Paul Nurse

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Paul Nurse

Sir Paul Maxime Nurse (* 25. Januar 1949 in Norwich, England) ist ein britischer Biochemiker und Nobelpreisträger.

Leben[Bearbeiten]

Nurse wurde am 25. Januar 1949 in England geboren. Nach Abschluss seiner Schulausbildung studierte er an den Universitäten Birmingham und East Anglia. Nach dem Bachelorgrad 1970 in Birmingham folgte 1973 der Doktortitel (East Anglia). Er arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten von Bern, Edinburgh, Kopenhagen und Sussex. 1987 folgte Nurse dem Ruf der University of Oxford, wo er bis 1993 als Professor tätig war. Danach wechselte er an das Krebsforschungszentrum ICRF (Imperial Cancer Research Fund) in London, dessen Generaldirektor er 1996 wurde. Seit September 2003 ist er Präsident der Rockefeller University in New York. Im Jahr 2010 trat er die Präsidentschaft der Royal Society an.

Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt von Nurse ist die Erforschung der biologischen Schlüsselkomponenten des so genannten Zellzyklus. Mit genetischen und molekularbiologischen Methoden gelang es Nurse, in Hefezellen das Gen für eine dieser Komponenten, eine cyclinabhängigen Kinase, ausfindig zu machen. Kinasen sind spezielle Enzyme, Cycline spezielle, während der Zellwachstumsphase gebildete Proteine. Beide nehmen eine Schlüsselposition bei der Mitose und damit auch beim Zellzyklus ein. Nurse’ Kollege R. Timothy Hunt konnte herausfinden, dass sich die Cycline in der Wachstumsphase mit den cyclinabhängigen Kinasen verbinden. Durch diesen Vorgang aktiviert, beginnen die Enzyme, bestimmte Eiweiße mit Phosphorsäuremolekülen zu verbinden. Dieser Vorgang führt schließlich zur Synthesephase, d. h. es setzt die Verdoppelung des Erbmaterials ein.

Die Entdeckungen von Nurse und Hunt haben fundamentale Bedeutung für das Verständnis, welche Rolle den Cyclinen im Zellzyklus zukommt. Gleichzeitig eröffnen die Forschungsergebnisse neue Perspektiven für künftige Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1989 wurde er Mitglied (Fellow) der Royal Society, die ihm 1992 den Wellcome Prize, 1995 die Royal Medal und 2005 die Copley Medal verlieh. 1992 erhielt er einen Gairdner Foundation International Award, 1996 den Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis, 1997 den Alfred P. Sloan, Jr. Prize und 1998 den Albert Lasker Award for Basic Medical Research. Für seine bahnbrechenden Arbeiten wurde er 2001 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet, den er sich mit Hunt und dem US-Amerikaner Leland H. Hartwell teilte. 2010 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Dalhousie University verliehen. 2013 erhielt er den Albert Einstein World Award of Science.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Paul Nurse: The Great Ideas Of Biology: The Romanes Lecture For 2003 (Romanes Lecture). Oxford University Press, Oxford 2004. ISBN 0-19-951897-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Nurse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien