Paulinus von Trier

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Denkmal für Paulinus von Trier nahe der Kirche St. Paulin in Trier

Paulinus (um 300 in Aquitanien; † um 358 in Phrygien) war seit etwa 347 Bischof von Trier, der aufgrund theologischer Streitigkeiten verbannt wurde und in der katholischen Kirche als Heiliger und Märtyrer verehrt wird.

Leben[Bearbeiten]

Paulinus stammte aus einer vornehmen aquitanischen Familie. Er wurde von Maximin zum Priester geweiht und ging mit ihm als Missionar nach Trier. Um 347 wurde er Nachfolger Maximins als 6. Bischof von Trier. Im Streit zwischen Arius und Athanasius um die Dreifaltigkeitslehre stellte er sich auf die Seite des Athanasius, der bei Paulinus Vorgänger in Trier Asyl gefunden hatte. 353 berief Constantius II. das Konzil von Arles ein. In Arles präsentierten die anwesenden Arianer den versammelten Bischöfen einen Entwurf des Kaisers, der eine Verurteilung des Athanasius enthielt. Gleichzeitig erließ der Kaiser ein Edikt, das jeden Bischof, der nicht für das Urteil gegen Athanasius stimmte, mit Verbannung bedrohte. Sämtliche anwesenden Bischöfe unterschrieben, mit Ausnahme von Paulinus, der nach Phrygien (in der heutigen Türkei) verbannt wurde. Ermutigt durch sein Vorgehen verweigerten mehrere Bischöfe auf dem folgenden Konzil von Mailand 355, das ebenfalls von Constantius II. einberufen wurde, um die Lehre des Athanasius zu verurteilen, ebenfalls die Unterschrift. Paulinus starb in Phrygien 358. Bischof Felix von Trier soll Paulinus' Gebeine schon gegen Ende des 4. Jahrhunderts nach Trier überführt und am 31. August (dem späteren Gedenktag) beigesetzt haben. 1072 wurden sie in einen Holzsarg gebettet. Sie liegen heute in der Kirche St. Paulin in Trier. Einige Reliquien werden in der Kirche St. Paulinus in Lauterbach (Saar) aufbewahrt.

Paulinus ist der Namensgeber der Wochenzeitung des Trierer Bistums.

Namensbedeutung[Bearbeiten]

„Paulinus“ ist lateinisch und heißt „der kleine Paul“.

Darstellung[Bearbeiten]

Im Bischofsgewand mit Mitra und Stab, gelegentlich zusätzlich mit Taube oder heiliger Schrift.

Kunst[Bearbeiten]

In St. Paulin in Trier zeigen die Deckenfresken das Leben des heiligen Paulinus.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Maximinus Bischof von Trier
347–358
Bonosus