Paul Friesé

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Paul Émile Friesé (auch Friésé geschrieben) (* 12. April 1851 in Straßburg; † 21. April 1917 in Troyon (Meuse)) war ein französischer Architekt, der für seine Industrie- und Geschäftsbauten bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Friesé war der Sohn eines Kunstschreiners und optierte 1871 nach der Annexion des Elsass durch das Deutsche Reich für die französische Nationalität. Er kam nach Paris, wo er mit 20 Jahren das Studium an der École nationale supérieure des beaux-arts bei Georges-Ernest Coquart (1831-1902) aufnahm. Nach Abschluss seines Studiums wurde er sous-inspecteur des bâtiments civils und danach inspecteur des travaux im Palais Bourbon. Schließlich wurde er 1878 inspecteur des travaux an der École centrale des arts et manufactures.

Mit Jules Denfer richtete er 1885 ein gemeinsames Architektenbüro ein. Sie bauten zunächst Gymnasien in Roanne et Saint-Étienne und danach die Erweiterung der Kristallerie von Sèvres. Als Architekt und Ingenieur errichtete er ab 1891 nun ohne Partner Büro- und Wohnhäuser, Villen und Industriebauten wie die Grands moulins de Corbeil, die Malzfabrik von Ris-Orangis und die Papierfabrik Darblay.

Ab 1908 arbeitete er vor allem für die Compagnie parisienne de distribution d'électricité (CPDE), für die er über 20 Umspannstationen (siehe Sous-stations der Pariser Métro) baute.

Seine Auftraggeber wie die Compagnie parisienne de distribution d’électricité und die Compagnie du chemin de fer métropolitain de Paris (CMP) gehörten zur Industriegruppe Empain-Schneider, für die er in Champagne-sur-Seine eine Fabrik errichtete.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Als Elsässer, der wünschte, dass das Elsass wieder zu Frankreich kommen sollte, meldete er sich 1914 freiwillig als 63-jähriger zum Kriegsdienst. In der Schlacht um den Chemin des Dames wurde er 1917 in Vendresse (Ardennes) verwundet und starb daraufhin an den Folgen. Auf dem Cimetière Montparnasse in Paris wurde er bestattet.

Nachfolger[Bearbeiten]

Sein Mitarbeiter Eugène Haug, ebenfalls aus Straßburg kommend, übernahm sein Architektenbüro und baute die Grands Moulins von Pantin.

Sein Sohn Charles Friesé (* 1901), ebenfalls Architekt, errichtete zusammen mit Henri Sauvage das Kaufhaus La Samaritaine in Paris und das Kaufhaus Decré in Nantes.

Paul Friesé ist der Großvater mütterlicherseits von Pierre Schoendoerffer.

Bauwerke (Auswahl)[Bearbeiten]

Grands moulins de Corbeil

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Colson/Marie-Christine Lauroa (Hrsg.): Dictionnaire des monuments de Paris. Editions Hervas, Paris 2003 (1. Auflage 1992), ISBN 2-84334-001-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Friesé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien