Paul Mariner

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Paul Mariner

Paul Mariner, 2010

Spielerinformationen
Geburtstag 22. Mai 1953
Geburtsort FarnworthEngland
Größe 1,83 m
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1971–1973 FC Chorley
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1973–1976
1976–1984
1984–1986
1986–1988
1988
1989–1992
1990–1991
1992–1993
Plymouth Argyle
Ipswich Town
FC Arsenal
FC Portsmouth
South Coast Wolves
Albany Capitals
Naxxar Lions
San Francisco Bay
135 (56)
260 (96)
60 (14)
56 0(9)
2 0(0)
25 0(3)
15 0(3)
10 0(0)
Nationalmannschaft
1977–1985 England 35 (13)
Stationen als Trainer
2003
2004–2009
2009–2010
2011–2012
2012–2013
Harvard Crimson (Assistent)
New England Revolution (Assistent)
Plymouth Argyle
Toronto FC (Assistent)
Toronto FC
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Paul Mariner (* 22. Mai 1953 in Chorley, Lancashire, England) ist ein englischer ehemaliger Fußballspieler und war dabei als Mittelstürmer in den 1970er- und 1980er-Jahren vor allem bei Ipswich Town und in der englischen Nationalmannschaft aktiv.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten]

Mariner begann seine Karriere als Amateurspieler für den FC Chorley in der Nähe seiner Heimat in der Grafschaft Lancashire. Seine Leistungen als zentraler Offensivstürmer weckten die Aufmerksamkeit des Vereins Plymouth Argyle, wo er im Jahr 1973 seinen ersten Profivertrag unterschrieb.

In Devon startete er mit 56 Toren in 135 Spielen eine außergewöhnlich gute Torausbeute und wurde dann von Bobby Robson, der ihn zuvor mehrfach persönlich beobachtet hatte, für 200.000 Pfund für Ipswich Town verpflichtet, wobei Mariner eine gleichzeitige Offerte von West Ham United damit ablehnte.

Mariner debütierte im September 1976 für seinen neuen Verein und entwickelte sich innerhalb der Mannschaft zu einer „klassischen Nummer 9“, was bedeutete, dass er als Angriffsspieler in der Sturmspitze mit vielen Tacklings der gegnerischen Verteidiger zu kämpfen hatte, diese körperliche Härte aber auch selbst austeilte und zudem eine gute Torquote erzielte. Obwohl ihm häufig attestiert wurde, er sei lediglich ein Spieler gewesen, der seine Tore nur im direkten Duell und nach Vorarbeit und Flanken von Mitspielern erzielen konnte, erarbeitete er sich auch selbständig sowohl im Sturmzentrum als auch auf den Außenbahnen Chancen.

Sechs Monate nachdem sich Mariner Ipswich Town angeschlossen hatte, gab Mariner beim 5:0-Sieg gegen Luxemburg seinen Einstand für die englische Nationalmannschaft und war von Beginn an in der anschließenden Begegnung gegen Nordirland in der British Home Championship im Windsor Park zu Belfast dabei. Obwohl ihm in beiden Spielen kein Tor gelang, lieferte Mariner eine gute Leistung ab, blieb jedoch in den darauffolgenden sechs Länderspielen unberücksichtigt. Während dieser Zeit schloss Ipswich die Saison in der First Division auf dem dritten Platz ab, wobei Mariner in 28 Spielen zehn Treffer erzielte.

In Mariners drittem Länderspiel, einem Qualifikationsspiel für die WM 1978 in Argentinien gegen Luxemburg, schoss er in der letzten Minute das Tor zum 2:0, wobei sich dieser Sieg als zu knapp herausstellen sollte, um sich noch für die Weltmeisterschaft qualifizieren zu können. Nun war Mariner jedoch unter Nationaltrainer Ron Greenwood ernsthafter Anwärter für die Stammposition des Mittelstürmers und wurde nun zumeist Spielern wie Stuart Pearson und Bob Latchford vorgezogen.

Auf der Vereinsebene durchlebte Mariner eine sehr wechselhafte Zeit. In 37 Spielen erzielte er elf Treffer, die seine Ambitionen in der englischen Nationalmannschaft erhielten. Dennoch entwickelte Ipswich Town in der Meisterschaftsrunde eine Krise und war am Saisonende nur auf dem 18. Platz. Im FA Cup jedoch erreichte der Verein das Endspiel und schlug dort im Wembley-Stadion den FC Arsenal mit 1:0. Mariner verursachte dabei große Unruhe in der gegnerischen Defensive und traf bei einer Chance den Pfosten. Nach dem Spiel wurde er zum besten Spieler der Begegnung gekürt.

Obwohl das Jahr 1979 hinsichtlich der Torquote mit 13 Treffern in 33 Spielen die effektivste Zeit in Mariners Karriere bei Ipswich war, verzichtete Greenword auf ihn. Nach zwei Jahren Abstinenz folgte 1980 Mariners sechstes Länderspiel bei der überraschenden 1:4-Niederlage gegen Wales in Wrexham, wobei ihm dort der Ehrentreffer gelang. Auch beim 2:1-Sieg gegen Australien in Sydney erzielte er ein Tor und wurde anschließend in den Kader für die EM 1980 in Italien nominiert, obwohl er zuvor in keinem Qualifikationsspiel für dieses Turnier eingesetzt worden war. Während des Turniers selbst kam er jedoch über die Reservistenrolle nicht hinaus.

In der Eröffnungspartie gegen Belgien in Turin, das 1:1 endete, spielte er nicht und wurde bei den zwei verbleibenden Gruppenspielen, der Niederlage gegen Italien und dem Sieg gegen Spanien eingewechselt, wonach England aus dem Turnier ausschied.

Mariner konnte seinen Platz in der englischen Nationalmannschaft verteidigen, während er für Ipswich im Jahr 1980 in 41 Spielen zu 17 Toren kam. Zu Beginn der anschließenden Saison starte England mit einem 4:0-Sieg gegen Norwegen in die Qualifikation für die WM 1982 in Spanien, als Mariner ein außergewöhnlicher Drehschusstreffer aus 23 Meter gelang. Bei der anschließenden 1:2-Niederlage gegen Rumänien in Bukarest verzichtete Greenwood wieder auf ihn, ermöglichte ihm jedoch einen Monat später beim 2:1-Sieg gegen die Schweiz, wo Mariner das erste Tor erzielte, die Rückkehr.

Ipswich kämpfte im Jahr 1981 in drei Wettbewerben und Mariner steuerte 13 Tore in 36 Spielen bei. In der Heimat unterlag Ipswich zum Abschluss im Kampf um die englische Meisterschaft der Mannschaft von Aston Villa, nachdem man zuvor nicht gegen den FC Middlesbrough gewinnen konnte. Im Halbfinale des FA Cups besiegte dann Manchester City Ipswich Town. Im UEFA-Pokal trug Mariner jedoch durch gute Leistungen zum Titelgewinn bei.

In den ersten Runden bis zum Viertelfinale gegen den AS Saint-Étienne traf Mariner zweimalig und ließ beim 4:1-Sieg in Frankreich zwei Tore folgen, worauf noch ein Treffer im Rückspiel folgte, das insgesamt das Weiterkommen ins Halbfinale ermöglichte. Auch beim 3:0-Hinspielsieg im Finale gegen den AZ Alkmaar, das Ipswich nach beiden Spielen mit insgesamt 5:3 gewinnen konnte, schoss Mariner ein Tor. Einige Wochen später absolvierte Mariner dann einige Qualifikationsspiele für England, wobei einer Niederlage gegen die Schweiz ein Sieg gegen Ungarn folgte, wonach England wiederum gegen Norwegen unterlag und Befürchtungen nährte, England könne die dritte Weltmeisterschaft in Serie verpassen.

Nachdem England nach überraschenden Ergebnissen der Konkurrenz im letzten Spiel gegen Ungarn im Wembley-Stadion nur einen Sieg zur Qualifikation benötigte, war es erneut Mariner, der das einzige Tor zum 1:0-Sieg beisteuerte und England somit den Weg zum Weltmeisterschaftsturnier ebnete.

Aufgrund von Verletzungsproblemen an beiden Achillessehnen verpasste Mariner einen Großteil der nächsten Monate und schoss in 25 Spielen für Ipswich lediglich acht Tore. In den letzten fünf Vorbereitungsspielen zur Weltmeisterschaft fand er jedoch mit vier Treffern wieder zu seiner alten Form, wobei sein Tor nach einem Solo gegen die Niederlande in Wembley einen Höhepunkt darstellte. Im Eröffnungsspiel der WM gegen Frankreich stand Mariner dann auch in der Anfangsformation.

Nach zwei Toren von Bryan Robson zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung, darunter das schnellste Tor in einer Weltmeisterschaftsbegegnung, erhöhte Mariner mit einem Volleyschuss aus kürzester Distanz zum 3:1-Endstand. Zu diesem Zeitpunkt hatte Mariner in 21 Länderspielen bereits elf Tore geschossen und in der letzten sechs Spielen in Serie getroffen, was zuvor nur Jimmy Greaves gelungen war.

Greenwood setzte im Turnier weiterhin auf Mariner, der jedoch zu keinem weiteren Treffer kam. England schied nach zwei torlosen Remis in der Zwischenrunde aus. Eine bekannte Szene zeigt dabei Mariner, der den eingewechselten und während des Turniers mit Verletzungsproblemen kämpfenden englischen Mannschaftskapitän Kevin Keegan nach einer vergebenen Kopfballchance, die im Falle eines Tores zum Weiterkommen Englands gereicht hätte, tröstete.

Als dann Ipswichs Trainer Robson das Amt des Nationaltrainers übernahm, setzte sich Mariners Länderspielkarriere auch während der Qualifikationsspiele zur EM 1984 in Frankreich fort. Obwohl er auch in Ipswich weiter zu Toren kam, begann das Verein dort aufgrund der zunehmenden Alterung mit einer verjüngenden Umstrukturierung.

Englands Qualifikationsrunde verlief schleppend, obwohl Mariner hintereinander in den Spielen gegen Ungarn und Luxemburg traf, wobei sich sein 13. Tor gegen Luxemburg als sein letzter Treffer für England herausstellen sollte. Bei seinem nächsten Länderspiel war er bereits von Ipswich zum FC Arsenal gewechselt, die ihn im Februar 1984 für 150.000 Pfund verpflichtet hatten. Mariner war mittlerweile 31 Jahre alt und schoss in den verbleibenden 15 Saisonspielen noch sieben Tore. In der Folgezeit wirkte sich das Alter dann doch negativ auf die Leistung Mariners aus, als er in der Saison 1984/85 in 41 Spielen lediglich zu neun Toren kam.

Mariner kam zu zwei weiteren Länderspielen, aber die Ankunft von Mark Hateley, einem großgewachsenen und trickreichen jungen Mittelstürmer, kündigte einen Generationswechsel an. Hateley wurde für Mariner beim Freundschaftsspielsieg gegen die DDR im September 1984 eingewechselt, bevor dann Mariner im Mai 1985 beim 0:0 während eines Qualifikationsspiels zur WM 1986 in Mexiko gegen Rumänien zu seinem 35. und letzten Einsatz kam.

Bei Arsenal wurde Mariner zwischenzeitlich nur selten eingesetzt. Bei seinen neun Spielen in der Saison 1985/86 agierte er sogar einmal als Notlösung auf der zentralen Halbposition mehr im Mittelfeld. Arsenals neuer Trainer George Graham gab Mariner daraufhin nach 80 Spielen und 17 Toren die Freigabe zu einem ablösefreien Wechsel. Dieser unterschrieb daraufhin beim FC Portsmouth und verbrachte dort zwei Spielzeiten. Nach einer weiteren kurzen Zeit beim maltesischen Verein Naxxar Lions kehrte er dann heim nach Chorley und Bury Town, um seine Karriere ausklingen zu lassen.

Nach seinem Rücktritt als Fußballer baute Mariner eine Spielerberatungsgesellschaft auf, bevor es ihn dann in die USA zog, um dort die Albany Capitals in der alten APSL zu betreuen. Seitdem blieb er in den USA, um zunächst als Kotrainer an der Harvard-Universität zu arbeiten. Bis 2010 war er als Trainerassistent von Steve Nicol, früher Spieler des FC Liverpool und der schottischen Nationalmannschaft, bei New England Revolution aktiv. Im Januar 2011 wechselte er zu Toronto FC, bei dem er Assistent des ehemaligen niederländischen Nationalspielers Aron Winter wurde. Ab 7. Juni 2012 war Paul Mariner Nachfolger von Aron Winter und als Haupttrainer verantwortlich für den FC Toronto. Am 8. Januar 2013 wurde er entlassen.[1]

Privates[Bearbeiten]

Nachdem er im Jahr 1976 seine erste Frau Alison geheiratet hatte und sich von ihr 1989 scheiden ließ, ist er heute mit seiner zweiten Frau, Dedi, verheiratet. Er hat aus der ersten Ehe drei Söhne.

Erfolge[Bearbeiten]

  • UEFA Pokal-Sieger: 1981
  • FA Cup-Sieger: 1978

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reds, Mariner Part Ways