Paternalismus

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Mit Paternalismus (von lat. pater = Vater) wird eine Herrschaftsordnung beschrieben, die im außerfamiliären Bereich ihre Autorität und Herrschaftslegitimierung auf eine vormundschaftliche Beziehung zwischen Herrscher/Herrschern und den Herrschaftsunterworfenen begründet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definitionen

Quellenangaben
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Paternalismus: "Herrschaftsform in nicht-familialen Bereichen, in denen die Führung aufgrund väterlicher Autorität beansprucht wird. Entstammt der familialen Ordnung der vorindustriellen Gesellschaft. Übertragen auf moderne Organisationen, widerspricht der Paternalismus demokratischen Strukturen. Der Paternalismus betont besonders die Fürsorgepflicht und sieht eine Beteiligung der Untergebenen an Entscheidungen prinzipiell nicht vor." (Soziologie-Lexikon)

Als paternalistisch wird umgangssprachlich auch eine Handlung bezeichnet, wenn sie gegen den Willen, aber auf das Wohl eines anderen gerichtet ist. Ein Beispiel hierfür ist die Anschnallpflicht.

[Bearbeiten] Beispiele

Der Ausdruck „Paternalismus“ bezeichnet auch eine Idee Robert Owens zur Lösung der sozialen Frage in Deutschland im 19. Jahrhundert. Es bezeichnet die private betriebliche Sozialpolitik der Großunternehmer (wie Krupp, Stumm u.a.). Diese Leistungen boten den Arbeitern Betriebskrankenkassen, Betriebliche Altersversorgung, Unterstützung in Notlagen, Werkswohnungen sowie Werkskantinen. Ziel dessen war es, den Betrieb als kombinierten Herrschaftsbereich, Produktionsbereich und als Lebensgemeinschaft auszubauen. „Alles für den Arbeiter - nichts durch den Arbeiter“ war damals die Parole.

Ein weiteres charakteristisches Beispiel für eine paternalistische Ideologie bildet die Selbstwahrnehmung der Sklaven haltenden Pflanzer in den Südstaaten der Vereinigten Staaten im 17. bis 19. Jahrhundert.[1]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ira Berlin: Generations of Captivity: A History of African-American Slaves, Cambridge, London: The Belknap Press of Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01061-2, S. 63

[Bearbeiten] Siehe auch

Wiktionary
 Wiktionary: Paternalismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

[Bearbeiten] Literatur

  • Johannes Giesinger: Pädagogischer Paternalismus. Eine ethische Rechtfertigung. Dissertation, Universität Zürich 2005 (Volltext)
  • Kai Möller: Paternalismus und Persönlichkeitsrecht. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11679-8 (zugl. Dissertation, Universität Freiburg im Breisgau, 2004)
  • Heiko Ulrich Zude: Paternalismus. Fallstudien zur Genese des Begriffs. Alber, Freiburg im Breisgau 2006, ISBN 3-495-48178-8

[Bearbeiten] Weblinks

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