Paul Wittgenstein (Philosoph)

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Paul Wittgenstein (* 1907 in Wien; † 13. November 1979 in Linz) war ein österreichischer Exzentriker. Als Titelperson der Erzählung Wittgensteins Neffe – Eine Freundschaft von Thomas Bernhard ist er in die Literatur eingegangen.

Leben[Bearbeiten]

Paul Wittgenstein war ein Enkel des Industriellen Paul Wittgenstein (1842-1928) und dessen Ehefrau Justine Hochstetter (1858-1918). Sein Vater Paul Karl ("Carletto") Wittgenstein (1880-1948) war damit ein Cousin des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Er absolvierte das Wiener Internat Theresianum und studierte anschließend Mathematik. Schon in jungen Jahren war eine manisch-depressive Erkrankung bemerkbar, die ihn an einer normalen Karriere hinderte. In Wien machte ihn unter anderem seine als exzentrisch wahrgenommene Opernbegeisterung bekannt.

Wirkungsgeschichte[Bearbeiten]

Die ungewöhnliche Erscheinung und das rhetorische Talent des „Genies ohne Resultate“ (so der Schriftsteller Camillo Schaefer) ließen Paul Wittgenstein zum Faszinosum für andere werden. Nach Wittgensteins Tod publizierte der Verlag Freibord 1980 eine von Camillo Schaefer herausgegebene Hommage Paul Wittgenstein und Schaefer verarbeitete seine Erinnerungen später auch im Werk Wittgensteins Größenwahn (1986).

Ein Beitrag des österreichischen Radiosenders Ö1 vom 26. September 2010 ist ihm gewidmet und enthält neben Erinnerungen von Freunden wie von Thaddäus Podgorski auch längere Passagen im Originalton des Exzentrikers.

Das bekannteste Paul Wittgenstein gewidmete Buch ist die 1982 erschienene Erzählung Wittgensteins Neffe von Thomas Bernhard, in der sich der Autor literarisch, nicht biographisch-wissenschaftlich, mit den zwölf letzten Lebensjahren Paul Wittgensteins befasst und über psychische und körperliche Krankheit reflektiert.

Sein Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 82A, Reihe 37, Nummer 62).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]