnlicher Kaschmirwolle hergestellt, die nach gängiger Prozedur gewonnen wird. Pashmina ist somit eine reine Handelsbezeichnung, denn eine Pashminaziege existiert nicht. Auch die des Öfteren für ihre besondere Wollqualität als Lieferant gepriesene Chyangra-Ziege dient in Wirklichkeit nicht zur Gewinnung qualitativ hochwertiger Wolle. Die Bezeichnung soll lediglich abgeleitet sein von den großflächigen, jedoch feinen und sehr wärmenden Schals der Paschtunen in Afghanistan, von denen die Pashmina-Schals abgeleitet sind.[2] Rohstoff ist der Unterflaum der Kaschmirziege, einer Hausziegenrasse aus dem Himalaya. Der Flaum wird den Ziegen ausgekämmt oder - häufiger - zusammen mit den Grannenhaaren abgeschoren. Der so gewonnene Wollertrag pro Tier liegt bei 150 g pro Scherung, was in weiterverarbeiteter Form je nach Dicke etwa dem Kaschmirgehalt eines viertel Pashmina-Schals entspricht. Auch in den Hochtälern des Himalaya, in Höhenlagen von mindestens 3000 m, entwickelt die Kaschmirziege diesen feinen Brustflaum, der für die Herstellung von Pashmina Verwendung findet. Mit diesem weichen Vlies schützt sich die Bergziege im Winter vor Kälte und Feuchtigkeit.[3]

Die Qualität der Wolle hängt von vielen Faktoren ab. Da das kälteschützende Unterfell sich in größeren Höhen stärker ausbildet, gilt das dort gewonnene Vlies als höherwertig. So gibt es etwa im Hochland von Ladakh – geologisch Teil des tibetischen Hochplateaus – etwa 200 Nomaden, welche Herden mit insgesamt 50.000 Tieren hüten. Die beste Qualität kaufen Vertreter großer Produzenten den Nomaden bereits auf den Weiden ab. Der Preis pro kg beträgt etwa 100 US-Dollar. Ursprünglich kämmte man den Ziegen im Frühling den Winterflaum aus. Mittlerweile werden wegen des hohen Wettbewerbsdrucks viele Ziegen bereits vor Wintereinbruch gekämmt.

[Bearbeiten] Pashmina-Pflege

Kaschmir ist eine sehr empfindliche Wolle. Die Maschinenwäsche wird daher nicht empfohlen, wenn auch ein sanfter Wollwaschgang das weiche Gewebe nicht angreifen soll. Pashmina-Händler empfehlen die Handwäsche in kaltem Wasser. Anschließend werden die Tücher keinesfalls ausgewrungen, da dies die empfindlichen Fasern schädigen würde. Stattdessen wird die Feuchtigkeit vorsichtig herausgedrückt und die Tücher zum Trocknen ausgelegt. Auch, wenn der Schal durch Regen oder Schnee nass geworden ist, soll er vorsichtig und langsam getrocknet werden.[4] Wie viele natürliche Wollprodukte weisen auch Pashmina-Tücher hin und wieder ein sogenanntes Pilling, kleine Knötchen im Gewebe, auf. Mit einem speziellen Rasierer können diese vorsichtig entfernt werden.

[Bearbeiten] Pashminas als modisches Accessoire

Pashminas sind heute als modisches Accessoire nicht mehr wegzudenken. Sie können auf vielfältige Art und Weise getragen werden, etwa als loser Schal um den Hals geschlungen, mit einem kunstvollen Knoten versehen oder auch als weites Schultertuch. In Europa kamen sie etwa Mitte der 1990er Jahre in Mode. In den letzten Jahren wird der Begriff „Pashmina“ nicht nur in Deutschland häufig auch in anderem Sinne gebraucht: Des Öfteren werden unter der Bezeichnung „Pashmina“ Tücher aus Viskose, Polyester oder anderen Kunstfasern verkauft. Solche Schals werden dann oft nicht als „100 % Kaschmir“ bzw. „70 % Kaschmir“, sondern stattdessen als „100 % Pashmina“ bzw. „70 % Pashmina“ etikettiert. Da Pashmina jedoch keine nach dem deutschen Textilkennzeichnungsgesetz zulässige Materialangabe ist, stellt dies in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit dar und versucht, potenzielle Kunden über die künstlichen, nicht natürlichen Materialien zu täuschen.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Pashmina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Pashmina – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Robert R. Franck (Oktober 2001): Silk, Mohair, Cashmere and Other Luxury Fibres. Woodhead Publishing, S. 142. ISBN 1-85573-540-7. (englisch).
  2. http://www.urbanara.de/warenkunde/edelwollen/pashmina/
  3. http://www.urbanara.de/warenkunde/edelwollen/kaschmir/
  4. http://www.the-pashmina-shop.com/shop_content.php?coID=13&XTCsid=0027c924d63ee1a0bf395ab21aceb68e