Paul Baudouin

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Paul Baudouin[1] (* 19. Dezember 1894 in Paris; † 10. Februar 1964) war ein französischer Politiker.

Karriere und Leben[Bearbeiten]

Baudouin war Student der École polytechnique. 1930 wurde er Direktor der Banque de l'Indochine. Mit Unterstützung von Premierminister Paul Reynaud wurde er im März 1940 Unterstaatssekretär und in der Regierung des Marschall Pétain im Juni 1940 Außenminister des Vichy-Regimes. Er führte wichtige Verhandlungen mit der englischen und italienischen Regierung, konnte sich aber über die Konditionen des Waffenstillstands mit Deutschland gegen Pierre Laval und Fernand de Brinon (1945 und 1947 hingerichtet) nicht durchsetzen und verlor sein Amt im 28. Oktober 1940. Vermutlich stammte von Baudouin die erste amtliche Verwendung des Begriffs „Collaboration” für die „fortwährende Zusammenarbeit” zwischen Vichy-Frankreich und dem Deutschen Reich. Der Begriff findet sich in einem Memorandum des Außenministeriums vom Juli 1940. [2] Baudouin diente der Vichy-Regierung bis 1944 in verschiedenen Positionen und wurde im März 1947 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch 1948 wieder freigelassen. [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Association X-Résistance, Ministres de Vichy issus de l'École polytechnique, Paul Baudouin, x-resistance.polytechnique.org
  2. P. Baudouin: The Private Diaries of Paul Baidouin. London, 1948, entnommen aus: Gerhard Hirschfeld, Patrick Moreau: Nationalsozialismus von links: die Kampfgemeinschaft Revolutionärer Nationalsozialisten. S. 202, Deutsche Verlags-Anstalt, 1984
  3. Gisèle Berstein, Serge Berstein: Dictionnaire historique de la France contemporaine: 1870–1945, Editions Complexe, 1995, S, 65, ISBN 978-2-8702-7549-8