Passbook

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Passbook
Logo
Entwickler Apple
Erscheinungsjahr 2012
Betriebssystem Apple iOS 6 und höher
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
apple.com/de (Nutzer)
developer.apple.com (Entwickler)

Passbook ist ein Programm des Elektronikherstellers Apple, mit dem Gutscheine, Bordkarten und andere virtuelle Objekte gespeichert werden können. Passbook wurde im Juni 2012 auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) angekündigt und am 12. September 2012 veröffentlicht. Die Applikation ist integraler Bestandteil von Apple iOS 6 und damit ab Werk installiert, allerdings funktioniert sie nur auf dem iPhone und nicht auf dem iPad.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von Near Field Communication (NFC) in modernen Smartphones wurde spekuliert, dass auch Apple einen entsprechenden Chip in sein iPhone integrieren könnte. Das Unternehmen hat sich nach Aussage von Phil Schiller allerdings gegen die Technologie entschieden, da die Bedürfnisse der Kunden auch ohne sie erfüllt werden könnten. Laut seiner Aussage sei die Übertragung von Bordkarten und anderen Objekten über das Internet besser geeignet, da damit überall eine Aktualisierung der gespeicherten Daten möglich sei.[2]

Apple hat Passbook im Rahmen der Eröffnungsrede auf seiner Hausmesse WWDC vorgestellt. Neben Apple Maps, zu dem bereits im Vorfeld zahlreiche Details bekannt wurden, wurde das Programm als eine der wichtigsten Neuerungen von iOS 6 präsentiert. Mit der ersten Beta-Version wurde es an registrierte Entwickler ausgeliefert, wobei die Funktionen aufgrund der fehlenden Integration in andere Apps noch nicht aktiv genutzt werden konnten. Erst mit der offiziellen Vorstellung von iOS 6.0 am 12. September 2012 haben einige Anbieter begonnen, Passbook zu unterstützen. Zu den Pionieren der Plattform gehörte zum Beispiel die Lufthansa.[3]

Bedeutung[Bearbeiten]

Aufgrund des hohen Marktanteils von iOS und der Tatsache, dass Passbook fester Bestandteil des Betriebssystems ist, hat die App sehr schnell eine hohe Verbreitung erreicht. Im Gegensatz zu anderen Plattformen im Bereich mobile Bezahlung wird sie besonders von Fluglinien sehr gut angenommen: Neben der Lufthansa und AirBerlin unterstützen zum Beispiel Air China, Air Canada, American Airlines und United Airlines die Ablage einer Bordkarte in Passbook. Außerdem hat die Kaffeehauskette Starbucks angekündigt, ihre Kundenkarten auch auf Passbook zu portieren und in die entsprechende Software auch eine Funktion zum Bezahlen zu integrieren.[4]

Technik[Bearbeiten]

Im Grunde funktioniert Passbook wie eine gewöhnliche Anwendung, der ein bestimmter Dateityp zugeordnet wird – in diesem Fall .pkpass. Sobald iOS eine entsprechende Datei entdeckt, bietet das Betriebssystem an, diese in Passbook zu öffnen und abzulegen. Derartige Dateien selbst sind trotz der abweichenden Endung im Kern eigentlich ein ZIP-Archiv, in dem alle notwendigen Objekte für einen Pass zusammengefasst werden. Neben Grafiken und Texten, die für die Darstellung eines Eintrags notwendig sind, sind zwei Dateien besonders wichtig: Erstens eine JSON-Definition von Aussehen und Metadaten, die zum Beispiel auf einen Webdienst für die Aktualisierung verweisen. Zweitens eine digitale Signatur, die mit dem persönlichen Zertifikat des Entwicklers generiert werden muss und die Manipulation eines Pass durch dritte Parteien ausschließen soll.

Eine App ist nicht notwendig, um eine Karte für Passbook bereitzustellen. Schon kurz nach Veröffentlichung von Passbook haben sich zahlreiche Angebote entwickelt, die auch unerfahrenen Anwender die Erstellung einer Karte mittels einer grafischen Oberfläche beziehungsweise eines einfachen Assistenten ermöglichen.[5] Für die meisten dieser Dienste ist es noch nicht einmal notwendig, Mitglied im iOS Developer Program von Apple zu sein.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Apple iOS 6: Alle Neuerungen im Überblick. In: Netzwelt. 12. September 2012, abgerufen am 14. November 2012.
  2. Witold Pryjda: iPhone 5: Apples Phil Schiller über fehlendes NFC. In: WinFuture. 13. September 2012, abgerufen am 14. November 2012.
  3. Lufthansa seit heute mit Passbook für iOS 6. In: MacNotes. 19. September 2012, abgerufen am 14. November 2012.
  4. Moritz Stückler: Passbook: Starbucks-Kaffee bei Betreten eines Ladens bezahlen. In: t3n Magazin. 4. Oktober 2012, abgerufen am 14. November 2012.
  5. Passbook für Entwickler: Anleitung und Hintergründe. In: t3n Magazin. 10. November 2012, abgerufen am 14. November 2012.