Paul Kirn

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Paul Kirn (* 10. Dezember 1890 in Basel; † 16. Februar 1965 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Historiker und von 1935 bis 1959 Professor der Mittelalterlichen Geschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Kirn besuchte die Thomasschule zu Leipzig. Er studierte von 1911 bis 1914 Geschichte, Klassische Philologie und Germanistik u.a. bei Gerhard Seeliger an der Eberhard Karls Universität Tübingen und Universität Leipzig. Er wurde im Ersten Weltkrieg verwundet. Im Jahr 1920 promovierte er zum Dr. phil. mit einer Arbeit über das Urkundenwesen und die Kanzlei der Mainzer Erzbischöfe im fünfzehnten Jahrhundert. Danach arbeitete er als Lehrer. Er habilitierte sich 1926 mit einer Arbeit über Friedrich den Weisen und die Kirche. In Leipzig arbeitete er zunächst als Privatdozent und wurde 1932 außerplanmäßiger Professor. Ab 1935 wirkte er als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Frankfurter Universität. Außerdem lehrte er Historische Hilfswissenschaften. Seine Emeritierung folgte 1959. Er starb 1965 in Frankfurt. Kirn war Mitglied der Monumenta Germaniae Historica und der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt.

[Bearbeiten] Bedeutung

Die Quellendefinition Kirns erwies sich als sehr wirkmächtig. Sie wird noch heute in aktuellen Darstellungen und Einführungen in die Geschichtswissenschaft herangezogen. Nach Kirns Definition sind Quellen „alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann.“[1]

[Bearbeiten] Schüler

[Bearbeiten] Herausgebertätigkeit

  • Briefwechsel Thomas Müntzer. Auf Grund d. Hss. u. ältesten Vorlagen. Hrsg. von Heinrich Böhmer und Paul Kirn. Leipzig, Berlin 1931 (Schriften der Sächsischen Kommission für Geschichte).
  • Staat und Persönlichkeit. Erich Brandenburg zum 60. Geburtstag. Dargebracht von Alfred Doren, Paul Kirn, Johannes Kühn u. a. Leipzig 1928.

[Bearbeiten] Schriften (Auswahl)

  • Einführung in die Geschichtswissenschaft. Bearbeitet von Joachim Leuschner. Berlin, New York 61972 (Sammlung Göschen 270). ISBN 3-11-006101-5
  • Friedrich der Weise und die Kirche. Seine Kirchenpolitik vor und nach Luthers Hervortreten im Jahre 1517. Dargestellt nach Akten im Thüringischen Staatsarchiv zu Weimar. Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Berlin 1926. Hildesheim 1972 (Beiträge zur Kulturgeschichte des Mittelalters und der Renaissance 30). ISBN 3-8067-0128-8
  • Politische Geschichte der deutschen Grenzen. Mannheim 4 1958 (Meyers kleine Handbücher).
  • Aus der Frühzeit des Nationalgefühls. Studien zur dt. u. franz. Geschichte sowie zu d. Nationalitätenkämpfen auf den britischen Inseln. Leipzig 1943.
  • Das Urkundenwesen und die Kanzlei der Mainzer Erzbischöfe im fünfzehnten Jahrhundert. Heidelberg 1929.

[Bearbeiten] Literatur

  • Festgabe für Paul Kirn zum 70. Geburtstag. Dargebracht von Freunden und Schülern. Hrsg. von Ekkehard Kaufmann. Berlin 1961

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Paul Kirn: Einführung in die Geschichtswissenschaft. Berlin 51968, S. 29. Zitiert nach: Volker Sellin: Einführung in die Geschichtswissenschaft. Göttingen ²2001, S. 44.
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