Pavel Blatný (Komponist)

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Pavel Blatný (* 14. September 1931 in Brünn) ist ein tschechischer Komponist, der sich intensiv mit dem Third Stream beschäftigt hat. Er lebt als freischaffender Komponist in Brünn.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der Sohn von Josef Blatný absolvierte zunächst das Konservatorium seiner Heimatstadt (Komposition bei T. Schaefer, Klavier bei V. Vaňura und Dirigieren bei B. Liška) und studierte dann an der Masaryk-Universität, in Prag und an der Berklee School of Music in Boston, wo er auch promovierte. Privat studierte er Komposition bei Pavel Bořkovec (1955–57), über dessen szenische Musik er seine musikwissenschaftliche Diplomarbeit verfasste.

In seiner ersten Schaffensperiode setzte er sich mit dem Neoklassizismus auseinander, der aus seiner Sicht vor allem durch Martinů, Strawinsky und Prokofjew repräsentiert wurde.

Viele Werke der zweiten Schaffensperiode, die von 1960 bis 1980 datiert wird, sind durch den Jazz und die Third-Stream-Musik geprägt. Blatný komponierte eine Studie für Vierteltontrompete, ein Konzert für Jazzorchester, ein Jazznonett und ein Stück für Jazzband und Kammerensemble, daneben Orchester- und Instrumentalstücke, Vokalwerke, Musicals und eine Kinderoper. Er schrieb u.a. für Gustav Brom, Karel Krautgartner, Kurt Edelhagen, Erwin Lehn, Don Ellis ("Pour Ellis" 1966), den Danish Radio Jazz Workshop und einige weitere Big Bands. Diese „Kompositionen erregten berechtigtes Interesse beim Publikum sowie bei den Kritikern und gehörten zu den besten Werken, die im Bereich der damaligen Jazzszene entstanden.“[1] Seit 1974 war er leitender Musikredakteur beim Fernsehsender Brünn. Er war mehrfach Lehrer auf den Jazz-Kursen in Remscheid.

Nach dem Jahre 1980 kam es zu einem grundsätzlichen Umbruch in dem Schaffenswerk von Blatný, der auch als Rückkehr „zu der Tradition und Abkehr von dem Radikalismus und Rationalkonstruktivismus der Neuen Musik und des dritten Stroms“ gewertet wird.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A - L. Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek 2002, ISBN 3-499-16512-0, (rororo - Sachbuch 16512).
  • Antonín Matzner, Ivan Poledňák, Igor Wasserberger: Encyklopedie jazzu a moderní populární hudby. Band 3: Část jmenná. Československá scéna - osobnosti a soubory. Supraphon, Prag 1990, S. 48–50.
  • František Havelka: Die tschechische Musik des Dritten Stroms in europäischen Zusammenhängen und im Weltkontext; Acta Universitas Palackianae Olumucensis – Philosophica Aesthetica 24 (2001) (PDF-Datei; 107 kB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. František Havelka: Die tschechische Musik des Dritten Stroms, S. 11
  2. František Havelka: Die tschechische Musik des Dritten Stroms, S. 10