Paul Eltzbacher

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Paul Eltzbacher (* 18. Februar 1868 in Köln; † 25. Oktober 1928 in Berlin) war ein deutscher Professor der Rechte.

Die Familie Eltzbachers war jüdisch und stammte aus dem nördlichen Bayern. Sie war Ende des 18. Jahrhunderts nach Westfalen übersiedelt, hatten dort Geldhandel getrieben und das Bankhaus J. & L. Eltzbacher in Köln gegründet. Paul Eltzbachers Vater Salomon war Arzt. Pauls Bruder Otto Julius (1870–1948) emigrierte um die Jahrhundertwende nach England und nahm den Namen J. Ellis Barker an, unter dem er zahlreiche historische Bücher schrieb und später ein bekannter Homöopath wurde.

Paul Eltzbacher studierte Jura in Leipzig, Heidelberg, Straßburg und Göttingen.

1890–1895 war er Junior-Anwalt am Gerichtsbezirk Köln und Frankfurt, wobei er 1891/92 seinen Militärdienst leistete. 1900 promovierte er und veröffentlichte eine bald in mehrere Sprachen übersetzte Abhandlung über die verschiedenen Strömungen des Anarchismus. In einer Zeit, in der das Beschwören der »anarchistischen Gefahr« bei Politikern und Journalisten gang und gäbe war, trieb er wissenschaftliche ideengeschichtliche Studien zum Anarchismus. Bis 1912 stand er mit Repräsentanten der internationalen anarchistischen Bewegung, wie Kropotkin, Benjamin Tucker und Gustav Landauer in Verbindung.[1]

Seit 1900 war Eltzbacher Privatdozent an der Universität Halle und seit 1906 ordentlicher Professor der Rechte an der neu gegründeten Handelshochschule Berlin.

Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei. Während des Krieges veröffentlichte er zahlreiche patriotische Schriften. Nach der Niederlage Deutschlands suchte Eltzbacher eine neue politische Orientierung im Nationalbolschewismus, wurde sogar zu einem von dessen „Propheten“.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der Anarchismus; 1900 (Nachdrucke 1977, 1987; Übersetzungen: Spanisch 1901, Französisch 1902, Niederländisch 1903, Russisch 1906, Englisch 1908, Jiddisch 1909, Japanisch 1921, Italienisch s.d.)
  • Die Handlungsfähigkeit nach deutschem bürgerlichem Recht; 1903
  • Die deutsche Volksernährung und der englische Aushungerungsplan; 1914
  • Totes und lebendes Völkerrecht; 1916
  • Die Presse als Werkzeug der auswärtigen Politik; 1918
  • Der Bolschewismus und die deutsche Zukunft; 1919
  • Die neuen Parteien und ihre Programme, ein Wegweiser im Wahlkampt; 1920
  • Deutsches Handelsrecht; 1925
  • Aus der Geschichte meiner Familie; 1928
  • mit Otto Wille Kuusinen, Alexander von Senger: Kritische Schriften über den Bolschewismus

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Eltzbacher Papers. Kurzbiografie im IISG. (englisch)
  2. Louis Dupeux: Nationalbolschewismus in Deutschland 1919–1933. C. H. Beck, München 1985, S. 53–68, 419–431

Weblinks[Bearbeiten]