Paula-Irene Villa

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Paula-Irene Villa (Braslavsky) (* 1968 in Santiago de Chile) ist eine deutsch-argentinische Soziologin und Lehrstuhlinhaberin am Institut für Soziologie der LMU München für Allgemeine Soziologie und Gender Studies.

Leben[Bearbeiten]

Sie ist die ältere Tochter der Chemikerin Silvia Braslavsky und Enkelin der argentinischen Erziehungswissenschaftlerin Berta Perelstein de Braslavsky.

Paula-Irene Villa war Hochschulassistentin und Privatdozentin am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität Hannover und lehrte als Gastprofessorin u.a. an der Universität Innsbruck. Von 2010 bis 2012 war sie Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Soziologie der LMU München, von 2011 bis 2013 gewähltes Mitglied des Konzils der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und seit April 2013 gewähltes Mitglied des Vorstands der DGS. Bis 2014 wurde sie zum Mitglied des Vorstands der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft Geschlechterstudien gewählt.[1] Sie ist zudem in zahlreichen weiteren akademischen Funktionen tätig, u.a. im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Jugendinstituts.[2]

Schwerpunkte[Bearbeiten]

Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Gender Studies, soziologische Theorien (insbes. Bourdieu, Post-Strukturalismus, Postmoderne, Diskurstheorie, (Sozial-)Konstruktivismus, Phänomenologie), Körpersoziologie, Kultursoziologie/Cultural Studies, Sozialisations- und Subjektkonzepte und Mütter/Väter.

Der Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol [3][Bearbeiten]

Grundsätzlicher sei für die Zugehörigkeit zu einem der beiden Geschlechter - Frau oder Mann - Prozesse der handlungspraktischen Konstruktion des Körpers notwendig. Menschen seien im sozialen Sinne nicht per se Frauen oder Männer, sondern vor allem dadurch, dass sie von anderen als Frau oder Mann im alltäglichen Handeln anerkannt werden.[4]

Schriften[Bearbeiten]

  • Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 42011, ISBN 3-531-14481-2
  • Judith Butler. Einführung, Campus. Frankfurt am Main/New York 2003, ISBN 3-593-37187-1; 2. Auflage 2011
  • mit Lutz Hieber: Images von Gewicht. Soziale Bewegungen, Queer Theory und Kunst in den USA, Transcript. Bielefeld 2007, ISBN 3-89942-504-9
  • (Hgn.): schön normal. Manipulationen des Körpers als Technologien des Selbst, Transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-889-6
  • mit Barbara Thiessen (Hgnn.): Mütter/Väter. Elternschaft zwischen Medien und Praxen Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009
  • mit Julia Reuter (Hgnn.): "Postkoloniale Soziologie. Empirische Befunde, theoretische Anschlüsse, politische Artikulationen" Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89942-906-0
  • mit Stephan Moebius, Barbara Thiessen (Hgnn.): "Soziologie der Geburt. Diskurse, Praktiken, Perspektiven" Campus, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-593-39525-8
  • mit Zara Pfeiffer, Nadine Sanitter, Julia Jäckel, Ralph Steckert (Hgnn.): "Banale Kämpfe. Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht", VS Springer, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-18213-1

Aktuelle Forschungsprojekte[Bearbeiten]

  • Das optimierte Geschlecht? Soziologische Explorationen zur (Neu-)Kodierung der Geschlechterdifferenz am Beispiel der Schönheitschirurgie. Laufzeit: 2013 - 2015, gefördert durch DFG
  • TARGET - Transatlantic Research on Gender Equity Training; mit Susanne Baer, Myra Marx-Ferree, Kathrin Zippel, Laufzeit 2010 - 2013, gefördert durch Alexander von Humboldt Stiftung
  • Mitglied im DFG-Netzwerk "Körper in den Kulturwissenschaften" 2007-2010
  • Polyamorie - Sexualität und Intimität jenseits des Paares: Teilprojekt bei der Forschergruppe 'Sexualität und das Paar', Sommer 2013 beantragt bei der DFG

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wissenschaftlichen Fachgesellschaft GenderStudien/Gender Studies
  2. DJI
  3. http://www.bpb.de/apuz/30508/der-koerper-als-kulturelle-inszenierung-und-statussymbol?p=all
  4. Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol Paula-Irene Villa, bpb 23.4.2007Wenn Menschen sich im Alltag begegnen, so nehmen sie einander in einer konkreten zeitlich-räumlichen Verortung, und das heißt auch als Körper wahr.

Weblinks[Bearbeiten]