Paul Ferdinand Segond

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Paul Ferdinand Segond

Paul Ferdinand Segond (geb. 8. Mai 1851 in Paris[1]; gest. 27. Oktober 1912, ebenfalls in Paris) war ein französischer Chirurg und Gynäkologe.

Leben[Bearbeiten]

Segond war ein Sohn des Anatomen Louis-Auguste Segond (1819–1908). Er studierte Medizin in Paris, wurde 1875 Assistenzarzt und schloss seine Ausbildung 1880 mit der Promotion ab. Bereits 1878 erreichte er eine Anstellung als Prosektor der Fakultät, die er bis 1882 innehatte. Anschließend wurde er – zusammen mit dem Chirurgen Ulysse Trélat (1828–1890) – leitender Arzt an der Klinik und habilitierte sich als Chirurg im Jahr 1883. Nach einigen Jahren an der Clinique Baudelocque wurde er 1905 Nachfolger von Paul Jules Tillaux (1834–1904) an der Pariser Universitätsklinik, der Salpêtrière,[2] und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1912.

Werk[Bearbeiten]

Segonds erste wichtige Veröffentlichungen betrafen die Chirurgie der Harnorgane. Er entwickelte ein spezielles autoplastisches Verfahren zur Behandlung der Blasenekstrophie, mit dem postoperative Komplikationen vermieden werden sollten.[3]

Später wandte er sich unter dem Einfluss von Jules Émile Péan den gynäkologischen Operationen zu und perfektionierte in erster Linie die vaginale Hysterektomie. Auch Karzinome und Uterusmyome operierte er über diesen Zugang.

Nebenbei war er einer der führenden Kniespezialisten des 19. Jahrhunderts in Frankreich. 1879 beschrieb er die später nach ihm benannte Segond-Fraktur, eine Ausrissfraktur des außenseitigen Seitenbandes aus der lateralen Schienbeinkante am Kniegelenk, die oft mit einem Kreuzbandriss einhergeht.[4]

Schriften[Bearbeiten]

  • Étude sur l'anatomie pathologique des rétrécissements de l'urètre. Mit Édouard Brissaud, Paris 1884
  • Des abcès chauds de la prostate et de la région périprostatique. Paris, 1880 (für dieses Werk wurde er mit einem Preis des Instituts geehrt)
  • Cure radicale des hernies. Habilitationsschrift, Paris, 1883
  • Deux néphrectomies. Guérison, 1887
  • Traitement des fibromes utérins par la castration ovarienne. 1888
  • Valeur de la cure radicale des hernies. 1888
  • Résection du nerf maxillaire supérieur, et du ganglion sphéno-palatin par la voie temporale. 1890
  • Traitement chirurgical de l'exstrophie de la vessie. 1890
  • Traitement des grossesses extra-utérines. Paris, 1898

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Ferdinand Segond – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julius L. Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1901, Sp. 1572-1573. online
  2. Paul F. Segond: Traitement des grossesses extra-utérines. 1889, S. 5, abgerufen am 29. März 2010 (französisch).
  3. Albert Katz: Le traitement chirurgical de l'exstrophie de la vessie. Préface du Dr. Paul Segond. Paris 1903, S. 6.
  4. J. Krämer, J. Grifka, J. Kramer: Orthopädie, Unfallchirurgie. 2007, S. 287, abgerufen am 29. März 2010.