Patrick Blanc

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Dieser Artikel behandelt den französischen Botaniker. Ein Artikel über den gleichnamigen Sportler und Bergsteiger findet sich unter Patrick Blanc (Bergsteiger)
Patrick Blanc

Patrick Blanc (* 1953 in Paris) ist ein französischer Botaniker am CNRS und Gartenkünstler. Bekannt geworden ist er durch seine „Pflanzenwände“ (murs végétaux), senkrechte Beete, auf denen er dem jeweiligen Lokalklima angepasste Pflanzen wachsen lässt.

Vertikale Gärten, grüne Wände[Bearbeiten]

Pflanzenwand von Patrick Blanc in Avignon
Pflanzenwand von Patrick Blanc, CaixaForum Madrid
Patrick Blanc vor einer neubepflanzten Wand

Im Alter von 19 Jahren, während seines Studiums, ging er nach Thailand. Dabei stellte er fest, dass Pflanzen an fast jedem erdenklichen Ort wachsen und keine Erde brauchen, wenn sie nur Wasser und Licht bekommen. Er beobachtete Pflanzen, die von Kliffs hingen, an Felswänden emporklettern oder sich an Höhlendecken krallen. Zurückgekehrt entwickelte er 1982 an seinem Haus in Paris seinen ersten vertikalen Garten. Das technische Verfahren, über das er sich ein Patent erteilen ließ, besteht aus einem Filz aus Acryl, der an eine Wand geheftet wird. Darüber wird ein grobmaschiges Gitter befestigt. In die Wand werden Bewässerungsrohre integriert, die jeden Tag ein paar mal einige Minuten Wasser abgeben. In Schlitze, die in den Filz geschnitten sind, werden dann Setzlinge gepflanzt. Der Erfolg der Bepflanzung hängt von der Auswahl von Pflanzen ab, die an Lage, Sonneneinstrahlung, Himmelsrichtung und Klima angepasst sein müssen. Hier kommen Patrick Blanc seine umfassenden Kenntnisse als Botaniker zugute. In Mitteleuropa wählt er eine Mischung winterfester Farne, Moose, Gräser und Büsche.[1]

Seinen Durchbruch als Gartenarchitekt erlebte er 1988 bei einer Gartenschau in Chaumont sur Loire.

In der Folge arbeitete er auch mit prominenten Architekten zusammen. Bekannt wurden seine grünen Wände am Verwaltungsgebäude des Museum Quai Branly von Jean Nouvel, Herzog & de Meuron ließen ihn gegenüber dem Prado in Madrid eine 600 m² große Wand am Caixa-Forum gestalten.[1]

Der Forscher[Bearbeiten]

Patrick Blanc ist Mitglied der Forschergruppe Biodiversité Tropicale et Facteurs Environnementaux (BIOTROP), die sich mit der Ökologie tropischer Regenwälder befasst.[2][3] Die Forschergruppe gehört zum Institut Ecologie et Environnement (INEE) des CNRS und dort zur Einheit UMR7179 Mécanismes adaptatifs: des organismes aux communautés, Département d'Ecologie et Gestion de la Biodiversité in Brunoy.[4]

Projekte[Bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Être plante à l'ombre des forêts tropicales, 2002
  • Vertikale Gärten: Die Natur in der Stadt, Ulmer Verlag, 2009

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Vorwerk: Die Hängenden Gärten des Patrick Blanc, Artikel aus der Zeitschrift Taspo Gartendesign, ISSN 1862-1511, Jg. 39, Nr.1, 2009, S. 42-44
  • Anke Schipp: Vertikale Gärten: die grüne Avantgarde, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juni 2010, S. 53

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b David Schumacher: Der Steinwandgärtner, in: how to spend it, Ausgabe 8, Oktober 2009 (Beilage der Financial Times Deutschland)
  2. http://www.mabiodiv.cnrs.fr/RubriquesEnFrancais/Recherches/Equipe_BioTrop.html
  3. http://www.mabiodiv.cnrs.fr/RubriquesEnFrancais/Organigramme/Organigramme.html
  4. http://www.mabiodiv.cnrs.fr/

Siehe auch[Bearbeiten]

Dachbegrünung und „Baummieter“ auf einem Haus von Friedensreich Hundertwasser
  • Ein weiterer Befürworter und Gestalter begrünter und bepflanzter Häuser war Friedensreich Hundertwasser. Dessen Schwerpunkt war aber die Horizontale, während Blancs Spezialität die Vertikale ist.
  • Tita Giese

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Patrick Blanc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien