Paul Zulehner

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Paul M. Zulehner am 2. Juli 2008 bei einem Vortrag in der Katholischen Landvolkshochschule „Schorlemer Alst“

Paul Michael Zulehner (* 20. Dezember 1939 in Wien) ist ein österreichischer Theologe und katholischer Priester. Der seit 2008 emeritierte Universitätsprofessor gehört zu den bekanntesten Religionssoziologen Europas.

Leben[Bearbeiten]

Paul Zulehner studierte Theologie und Philosophie in Innsbruck, Wien, Konstanz und München. Er war Schüler von Karl Rahner. Im Alter von 22 Jahren promovierte er 1961 in Innsbruck beim Sozialethiker Johannes Schasching zum Doktor der Philosophie.[1] 1964 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete danach als Kaplan in der Altmannsdorfer Kirche in Wien und als Wissenschaftler. 1966 promovierte er in Innsbruck zum Doktor der Theologie.[2] 1973 habilitierte er sich beim Würzburger Pastoraltheologen Rolf Zerfaß mit einer Studie über Säkularisierung.[3] 1973 ging er als Professor an die Universität Bamberg und von 1974 bis 1984 war er Universitätsprofessor in Passau, wo er sich intensiv mit religions- und kirchensoziologischen sowie pastoraltheologischen Fragen befasste.

Seit 1984 war er Professor für Pastoraltheologie an der Universität Wien. Sein Spezialgebiet ist die Religions- und Werteforschung, worin er zahlreiche Forschungsprojekte und Studien im In- und Ausland durchführte. Er ist Berater mehrerer Fachgremien und ein gesuchter Referent. Neben seinem engeren Fachgebiet hat er u. a. zum Thema Jugendwerte, Männerforschung, zur Sinnfrage in der Gesellschaft und zur Kirchensteuer publiziert. Von 2000 bis 2007 war er Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.

Zulehner ist seit Oktober 2008 emeritiert, aber weiterhin in der Wissenschaft aktiv tätig.[4] Darüber hinaus ist er Beirats-Mitglied des im Dezember 2010 gegründeten oberösterreichischen Think Tanks Academia Superior.[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Helft den Menschen leben, Passau 1976
  • Scheidung – was dann …?, 1981
  • Religion im Leben der Österreicher, 1981
  • Das Gottesgerücht, 1986
  • Wider die Resignation in der Kirche, Wien 1989, ISBN 3-210-24953-9
  • Ein Obdach der Seele, 1994
  • Kirchen-Ent-Täuschungen, 1997
  • Ein Kind in ihrer Mitte, 1999
  • Wege zu einer solidarischen Politik, 1999, ISBN 3-7022-2224-3
  • gemeinsam mit Andreas Müller OFM und Arno Tausch: Global Capitalism, Liberation Theology and the Social Sciences, New York 1999
  • gem. mit Anna Hennersperger: Sie gehen und werden nicht matt. Priester in heutiger Kultur. Ergebnisse der Studie Priester 2000, Ostfildern 2001, ISBN 3-79661026-9.
  • Kirche umbauen – nicht totsparen, Ostfildern 2004, ISBN 3-7966-1173-7
  • als Herausgeber: MannsBilder. Ein Jahrzehnt Männerentwicklung, Ostfildern 2004, ISBN 3-7966-1134-6
  • Ortsuche – Umfrage unter Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten im deutschsprachigen Raum, Ostfildern 2006, ISBN 3-7966-1310-1
  • gemeinsam mit Anna Hennersperger: Damit die Kirche nicht rat-los wird. Pfarrgemeinderäte für zukunftsfähige Gemeinden, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7966-1504-7
  • Martin Kolozs (Hrsg.): Eine Antwort des Glaubens: Im Gespräch mit Paul M. Zulehner und Petra Steinmair-Pösel. Studienverlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7065-5210-3.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kathpress.co.at/site/nachrichten/database/66768.html
  2. http://www.kathpress.co.at/site/nachrichten/database/66768.html
  3. http://www.kathpress.co.at/site/nachrichten/database/66768.html
  4. Bericht in der Online-Universitätszeitung mit Angaben zu Lebenslauf und Wirken
  5. http://www.academia-superior.at/de/academia-superior/wissenschaftlicher-beirat.html
  6. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  7. a b c d e f g h Paul Zulehner Vita auf der Website der Universität Wien, abgerufen am 16. März 2011

Weblinks[Bearbeiten]