Passus duriusculus

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Carlo Gesualdo verwendete hier den Passus duriusculus in Terzschichtung. In der Grafik ist er mit drei aufeinander folgenden rotbraunen Markierungen gekennzeichnet.

Ein Passus duriusculus (lat. der harte/schwere Gang) ist eine Kette von (diatonisch und chromatisch) absteigenden Halbtönen. Er wird vor allem in der Musik der Renaissance und des Barock, die eng mit der Affektenlehre zusammenhing, häufig verwendet, um Schmerz, Leid und Trauer auszudrücken.

Ein Passus duriusculus kann auch aufwärts steigen und im Gegensatz zum absteigenden Passus duriusculus positive Affekte ausdrücken. Siehe z.B. Heinrich Schütz, Kleine geistliche Concerte, >>O süßer, o freundlicher, o gütiger Herr Jesu Christe<< SWV 285.

Auch der Gang über 3 große Sekunden (in einen Tritonus) wird als passus duriusculus bezeichnet.

Tonbeispiel[Bearbeiten]

(Siehe: Halbton → Beispiel: Passus duriusculus.)

Akkorde hier nach W.A. Mozart "Misericordias Domini" d-Moll (KV 205 a).

Duriusculus harmonien.gif Anhören?/i
In der reinen Stimmung sind die diatonischen Halbtöne

und chromatischen Halbtöne (übermäßigen Primen)

im Bass die Intervalle:

c → h 112 Cent

h → b   92 Cent

b → a 112 Cent

a → as 71 Cent

as → g 112 Cent