Patrick Marleau

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KanadaKanada Patrick Marleau Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 15. September 1979
Geburtsort Aneroid, Saskatchewan, Kanada
Größe 191 cm
Gewicht 95 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center/Linker Flügel
Nummer #12
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1997, 1. Runde, 2. Position
San Jose Sharks
Spielerkarriere
1995–1997 Seattle Thunderbirds
seit 1997 San Jose Sharks

Patrick Denis Marleau (* 15. September 1979 in Aneroid, Saskatchewan) ist ein kanadischer Eishockeyspieler. Zurzeit spielt er für die San Jose Sharks in der National Hockey League auf der Position des Centers. Marleau war ab der zweiten Hälfte der Saison 2003/04 bis zum Sommer 2009 Kapitän des Teams aus Nordkalifornien.

Karriere[Bearbeiten]

Marleau zog es, nachdem er als Juniorenspieler nahe seinem Heimatort in Swift Current gespielt hatte, in die Western Hockey League zu den Seattle Thunderbirds. Dort spielte der Kanadier von 1995 bis 1997 überaus erfolgreich. In 143 Spielen für das Team erzielte er 199 Punkte und wurde am Ende der Saison 1996/97 ins West First All-Star Team der Liga berufen.

Marleau im Trikot der San Jose Sharks

Durch seine starken Vorstellungen an der US-amerikanischen Westküste machte Marleau die San Jose Sharks auf sich aufmerksam, die ihn im NHL Entry Draft 1997 in der ersten Runde an zweiter Position auswählten, nur hinter seinem momentanen Mannschaftskollegen Joe Thornton. Kurz nach seinem 18. Geburtstag gab Marleau am 1. Oktober 1997 sein Debüt in der National Hockey League, nachdem er im saisonvorbereitenden Trainingscamp des Teams einen starken Eindruck hinterlassen hatte. Sein erstes NHL-Tor am 19. Oktober 1997 machte ihn zum zweitjüngsten Spieler mit einem Torerfolg in der NHL seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In den folgenden Jahren entwickelte sich Marleau von einem in einer defensiven Rolle spielenden Stürmer, der er in seiner Rookiesaison war, mehr und mehr zu einem Spieler mit offensiven Qualitäten und zudem zum Führungsspieler des Teams. So übernahm er zur Mitte der Saison 2003/04, am 5. Januar 2004, die Rolle des Mannschaftskapitäns, nachdem sein damaliger Mannschaftskollege und Kapitän des Teams Alyn McCauley dem Management empfohlen hatte, Marleau das Amt dauerhaft zu übertragen, da im Verlauf der Saison mehrere Spielern das „C“ getragen hatten.

Nach dem NHL-Lockout 2004/05 stellte er in der Saison 2005/06 Karrierebestmarken in den Kategorien Tore, Vorlagen und Punkte auf, zudem wurde er für die Lady Byng Memorial Trophy nominiert. Seit dem 4. Januar 2007 ist er der Spieler mit den meisten Punkten in der Franchise-Geschichte der Sharks und seit dem 11. Januar 2007 der Spieler mit den meisten Toren, zudem hat er auch die meisten Spiele für das Team bestritten und die meisten Tore vorbereitet.

Marleau mit dem charakteristischen „C“ des Kapitäns

Nach der enttäuschenden Leistung Marleaus im Verlauf der Playoffs der Saison 2006/07, in denen er in sechs Spielen gegen die Detroit Red Wings keinen Scorerpunkt erzielen konnte, keimten in der Sommerpause erstmals Wechselgerüchte auf und sein Name wurde mit den Toronto Maple Leafs und Montréal Canadiens in Verbindung gebracht. Die Sharks verlängerten seinen im Sommer 2008 auslaufenden Vertrag im August 2007 jedoch vorzeitig um zwei Jahre bis ins Jahr 2010 hinein. Trotzdem konnte der Center in der ersten Hälfte der Spielzeit 2007/08 nicht an die Leistungen vorheriger Jahre anknüpfen, wodurch weiterhin Gerüchte über einen möglichen Transfer des Kapitäns kursierten. Diese setzten sich auch im Verlauf des Sommers 2008 fort, obwohl sich Marleau im letzten Saisondrittel sowie in den Playoffs hatte deutlich steigern können. Seine 48 Scorerpunkte stellten dennoch eine deutliche Verschlechterung zu den beiden vorangegangenen Spielzeiten dar, in denen er 86 und 78 Punkte erreicht hatte. Bedingt durch einen Trainerwechsel in San Jose im Sommer 2008 wechselte Marleau zur Spielzeit 2008/09 auf den linken Flügel der ersten Angriffsreihe und fand zu alter Stärke zurück. Dennoch war der Trainerstab trotz des erstmaligen Gewinns der Presidents' Trophy nicht mit seinem Kapitän zufrieden, da die Mannschaft bereits in der ersten Playoff-Runde ausschied. Marleau wurde daraufhin das Kapitänsamt entzogen und an Rob Blake weitergegeben. Davon unbeeindruckt spielte Marleau die beste erste Saisonhälfte seiner Karriere und war Mitte Januar 2010 der erste Spieler der Saison, der die 30-Tore-Marke erreichte.

