Pat McQuaid

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Pat McQuaid

Pat McQuaid (* 5. September 1949 in Dublin) ist ein früherer irischer Radrennfahrer und war von 2005 bis 2013 Präsident des Weltradsportverbands Union Cycliste Internationale (UCI).

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten]

Pat McQuaid wuchs als ältester von zehn Geschwistern in einer irischen Radsportfamilie auf. Sein Vater Jim sowie seine jüngeren Brüder Paul und Darach waren aktive Radsportler. Zwei weiterer Brüder, Kieron und Oliver, starteten als Radrennfahrer bei Olympischen Spielen.[1]

In seiner Zeit als Rennfahrer galt McQuaid als starker Sprinter. Zu seinen Erfolgen zählen der Gewinn der irischen Straßenmeisterschaft 1974 und der Irland-Rundfahrt 1975 und 1976. Bei den Olympische Sommerspielen 1976 in Montreal durfte er nicht antreten, da er durch Teilnahme an einem Radrennen im Südafrika gegen den olympischen Sportboykott des damaligen Apartheidregimes verstieß.[1]

Karriere als Funktionär und Trainer[Bearbeiten]

Von 1981 bis 1984 war Pat McQuaid als Trainer beim irischen Radsportverband tätig und von 1994 bis 1998 dessen Vorsitzender. Im September 2005 wurde McQuaid zum Vorsitzenden der UCI gewählt. Er galt als von seinem Vorgänger Hein Verbruggen als Nachfolger protegierter Kandidat und daher als favorisiert. Seit 2010 ist er Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Seine Tätigkeit als Radsportfunktionär ist sehr umstritten: Ihm wird vorgeworfen, die UCI nicht glaubwürdig gegen Doping zu positionieren und insbesondere, dass er versucht habe, den Dopingfall des später disqualifizierten Alberto Contador bei der Tour de France 2010 zu vertuschen. Zu seinen schärfsten Kritikern gehören der dreimalige Tour de France-Sieger Greg Lemond, die ehemalige Präsidentin des Bund Deutscher Radfahrer Sylvia Schenk und der luxemburgische Verbandspräsident Jean Regenwetter[1] Ein weiterer Kritiker ist der irische Journalist und ehemalige Radprofi Paul Kimmage, der wie McQuaid zu einer irischen „Radsportdynastie“ gehört und den McQuaid, nach eigener Aussage, kennt, seitdem er ein Baby war.[2] Kimmage wurde von McQuaid, Verbruggen und der UCI wegen dessen Korruptionsvorwürfen Ende 2012 vor einem Schweizer Gericht verklagt wurde.[3] Im Februar 2014 zog McQuaid die Klage gegen Kimmage zurück, nachdem die UCI unter ihrem neuen Präsidenten Brian Cookson dies schon bei dessen Amtsantritt im September 2013 gemacht hatte.[4]

Im September 2013 wurden in einem 54-seitigen Dossier schwere Korruptionsanschuldigungen gegen McQuaid und seinen Vorgänger erhoben: Durch Zeugen und Dokumente sei belegt, dass man von einem Teameigner 250.000 € verlangt habe, weiterhin habe man gegen finanzielle Gegenleistungen versucht, die positive Dopingprobe von Alberto Contador 2010 zu vertuschen und den im Jahr 2013 wegen langjährigem Doping gesperrten Lance Armstrong mehrfach begünstigt, insbesondere zur Umgehung der Antidopingdopingbestimmungen, um Armstrongs Comeback bei der Tour Down Under 2009 zu ermöglichen. McQuaid erklärte, die Vorwürfe seien „falsch und nicht von einem Funken an Beweis“ gestützt.[5][6]

Bei der Wahl des UCI-Präsidenten im Rahmen der Straßenradsportweltmeisterschaft in Florenz am 27. September 2013 unterlag er seinem Konkurrenten Brian Cookson, der vom britischen Verband nominiert worden war.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pat McQuaid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rücktrittsforderungen: McQuaid mit dem Rücken zur Wand, rad-net.de vom 26. Oktober 2012
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLionel Birnie: Who is Pat McQuaid? Cycle Sport, September 2012, abgerufen am 19. Februar 2014 (englisch).
  3. UCI provides clarification regarding its case against Kimmage, cyclingnews vom 2. Oktober 2012
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMcQuaid zieht Klage gegen Kimmage zurück. radsport-news.com, 16. Februar 2014, abgerufen am 19. Februar 2014.
  5. McQuaid und Verbruggen werden der Korruption bezichtigt, radsport-news.com vom 10. September 2013
  6. Zusammenfassung von "A Report on Corruption in the Leadership of the Union Cycliste Internationale" (PDF; 1,6 MB) auf velonews.com abgerufen am 10. September 2013
  7. radsport-news.com: Cookson neuer UCI-Präsident - Machtwechsel im Weltradsport, radsport-news.com vom 27. September 2013