Patricia Krenwinkel

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Patricia Diane Krenwinkel alias „Katie“ (* 3. Dezember 1947 in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Mörderin und Mitglied der Manson Family, die unter anderem für die Morde an der Filmschauspielerin Sharon Tate sowie an dem Supermarktbesitzer Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary mitverantwortlich ist.

Leben[Bearbeiten]

Patricia Krenwinkel ist die Tochter eines Versicherungsvertreters; sie hat eine ältere Schwester Charlene aus der ersten Ehe ihrer Mutter. Als Teenager war sie übergewichtig und langweilte sich in einer Vorortsiedlung von Los Angeles. Ihr Übergewicht bekämpfte sie mit Amphetaminen, die sie sich bei ihrer drogenabhängigen Schwester beschaffte. Unzufrieden mit ihrem Dasein begann sie sich im Alter von 15 Jahren in Hippiekommunen herumzutreiben. Als sie 17 Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden.

„Pat“ schloss die Schulbildung an der Westchester High School in Los Angeles ab. Anschließend zog sie nach Alabama, um an einem katholischen College zu studieren. Bereits nach einem Jahr flog sie von der Schule und zog zurück nach Kalifornien.

Nach einigen erfolglosen Gelegenheitsjobs teilte sie sich ein Appartement mit ihrer mittlerweile heroinabhängigen Schwester Charlene und begegnete dort dem Musiker Charles Manson, dessen merkwürdige Ideologien die verschüchterte und unsichere Frau sofort anzogen. Im Herbst 1967 zog Krenwinkel mit Manson und weiteren Frauen, die er mittlerweile um sich geschart hatte, in einem ausgedienten schwarzbemalten Schulbus durch Kalifornien. Charles Manson gab ihr den Spitznamen „Katie“.

In der Nacht vom 8. zum 9. August 1969 töteten Patricia „Katie“ Krenwinkel, Susan „Sadie“ Atkins und Charles „Tex“ Watson auf grausame Weise fünf Personen auf dem Anwesen von Sharon Tate und Roman Polański. Sämtliche Gäste inklusive der hochschwangeren Tate wurden erschossen, niedergestochen oder zu Tode gequält. In der folgenden Nacht wurden der Supermarktkettenbesitzer LaBianca und dessen Ehefrau in ihrer Wohnung am Waverly Drive auf ähnliche Weise ermordet. Neben Krenwinkel waren Watson und Leslie Van Houten an den Morden beteiligt. Krenwinkel stach unzählige Male auf Rosemary LaBianca ein. Leno LaBianca rammte sie eine Gabel in den Unterleib und ritzte das Wort WAR (dt. Krieg) in den Bauch des sterbenden Mannes.

Nach den Mordnächten flüchtete Katie/Patricia auf Geheiß von Manson zu ihrer Tante nach Alabama. Im Dezember 1969 wurde sie wegen der Morde an Tate und dem Ehepaar LaBianca verhaftet. Vor allem die Zeugenaussage des „Family“-Mitglieds Linda Kasabian, die als Fahrerin an den Morden beteiligt war, belastete Krenwinkel schwer. 1971 wurde sie zum Tode verurteilt; die Strafe wurde allerdings aufgrund einer Gesetzesänderung in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

In den folgenden Jahren distanzierte sich Patricia Krenwinkel von Charles Manson und zeigte sich später als die Reumütigste aus dem Gefolge der Manson Family. In einem Interview sagte sie einmal: „Ich wache jeden Tag in dem Wissen auf, das Wertvollste überhaupt zerstört zu haben: Das Leben“.

Patricia „Katie“ Krenwinkel ist bis heute in der Frauenvollzugsanstalt in Corona inhaftiert. Seit dem Tod von Susan Atkins am 24. September 2009 ist sie die am längsten einsitzende Gefängnisinsassin der Vereinigten Staaten. Ihr dreizehntes Gesuch um vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung wurde am 20. Januar 2011 abgelehnt.[1] Die nächste Anhörung ist im Januar 2018 vorgesehen.

In der Kunst[Bearbeiten]

Die Geschichte der Manson Familie war Thema etlicher Filme. Patricia Krenwinkel wurde dabei von verschiedenen Schauspielerinnen dargestellt:

  • Manson (2009) dargestellt von Cat McCormick
  • Will You Kill for Me? Charles Manson and His Followers (2008) dargestellt von Gina Limbrick
  • Helter Skelter (2004) dargestellt von Allison Smith
  • The Manson Family (2003) dargestellt von Leslie Orr
  • The Book of Manson (1989) dargestellt von Jennifer Schwartz
  • Helter Skelter (1976) (TV) dargestellt von Christina Hart[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ed Sanders: The Family: Die Geschichte von Charles Manson. Deutsche Übersetzung bei Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-499-19644-1.
  • Carol Greene: Der Fall Charles Manson. Mörder aus der Retorte. E.I.R. 2001, ISBN 3-925725-13-X.
  • Vincent Bugliosi, Curt Gentry: Helter Skelter: The True Story of the Manson Murders. W. W. Norton & Company, 2001, ISBN 0-393-32223-8. (englisch)
    • Deutsche Ausgabe: Helter Skelter. Der Mordrausch des Charles Manson, Riva Verlag, München 2010 ISBN 978-3-86883-057-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAZ vom 22. Januar 2011: Manson Anhängerin bleibt im Gefängnis
  2. Übersicht in der Internet Movie Data Base