International[Bearbeiten]

Marleau lief mit der kanadischen Nationalmannschaft erstmals bei den Weltmeisterschaften 1999 und 2001 auf. Jedoch verbuchte er dabei keine nennenswerten Erfolg, da die Mannschaft 1999 im Spiel um den dritten Platz unterlag und 2001 bereits im Viertelfinale scheiterte. Beim World Cup of Hockey 2004 gewann er dann, obwohl er in keinem Spiel eingesetzt wurde, die Goldmedaille. Ebenso wie ein Jahr zuvor bei der Weltmeisterschaft 2003, bei der er aufgrund von diagnostiziertem Prostatakrebs bei seinem Vater eigentlich nicht spielen wollte. Bei der Weltmeisterschaft 2005 errang er mit dem Team die Silbermedaille, nachdem das Finale gegen Tschechien verloren ging. Im Sommer 2009 erhielt der Stürmer als einer von 46 Spielern eine Einladung in das vorbereitende Trainingscamp für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. Die endgültige Bestätigung seiner Teilnahme erhielt er am 30. Dezember 2009. 2014 wurde er mit der kanadischen Nationalmannschaft Olympiasieger.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2007 NHL All-Star Game
  • 2009 NHL All-Star Game
  • 2009 Seagate Technology „Sharks Player of the Year“ Award
  • 2010 Seagate Technology „Sharks Player of the Year“ Award

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Marleau (rechts) im Duell mit Michael Cammalleri von den Los Angeles Kings
Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1995/96 Seattle Thunderbirds WHL 72 32 42 74 22 5 3 4 7 4
1996/97 Seattle Thunderbirds WHL 71 51 74 125 37 15 7 16 23 12
1997/98 San Jose Sharks NHL 74 13 19 32 14 5 0 1 1 0
1998/99 San Jose Sharks NHL 81 21 24 45 24 6 2 1 3 4
1999/00 San Jose Sharks NHL 81 17 23 40 36 5 1 1 2 2
2000/01 San Jose Sharks NHL 81 25 27 52 22 6 2 0 2 4
2001/02 San Jose Sharks NHL 79 21 23 44 40 12 6 5 11 6
2002/03 San Jose Sharks NHL 82 28 29 57 33
2003/04 San Jose Sharks NHL 80 28 29 57 24 17 8 4 12 6
2004/05 San Jose Sharks NHL nicht gespielt wegen Lockout
2005/06 San Jose Sharks NHL 82 34 52 86 26 11 9 5 14 8
2006/07 San Jose Sharks NHL 77 32 46 78 33 11 3 3 6 2
2007/08 San Jose Sharks NHL 78 19 29 48 33 13 4 4 8 2
2008/09 San Jose Sharks NHL 76 38 33 71 18 6 2 1 3 8
2009/10 San Jose Sharks NHL 82 44 39 83 22 14 8 5 13 8
2010/11 San Jose Sharks NHL 82 37 36 73 16 18 7 6 13 9
2011/12 San Jose Sharks NHL 82 30 34 64 26 5 0 0 0 4
2012/13 San Jose Sharks NHL 48 17 14 31 24 11 5 3 8 2
WHL gesamt 143 83 116 199 59 20 10 20 30 16
NHL gesamt 1165 404 457 861 391 140 57 39 96 65

International[Bearbeiten]

Vertrat Kanada bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
1995 Kanada Western U17-WHC
1999 Kanada WM 7 1 2 3 0
2001 Kanada WM 7 2 3 5 4
2003 Kanada WM 9 0 4 4 4
2004 Kanada World Cup ohne Einsatz
2005 Kanada WM 9 2 2 4 4
2010 Kanada Olympia 7 2 3 5 0
Junioren gesamt
Herren gesamt 39 7 14 21 12

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Sonstiges[Bearbeiten]

Marleau hat mit dem früheren NHL-Spieler Trent McCleary im Jahr 2001 die Trent McCleary - Patrick Marleau Sport and Recreation Foundation gegründet, welche Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren finanziell unterstützt, damit deren sportliches Potential gefördert werden kann. Seit 2007 unterstützt auch Travis Moen die Stiftung, wodurch diese seitdem Trent McCleary - Patrick Marleau - Travis Moen Sports and Recreation Foundation heißt. McCleary, der seine Karriere aufgrund eines Unfalls vorzeitig im Jahr 2000 beenden musste, Marleau und Moen stammen alle aus oder der Umgebung von Swift Current.

Weblinks[Bearbeiten]