Patrol Boat River

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Patrol Boat River
PBR Mark II
PBR Mark II
Übersicht
Typ Patrouillenboot
Einheiten 140 gebaut
1. Dienstzeit Flagge
Dienstzeit

seit 1966

Technische Daten
Verdrängung

7,03 Tonnen

Länge

9,45 Meter

Breite

3,96 Meter

Tiefgang

0,6 Meter

Besatzung

4

Antrieb

2×Detroit-Dieselmotoren mit je 255 PS

Geschwindigkeit

27,8 Knoten

Als Patrol Boat River (auch Rigid oder Riverine), kurz PBR oder lautmalerisch Pibber, wird von der US Navy eine Klasse kleiner, leichter Patrouillenboote für den Einsatz in flachen Küstengewässern und Flüssen bezeichnet, die insbesondere im Vietnamkrieg ab 1966 zum Einsatz kam. Später wurde das Boot auch von der US Army in derselben Rolle eingesetzt.

Technik[Bearbeiten]

Der Rumpf des PBR bestand aus glasfaserverstärktem Kunststoff und war daher sehr leicht, aber dennoch stabil. Im Bug befand sich ein dreh- und schwenkbares Zwillings-12,7mm-Maschinengewehr in einem mit Keramikplatten gepanzerten, offenen Turm. Dahinter befand sich die kleine Kajüte unterhalb der offenen Brücke. Auf einem Mast vor der Brücke befand sich das Raytheon 1900/W-Aufklärungsradar. Auf dem flachen Heck befand sich ein weiteres 12,7mm-Maschinengewehr, sowie ein bis zwei M60 Maschinengewehre oder MK-19 Maschinengranatwerfer. Auch wurden hier im Bedarfsfall weitere Waffen, wie leichte Mörser, Flammenwerfer, 20mm-Maschinenkanonen oder rückstoßfreie Geschütze untergebracht. Dazu kam die persönliche Bewaffnung der Besatzung, die aus M16-Gewehren und M79-Granatwerfern bestand.

Im Heck befanden sich auch die beiden Detroit-Dieselmotoren mit je 255 PS, die ihre Leistung auf zwei Wasserstrahlantriebe übertrugen, die pro Minute 22.712 Liter Wasser fördern konnten. Dieser Antrieb ermöglichte den Booten eine hohe Wendigkeit. Nach den ersten Einsatzerfahrungen in den Flüssen Vietnams wurde der Durchmesser der Wasserstrahlantriebe beim Mark-II-Modell vergrößert, weil diese oftmals Probleme mit dem dichten Bewuchs in den Flüssen hatten, der sich um die Impeller wickelte. Dies führte aber auch zu einer leichten Reduktion der Höchstgeschwindigkeit.

Einsatz[Bearbeiten]

Zwillingsmaschinengewehr im Bug

Die ersten PBRs gelangten im März 1966 nach Vietnam und wurden der Mobile Riverine Force unterstellt, die die Einsätze auf den großen Flüssen, besonders im Flussdelta des Mekong koordinierte. Zuvor waren die Besatzungen mehrere Monate in Coronado, Kalifornien und Mare Island trainiert worden. Im Rahmen der Operation Game Warden patrouillierten die PBRs auf nahezu allen größeren Flüssen Südvietnams. Durch den geringen Tiefgang von nur 60 cm konnten die Boote auch in flachen Seitenarmen fahren. Die Hauptaufgabe der PBRs und ihrer Besatzungen, die meist durch einen vietnamesischen Dolmetscher ergänzt wurden, bestand aus der Kontrolle und Durchsuchung einheimischer Boote nach Waffen und sonstigen Schmuggelwaren. Aber auch zum Absetzen von Seal-Teams wurden die Boote verwendet.

Noch während des Vietnamkriegs wurde der Nachfolger eingeführt, das Special Operations Craft-Riverine ersetzt das PBR und wird vor allem für Einsätze der Seals verwendet. Trotzdem wurde der Bootstyp noch bis in die 1990er Jahre, vor allem als leichtes Begleitboot, eingesetzt, unter anderem im Panamakanal.

Trivia[Bearbeiten]

Im Film Apocalypse Now spielt ein großer Teil der Handlung auf einem PBR.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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