Paul Dinter

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Paul Dinter 1953

Paul Paule Dinter (* 6. August 1922 in Berlin-Lichtenberg; † 18. Mai 2001 in Cottbus) war ein deutscher Radrennfahrer. Er war hauptsächlich im DDR-Radsport aktiv.

Leben[Bearbeiten]

Dinter wuchs im brandenburgischen Zeesen auf und absolvierte nach der Volksschule eine Lehre zum Schlosser und Dreher. 1940 schloss er sich dem Radlerclub 1898 in Mittenwalde an. Er wurde brandenburgischer Jugendmeister und setzte im Männerbereich ein Achtungszeichen, als er bei dem Radsportklassiker Berlin-Cottbus-Berlin den zweiten Platz belegte. 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und wurde während des Zweiten Weltkriegs mehrfach verletzt.

Ein Jahr nach Kriegsende startete Dinter 1946 beim Eintagesrennen Rund um Berlin. 1950 trat er der neu gegründeten Betriebssportgemeinschaft (BSG) Lowa/Motor in Wildau bei und erreichte im selben Jahr mit Platz vier bei der DDR-Rundfahrt sein bestes Ergebnis bei diesem Etappenrennen, an dem er in den 1950er-Jahren regelmäßig teilnahm. 1951 nahm Dinter als Kapitän der DDR-Nationalmannschaft erstmals an dem Dreiländer-Etappenrennen Internationale Friedensfahrt teil. Mit Platz sechs bei der fünften Etappe erzielte er sein bestes Ergebnis, als zweitbester DDR-Fahrer kam er in der Gesamtwertung der Tour auf Rang 14. Nachdem er bei seinem zweiten Friedensfahrt-Auftritt 1952 nur wiederum als Mannschaftskapitän 25. geworden war, bestritt Dinter 1953 seine letzte Friedensfahrt. Er kam beim sechsten Tagesabschnitt zum zweiten Mal in seiner Friedensfahrt-Laufbahn mit Platz acht unter die besten Zehn, wurde aber in der Endwertung als schlechtester DDR-Fahrer nur 28. Mit dem DDR-Team gewann er jedoch die Mannschaftswertung.

Bei den DDR-Straßenmeisterschaften erreichte Dinter 1951 mit Platz drei sein bestes Ergebnis. Seine fehlende Spurtschnelligkeit verhinderte, dass er öfter bei bedeutenden Rennen einen Podestplatz eroberte. Zu diesen wenigen Erfolgen gehört der dritte Platz beim 1953er DDR-Klassiker Berlin–Leipzig.

Auch nach seinem Rücktritt vom aktiven Renngeschehen engagierte sich Dinter weiter beim Radsport. Er wurde Sektionsleiter Radsport bei der der BSG Motor Wildau. Wenig später sollte Dinter eine Resolution unterschreiben, die sich gegen den Koreakrieg wandte; zugleich sollten sich die die Ausbilder verpflichten, die „Jugend sozialistisch zu erziehe‘“. Als praktizierenden Katholik weigerte sich Dinter, diese Verpflichtung zu unterschreiben, woraufhin er keine Funktionen mehr im Radsport ausüben durften.[1] 1993 gehörte er zu den Mitbegründern des Nachfolgevereins RSV 93 in Königs Wusterhausen. Im selben Jahr rief er die Radtourenfahrt „Vor den Toren Berlins“ für den Breitensport ins Leben. Dinter starb 2001 im Alter von 78 Jahren in Königs Wusterhausen, seinem letzten Wohnort. In Königs Wusterhausen wurde eine Sporthalle nach ihm benannt und der RSV 93 veranstaltet jährlich ein Paul-Dinter-Gedenkrennen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Ullrich: Jedesmal im Mai, Sportverlag Berlin, 1987, ISBN 3-328-00177-8
  • DDR-Sportzeitung Deutsches Sportecho, Ausgabe vom 20. April 1953 mit Kurzporträt
  • Berliner Zeitung, Ausgabe vom 21. Mai 2001: „Paul Dinter verstorben“ (Onlineversion)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unterwegs mit Rad-Idol Paul Dinter auf augusta-presse.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Dinter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien