Patrick S. Moore

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Patrick S. Moore (* 21. Oktober 1956 in Seattle) ist ein US-amerikanischer Epidemiologe und Virologe, bekannt für die Entdeckung zweier menschlicher Tumorviren.

Moore studierte Chemie und Biologie am Westminster College in Salt Lake City (Bachelor Abschluss), der Stanford University (Master Abschluss, MS), an der University of Utah (M. D. Abschluss und Master of Philosophy, MPhil) und der University of California, Berkeley (Master of Public Health, M.P.H.). 1985 war er am Bawku Presbyterian Hospital in Ghana und 1986 in einem Onchozerkose Forschungsprojekt in Liberia. Danach arbeitete er als Epidemiologe am Centers for Disease Control and Prevention (CDC), wo er Richtlinien gegen Gehirnhautentzündung (Meningokokken- Enzephalitis) entwickelte (wofür er den Langmuir Preis der CDC erhielt), 1989 bis 1991 an Studien zur Vorsorge gegen Aids in Kalifornien beteiligt war (Berkeley) und 1992 ein Team im somalischen Bürgerkrieg und der damit verbundenen Hungersnot leitete (während dieser Zeit war er Leiter der Arboviren Gruppe des CDC in Fort Collins). Danach arbeitete er kurzzeitig als Epidemiologe für die Stadt New York City (Deputy Commissioner, NY City Department of Health), wandte sich dann aber im Labor seiner Ehefrau Yuan Chang an der Columbia University der molekulargenetischen Virusforschung zu. Nachdem beide einen neuen menschlichen Tumorvirus entdeckten, erhielt er dort auch eine Festanstellung als Assistant Professor for Public Health in der Abteilung für Epidemiologie, ab 1998 mit einer vollen Professur. Er ist wie Chang seit 2002 Professor an der University of Pittsburgh (Cancer Institute) und beide leiten dort ein eigenes Labor. Moore ist an der Universität Direktor des Molecular Virology Programms.

Zusammen mit seiner Ehefrau, der Virologin Yuan Chang entdeckte er zwei (von bisher sieben bekannten) Krebsviren bei Menschen, den KSHV (Kaposi’s Sarcoma Associated Herpes Virus, auch Human Herpesvirus 8, HHV-8), Auslöser des Kaposi-Sarkoms und anderer Krankheiten, und den Merkel-Zellen-Polyomavirus, wahrscheinlicher Verursacher des Merkelzellkarzinoms. Beide entdeckten den KSHV Virus 1994, sequenzierten des Genom und identifizierten mit ihm verbundene Onkogene und entwickelten Tests auf den Virus. Sie entwickelten eine neue Technik (Digital Transcriptome Subtraction, DTS), mit der sie ihren zweiten Virus (Merkelzell-Polyomavirus) entdeckten.

Mit Yuan Chang erhielt er 1998 den Robert-Koch-Preis und beide erhielten den Charles S. Mott Prize for Cancer Research von General Motors und 1997 den Meyenburg-Preis.

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