Pat Metheny

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pat Metheny 2006

Pat Metheny (* 12. August 1954 in Lee’s Summit, Missouri; als Patrick Bruce Metheny) ist ein US-amerikanischer Jazzgitarrist. Als Gastmusiker, Solokünstler und Leiter diverser eigener Formationen etablierte er sich seit Mitte der 1970er-Jahre als einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Jazzmusiker der Welt. Stilbildend wurde neben seinem eigenen Spiel auf verschiedenen akustischen und elektrischen Saiteninstrumenten auch seine Arbeit mit der "Pat Metheny Group", mit der ihm ein eigenständiger Ensembleklang gelang.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Pat Metheny, Barcelona 2008

Metheny begann bereits mit acht Jahren Trompete zu spielen. Erst mit zwölf wechselte er unter dem Einfluss von Wes Montgomery zur Gitarre. Mit 14 Jahren gewann er einen vom Jazzmagazin Downbeat gesponserten Gitarristenwettbewerb und konnte daraufhin an einem Lehrgang mit Lehrern wie Marian McPartland teilnehmen. Im Alter von 15 Jahren spielte er bereits mit den Jazz-Größen von Kansas City. Mit 18 wurde er Dozent für Gitarre an der University of Miami, ein Jahr später am Berklee College of Music in Boston.

Im Laufe seiner Karriere spielte Metheny mit den Jazzmusikern Gary Burton, Jaco Pastorius, Herbie Hancock, Michael Brecker, Jack DeJohnette, Dave Holland, Ornette Coleman, Charlie Haden, John Scofield, Eberhard Weber und vielen anderen, aber auch mit Musikern aus dem Popbereich wie Joni Mitchell, Bruce Hornsby sowie David Bowie (This is not America aus dem Film Der Falke und der Schneemann). Eine besondere Affinität hat Metheny zu brasilianischen Musikern, so ist er bei Aufnahmen von Celia Vaz, Leila Pinheiro, Tulio Mourao, Toninho Horta, Ricardo Silveira und Milton Nascimento vertreten. Darüber hinaus hat er die Karriere einiger Jazzmusikerinnen maßgeblich beeinflusst bzw. gefördert. So arbeitete er u. a. mit Silje Nergaard, Noa und Anna Maria Jopek zusammen.

Mailand Jazz Festival 2008

Für seine Leistungen als Gitarrist, Komponist und Produzent wurde Pat Metheny vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 20 Grammys – zuletzt im Jahr 2013 für sein 2012 veröffentlichtes Album Unity Band. "Kaum ein anderer Gitarrist vermochte im Laufe der Jahrzehnte so viele Impulse zu setzen wie Pat Metheny, dessen Stil zunächst für soundbetonte Fusion stand, der sich aber leichtfüßig in die Bereiche von Bebop, Harmolodic, Free Jazz, Hardcore und selbst Ambient vorzuarbeiten vermochte."[1] Er ist der Bruder des auch als Musikjournalist tätigen Flügelhornisten Mike Metheny. Verheiratet ist er mit der Fotografin und Galeristin Latifa Metheny (Tria Gallery, New York City), sie haben zwei Söhne, Jeff Kaiis und Nicolas Djakeem, sowie eine Tochter namens Maya Willow.

Die Pat Metheny Group[Bearbeiten]

Seit 1976 besteht die Pat Metheny Group, die Metheny zusammen mit Lyle Mays (Keyboard) gründete. Zur Originalbesetzung gehörten der Bassist Mark Egan und der Schlagzeuger Danny Gottlieb. Seit 1981 ist Steve Rodby als Bassist und Co-Produzent neben Lyle Mays und Pat Metheny permanentes Mitglied der Band, die auf ihren Tourneen auch immer wieder verschiedene Gastmusiker einsetzte.

Pat Methenys Kompositionen und Improvisationen sind außerordentlich melodiös. Dennoch fällt es schwer, sie zu kategorisieren. Seine Aufnahmen und Projekte weisen eine große Stilvielfalt auf, angefangen von Filmmusiken und den dichten und weit durcharrangierten Aufnahmen der Pat Metheny Group, über klassische Trio-Jazz-Standard-Aufnahmen bis hin zu stark experimentellen Aufnahmen und Free Jazz (z. B. auf dem 1985er Album Song X zusammen mit Ornette Coleman und vor allem 2002 auf dem Album Sign of 4 mit Derek Bailey).

Pat Metheny spielt auf seinen Aufnahmen und in Konzerten eine Reihe zum Teil ungewöhnlicher Gitarren, zum Beispiel seine 42-saitige Pikasso-Gitarre. Daneben setzt er seit dem Album Offramp der Pat Metheny Group von 1981 häufig auch Gitarrensynthesizer ein. Ihm zu Ehren brachte der Gitarrenhersteller Ibanez die Signature-Gitarren-Modellreihe PM heraus.

