Pattani

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Dieser Artikel beschreibt die thailändische Provinzhauptstadt Pattani, für die gleichlautende Sprache (Pattani-Malaiisch) siehe Yawi (Sprache).
ปัตตานี
Pattani
Pattani (Thailand)
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Koordinaten 6° 50′ N, 101° 20′ O6.8333333333333101.33333333333Koordinaten: 6° 50′ N, 101° 20′ O
Basisdaten
Staat Thailand

Provinz

Pattani
Einwohner 55.000

Pattani (in Thai ปัตตานี) ist eine Stadt (Thesaban Mueang) der Provinz Pattani in Süd-Thailand. Pattani ist ebenfalls die Hauptstadt des Landkreises (Amphoe) Mueang Pattani in der der Provinz (Changwat) Pattani.

Lage[Bearbeiten]

Pattani liegt am Golf von Thailand inmitten eines fruchtbaren Beckens im tiefen Süden von Thailand. Sie ist von der Hauptstadt Bangkok etwa 1050 Kilometer entfernt. Die Küste ist idyllisch und bietet eine sehr schöne Szenerie. Das Hinterland wird von den Ausläufern des Tenasserim-Gebirges beherrscht.

Pattani ist das Zentrum der Moslems in Thailand.

Wirtschaft und Bedeutung[Bearbeiten]

Der Handelsplatz ist heute praktisch ohne Bedeutung, der Hafen ist versandet und kann nur für Küstenverkehr genutzt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Pattani ist seit über einem Jahrtausend als Handelsplatz bekannt. Seit der ersten Bekanntschaft mit den Europäern (1509 mit Portugiesen) war Pattani, das frühe deutschsprachige Reisende als „Königreich Pattana“ oder „Königreich Betanien“ in ihrer Heimat bekannt machten, Umschlagplatz für Waren von und nach Europa. Auch mit Indien und China wurden Waren ausgetauscht. Die Herrscher waren moslemische Rajas, die jedoch meistens die Oberhoheit von Srivijaya, Sukhothai und Ayutthaya anerkennen. Anfang des 17. Jahrhunderts entrichtete die damalige „Königin von Betanien“ allerdings keine Tribute an den Herrscher von Ayutthaya, weswegen dieser Ende 1624 eine Strafexpedition in den Süden schickte. Dieses Korps wurde darauf von einem Heer von 3000 Bethaniern geschlagen, die von sechs Dutzend Europäern, vor allem Holländern und Portugiesen, darunter der österreichische Weltreisende und Abenteurer Christoph Carl Fernberger unterstützt wurde. Der siamesische Heerführer wurde am 3. Februar 1625 gefangengenommen. Am 13. Februar kam es zu einem vorübergehenden Friedensschluss zwischen den beiden Königreichen.

1619 fand in der Bucht vor Pattani ein Scharmützel zwischen holländischen und englischen Kriegsschiffen statt, aus dem die Engländer als Sieger hervorgingen.

Zu Beginn des Pazifikkriegs war Pattani einer der Hauptlandungsorte der Japaner zur Eroberung der malaiischen Halbinsel. Sie landeten im Morgengrauen des 8. Dezember 1941 ohne nennenswerte Gegenwehr ihre Truppen und rückten von hier aus weiter nach Süden vor.

Siehe auch Geschichte Thailands.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Große Moschee gilt als nationale Kulturstätte, der Staat fördert ihren Erhalt
  • Zentral-Moschee - größte Moschee in Thailand mit Zwiebelturm, liegt am Stadtrand.
  • Fischerdorf - malerische alte Anlage an der Mündung des Maenam Pattani in den Golf von Thailand.
  • Chao Maelim Kohnaeo Festival - zweites Februar-Wochenende, Höhepunkt ist der Lauf von Moslem-Gläubigen über glühende Kohlen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl R. Wernhart: Christoph Carl Fernberger. Der erste österreichische Weltreisende 1621-1628. Wien 1972.

Weblinks[Bearbeiten]