Paul III. Anton Esterházy de Galantha

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Fürst Paul III. Anton Esterhazy de Galantha, Lithographie von Faustin Herr
Paul Anton Esterhazy, Lithographie von Josef Kriehuber, 1861

Paul III. Anton, Fürst Esterházy de Galantha (* 10. März 1786 in Wien; † 21. Mai 1866 in Regensburg) war Diplomat und ungarischer Staatsmann im Dienste der Habsburger.

Leben[Bearbeiten]

Paul III. Anton trat in den diplomatischen Dienst des Kaisertums Österreich ein, das unter anderem das Königreich Ungarn umfasste. Als kaiserlich-königlicher Kämmerer erhielt er Anschluss an die wichtigsten Persönlichkeiten der damaligen Zeit. So korrespondierte er oft freundschaftlich mit Staatskanzler Fürst Klemens Metternich und Ministerpräsident Fürst Felix Schwarzenberg. Als k.k. Gesandter in den Niederlanden und danach in Großbritannien erwarb er Wissen und Erfahrungen in der internationalen Diplomatie.

1833 starb sein Vater Nikolaus II., Paul III. Anton war nun Majoratsherr. Er ließ seine Gegner im ungarischen Landtag glauben, dass er nun die Diplomatie aufgeben werde, blieb aber noch bis 1842 als Gesandter in London.

Zurück in Wien und nun im Amte eines ungarischen Ministers am kaiserlichen Hoflager, wollte er die aufgebrachten und nach Unabhängigkeit strebenden Ungarn besänftigen, doch das antihabsburgische Klima wurde stärker. Als sich die Lage 1848 zuspitzte und die Märzrevolution ausbrach, befand sich der Fürst in einem großen Dilemma. Einerseits wollte er zum Wohle seines Heimatlandes Ungarn handeln und andererseits dennoch den Habsburgern weiterhin die Treue halten.

Beides zugleich war damals aber nicht möglich. So entschied er sich, wie viele seiner Vorfahren, für die Seite der Habsburger und damit gegen die politische Strömung in seiner Heimat. Er trat von seinem Amt als ungarischer Minister zurück. In der Folge lebte Paul III. Anton außerhalb Ungarns. Den österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 erlebte er nicht mehr.

Kurz vor seinem Tod war das Majorat praktisch zahlungsunfähig, weil das bei seinen Vorgängern eingerissene Schuldenmachen das Familienvermögen überfordert hatte. Franz Joseph I. vermittelte 1865 einen Zwangsausgleich (Sequestration), der den jeweiligen Majoratsherrn bis 1898 von der Vermögensverwaltung fernhielt.

Sein Sohn Nikolaus III. wurde sein Nachfolger als Majoratsherr.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Nikolaus II. Majoratsherr
der Familie Esterházy

1833–1866
Nikolaus III.