Pasterze

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Pasterze
Pasterze von Südosten, von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, in Bildmitte der Johannisberg (2006)

Pasterze von Südosten, von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, in Bildmitte der Johannisberg (2006)

Lage Kärnten (Österreich)
Gebirge Hohe Tauern, Glocknergruppe
Typ Talgletscher
Länge 8,3 km (2006)[1]
Fläche 17,3 km² (2006)[1]
Exposition Südost
Höhenbereich 3450 m – 2100 m
Eisdicke max. 180 m (1987)[2]
Eisvolumen 1,7 km³ (2006)[1]
Koordinaten 47° 5′ 8″ N, 12° 43′ 24″ O47.08555555555612.7233333333332775Koordinaten: 47° 5′ 8″ N, 12° 43′ 24″ O
Pasterze (Kärnten)
Pasterze
Entwässerung Stausee Margaritze

Die Pasterze ist mit etwas mehr als 8 km Länge der größte Gletscher Österreichs und der längste der Ostalpen. Sie befindet sich am Fuße des Großglockners im obersten Talboden des Mölltales (Pasterzenboden), und ist das Quellgebiet der Möll. Seit 1856 hat ihre Fläche von damals über 30 km² um beinahe die Hälfte abgenommen.

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Pasterze im August 2012

Den obersten Punkt bildet der 3453 m ü. A. hohe Johannisberg. Dort befindet sich der oberste Pasterzenboden, das Nährgebiet des Gletschers, der talabwärts über den Hufeisenbruch in den eigentlichen Pasterzengletscher übergeht. Der untere Punkt liegt auf etwa 2100 m ü. A. Die Zunge endet wenige hundert Meter vor dem Sandersee. Das Wasser der Pasterze speist den Stausee Margaritze, der unterhalb des Glocknerhauses liegt.

Von der Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner-Hochalpenstraße führt eine Standseilbahn zu der Stelle, an der sich zur Zeit der Inbetriebnahme der Bahn (1963) der Gletscherrand befand. Inzwischen ist die Pasterze unterhalb der Talstation soweit abgeschmolzen, dass von dort zur Gletscherzunge eine etwa 300 Meter lange Treppe führt. Auch in der Länge verliert der Gletscher jährlich 10 Meter, wodurch sich der Wanderweg von der Gletscherbahn zur Pasterze kontinuierlich verändert.

Im Bereich der Pasterze befinden sich u. a. die Berggipfel Großer, Mittlerer und Kleiner Burgstaller, Spielmann, Racherin und Johanniskopf. Diese Namen werden mit einer Sage über die Entstehung der Pasterze in Verbindung gebracht, nach der ein Dorf aufgrund der Freveltaten seiner Einwohner versteinert worden sein soll.[3]

Glaziologie[Bearbeiten]

Funde von Holz und Torf, die der Gletscher in den Jahren 2009 bis 2010 freigegeben hat, lassen darauf schließen dass sich im Zeitraum 5000 bis 1500 v. Chr. Moorvegetation und Weideland am heutigen Gebiet der Pasterze befunden hat. Eine Analyse der Universität Innsbruck konnte Pollen von Gräsern sowie Enzian nachweisen. Kophrophile Pilze (Dungpilze) belegen, dass Weideflächen für Viehzucht genutzt wurden. Laut Ergebnis der Universität Graz handelt es sich bei einem Holzstück um eine 7000 Jahre alte Zirbe mit 200 Jahresringen, die dort damals (in der nacheiszeitlichen Wärmephase) wachsen konnte. [4]

Name[Bearbeiten]

Der Name Pasterze soll auf slowenischen Wurzeln fußen und bezeichnet ein Gebiet, das zur Viehweide geeignet ist.[5] Bis mindestens ins 19. Jahrhundert wurde er als Toponym für ein größeres almwirtschaftlich genutztes Gebiet im Talschluss der oberen Möll verwendet.[6] Beziehungen zu dem ungarisch-slawischen Flussnamen Beszterce (der wilde Bach) können etymologisch noch nicht nachgewiesen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pasterze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Universität Graz, Institut für Geographie und Raumforschung: Die Pasterze. Abgerufen am 30. April 2013
  2. Universität Wien, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Seismische Eisdickenmessungen österreichischer Gletscher. In: Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Wien 1987, Band 8, S. 27f (online; PDF-Datei; 320 kB)
  3. Nationalpark Hohe Tauern
  4. Wie hat die Pasterze vor 7000 Jahren ausgesehen Nationalpark Hohe Tauern, abgerufen am 2. Juli 2013
  5. Schwäbischer Alpenverein (PDF; 4,6 MB)
  6. Universität Graz (PDF; 96 kB)