Paul Grice

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Herbert Paul Grice (* 13. März 1913 in Birmingham, England; † 28. August 1988 in Berkeley) war ein englischer Philosoph. Er ist vor allem bekannt geworden für seine Arbeiten in der Sprachphilosophie, insbesondere für seine Analyse der Sprecherbedeutung und die Entwicklung der Begriffe der konversationellen Implikatur[1] und des Kooperationsprinzips.

Leben[Bearbeiten]

Seine Lehrtätigkeit begann Grice an der Oxford University (Clifton College und dann Corpus Christi College) . Er wechselte 1967 an die University of California, Berkeley, und hielt dort, obwohl 1979 in den Ruhestand getreten, bis 1986 Vorlesungen.

Werk[Bearbeiten]

Analyse der Sprecherbedeutung[Bearbeiten]

Grices Ansatz besteht in einer intentionsbasierten Theorie der Bedeutung von Sprache. Er erklärt sprachliche Bedeutung – entgegen einer unter Linguisten weit verbreiteten Ansicht – ohne Rekurs auf einen Code oder Konventionen.

Als ein Ergebnis unter anderem dieser Ideen bewegte sich in den 1970er und 1980er Jahren der Fokus der philosophischen Debatte über die Natur der Bedeutung von einer linguistischen Repräsentation hin zu einer mentalen Repräsentation.

Implikaturtheorie[Bearbeiten]

Für die Sprachwissenschaft, insbesondere für die linguistische Pragmatik, war Grice bahnbrechend. Seine Unterscheidung zwischen Implikatur und wörtlicher Bedeutung wurde von der Pragmatik aufgenommen. Grices Arbeit und im Besonderen der Begriff der Sprecherbedeutung wurde zur Basis für eine Trennung von Semantik und Pragmatik.

Seine Beiträge zur Bedeutungstheorie wurden nach seinem Tod in Studies in the Way of Words (1989) gesammelt veröffentlicht, dabei wurden teilweise auch bereits zuvor einzeln erschienene Aufsätze in die Sammlung aufgenommen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Zentrale Aufsätze

  • mit Peter Strawson: In Defense of a Dogma, in: Philosophical Review 1956
  • "Meaning", in: The Philosophical Review 66, 1957, pp. 377-388 (PDF-Datei; 0,22 MB).
  • Utterer's Meaning, Sentence-Meaning and Word-Meaning, in: Foundations of Language 4, 1968, pp. 225-242.
  • Utterer's Meaning and Intentions, in: Philosophical Review 78, 1969, pp. 147-177.
  • Vacuous Names, in: D. Davidson and J. Hintikka (Hgg.), Words and Objections, 1969, pp. 118-145.
  • Logic and Conversation, in: P. Cole and J. Morgan (Hgg.), Syntax and Semantics, Bd. 3, 1975, pp. 41-58.
  • Meaning Revisited, in: N. V. Smith (Hg.), Mutual Knowledge, 1982, pp. 223-243.
  • "The Causal Theory of Perception", in: Proceedings of the Aristotelian Society 1961 (PDF-Datei; 2,02 MB)

Sammelband

  • Studies in the Way of Words, Cambridge: Harvard University Press, 1989.

Monographien

  • The Conception of Value (1991)
  • Aspects of Reason (2001)

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Meggle (Hg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993. (Grices wichtigste Aufsätze in deutscher Übersetzung zusammen mit Aufsätzen von anderen Philosophen)
  • Stephen Neale: „Paul Grice and the Philosophy of Language“. In: Linguistics and Philosophy. 15, 1992, S. 509–559. (Zusammenfassung von Grices Beitrag zur Sprachphilosophie)
  • Eckard Rolf: Sagen und Meinen. Paul Grices Theorie der Konversations-Implikaturen. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Snježana Kordić: Konverzacijske implikature. In: Suvremena lingvistika. 17, Nr. 31-32, Zagreb 1991, ISSN 0586-0296, S. 87 (PDF-Datei; 857 kB, abgerufen am 2. Juli 2013).