Besetzung der Pat Metheny Group seit 2005[Bearbeiten]

Pat Metheny, Antonio Sanchez und Gary Burton (v.l.n.r) beim Mailand Jazz Festival 2008

Im Januar 2005 erschien das neue Album der Pat Metheny Group The Way Up, eine Suite von Metheny und Lyle Mays, in der die neue Besetzung erstmals zu hören ist:

Pat Metheny Akustische Gitarre, E-Gitarre, Gitarrensynthesizer
Lyle Mays Klavier, Keyboard
Steve Rodby akustischer, elektrischer Bass, Cello
Cuong Vu Trompete, Gesang
Gregoire Maret Mundharmonika
Antonio Sanchez Schlagzeug

Als Gäste sind Richard Bona (Perkussioninstrumente, Gesang), der nicht mehr mit auf Tournee geht, sowie Dave Samuels (Perkussion) auf dem Album zu hören.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[2]
Orchestrion
  DE 64 12.02.2010 (1 Wo.)
  CH 83 14.02.2010 (1 Wo.)
  US 114 20.02.2010 (… Wo.)
What's It All About
  DE 53 01.07.2011 (… Wo.)
  CH 80 03.07.2011 (… Wo.)
  US 125 02.07.2011 (… Wo.)
Unity Band
  DE 72 22.06.2012 (… Wo.)
  AT 75 29.06.2012 (… Wo.)
Kin (Pat Metheny Unity Group)
  DE 64 21.02.2014 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung
  • Bright Size Life (Pat Metheny, 1976)
  • Watercolors (Pat Metheny, 1977)
  • Pat Metheny Group (Pat Metheny Group, 1978)
  • New Chautauqua (Pat Metheny, 1978)
  • American Garage (Pat Metheny Group, 1979)
  • 80/81 (Pat Metheny, 1980)
  • As Falls Wichita, so Falls Wichita Falls (Pat Metheny und Lyle Mays, 1980)
  • Offramp (Pat Metheny Group, 1981)
  • Travels (Pat Metheny Group, 1983 ECM Records GmbH)
  • First Circle (Pat Metheny Group, 1984)
  • Rejoicing (1985)
  • The Falcon and the Snowman, 1985 (Soundtrack zum Film Der Falke und der Schneemann)
  • Song X (Pat Metheny, Ornette Coleman, 1985, 2006 auch mit Bonustracks)
  • Still Life (talking) (Pat Metheny Group März/April 1987 at Power Station, NYC)
  • Letter from Home (Pat Metheny Group, 1989)
  • Question and Answer (Pat Metheny, Roy Haynes,Dave Holland, 1990)
  • Secret Story Live (Pat Metheny, 1992)
  • The Road to You Live (Pat Metheny Group, 1993)
  • Zero Tolerance for Silence (Pat Metheny, 1992)
  • I Can See Your House From here (John Scofield & Pat Metheny, 1994)
  • We Live Here (Pat Metheny Group, 1995)
  • Passagio Per Il Paradiso (OST) (Pat Metheny, 1996)
  • Quartet (Pat Metheny Group, 1996)
  • Beyond the Missouri Sky (Charlie Haden & Pat Metheny, 1997)
  • Imaginary Day (Pat Metheny Group, 1997)
  • A Map of the World, 1999 (Soundtrack zum gleichnamigen Film A Map of the World)
  • Jim Hall & Pat Metheny (1999)
  • Trio 99-00 (Pat Metheny, 2000)
  • Trio Live (2000)
  • Speaking of Now (Pat Metheny Group, 2002)
  • One Quiet Night (Pat Metheny, 2003)
  • The Way Up (Pat Metheny Group, 2005)
  • Metheny Mehldau (Pat Metheny, Brad Mehldau, 2006)
  • Metheny Mehldau Quartet (2007)
  • Secret Story (Deluxe Edition mit 5 Bonustracks) (Pat Metheny, 2007)
  • Pilgrimage (Michael Brecker, 2007)
  • Day Trip (Pat Metheny Trio, Feb. 2008)
  • Upojenie (Pat Metheny & Anna Maria Jopek, 2008)
  • Blue Asphalt (Pat Metheny Group, Aug. 2008) (Live-Aufnahme von 1977 [3])
  • Quartet Live! (Steve Swallow, Gary Burton, Pat Metheny, Antonio Sanchez, 2009)
  • Orchestrion (Pat Metheny, 2010)
  • What's It All About (solo, Nonesuch, 2011)
  • Unity Band (Pat Metheny mit Chris Potter, Ben Williams, Antonio Sanchez - Nonesuch, 2012)[4][5]
  • The Orchestrion Project (Pat Metheny, 2013)
  • Tap: John Zorn's Book of Angels, Vol. 20 (Pat Metheny, 2013)
  • Kin (<-->) (Pat Metheny Unity Group, 2014)

Literatur[Bearbeiten]

  • Gero Günther: Pat Metheny über Instinkt. In: Mercedes-Magazin. 5/2008, S. 23–28 (PDF; 734 KB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Fußnoten[Bearbeiten]

  1. "Reclams Jazzlexikon", herausgegeben von Wolf Kampmann und Ekkehard Jost, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 2009
  2. Chartquellen: DE AT CH UK US
  3. http://www.hartdyke.com/trades/metheny/blueasphalt.html
  4. Arguably one of Metheny’s best releases in recent times, Rezension von Kevin Le Gendre vom 1. Juni 2012 auf BBC Review, abgerufen am 11. Juni 2012
  5. Jazz City CD Review, Rezension von Michael Rüsenberg, abgerufen am 14. Juni 2012