Pawel Stepanowitsch Nachimow

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Pawel Stepanowitsch Nachimow
Nachimow auf einer sowjetischen Briefmarke (1987)

Pawel Stepanowitsch Nachimow (russisch Павел Степанович Нахимов, wiss. Transliteration Pavel Stepanovič Nachimov; * 23. Junijul./ 5. Juli 1802greg. in Gorodok; † 30. Junijul./ 12. Juli 1855greg. in Sewastopol) war ein Admiral der Kaiserlich-Russischen Marine. Er kommandierte die verteidigenden Truppen zu Wasser und zu Land bei der Belagerung Sewastopols im Zuge des Krimkrieges.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde er als Sohn eines russischen Majors a.D. in Gorodok, einem Dorf nahe der Stadt Wjasma im Gouvernement Smolensk und trat im Jahre 1815 in die Marineakademie Sankt Petersburg ein. Im Jahre 1817 unternahm er an Bord der Fregatte Phönix seine erste Seereise nach Schweden und Dänemark. Er bestand 1818 sein Examen und wurde im Rang eines Oberfähnriches unmittelbar der Baltischen Flotte der Kaiserlich-Russischen Marine zugeteilt.

Zu Beginn seiner Marinekarriere beschränkten sich seine Erfahrungen auf die Unternehmungen in der Ostsee und eine etwas ausgedehntere Reise von Archangelsk im Weißen Meer zum Marinestützpunkt Kronstadt bei Sankt Petersburg. Im März des Jahres 1822 kam seine Laufbahn an einen glücklichen Wendepunkt, er wurde auf die Fregatte Kreisser versetzt. Das Schiff nahm unter dem Befehl Lasarews an dessen dritter Weltreise teil.

Während dieser drei Jahre dauernden Reise wurde Nachimow zum Leutnant befördert. Außerdem erhielt er mit dem Orden des Heiligen Wladimir 4. Klasse seine erste Auszeichnung. Danach wurde er auf das Linienschiff Asow versetzt, welches 1826 seine Jungfernfahrt von Archangelsk nach Kronstadt unternahm. Im Sommer 1827 segelte die Asow als Flaggschiff des russischen Geschwaders unter dem Oberbefehl des in den Niederlanden geborenen russischen Konteradmirals Heiden zu einer gemeinsamen Expedition der englischen, französischen und der russischen Marine gegen das Osmanische Reich in das Mittelmeer. Vor der Abreise der Asow besuchte Zar Nikolaus I. das Schiff und gab die Anweisung, dass im Falle von Kampfhandlungen mit dem Feind „auf russische Art“ verfahren werden solle.

Die Asow zeichnete sich in der Folge unter ihrem Kommandant Lasarew in der Schlacht von Navarino aus, in der die osmanische Flotte fast vollkommen zerstört wurde. Für seine außergewöhnlichen Leistungen wurde Nachimow zum Kommandanten eines Beuteschiffes ernannt und von den alliierten Regierungen ausgezeichnet.

Während des Krimkrieges machte sich Nachimow unter anderem durch die Vernichtung der osmanischen Flotte beim Sieg in der Seeschlacht bei Sinope im Jahre 1853 verdient. Seine größte Leistung erzielte er aber bei der darauffolgenden Belagerung von Sewastopol. Zusammen mit Admiral Kornilow organisierte er die Verteidigung der Stadt und ihres Hafens, dem Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. Als Hafenkommandant und Militärgouverneur war Nachimow de facto Oberbefehlshaber der verteidigenden Land- und Seestreitkräfte. Am 28. Juni 1855 wurde er bei einer Inspektion der vorgelagerten Verteidigungsanlagen des Forts Malakow von einem Scharfschützen tödlich verwundet.

Ehrungen[Bearbeiten]

Denkmale und Namensverleihungen[Bearbeiten]

Nachimow Statue in Sewastopol

Nachimow wurde zusammen mit den beiden Admirälen Kornilow und Istomin in der Sankt-Wladimir-Kathedrale in Sewastopol beigesetzt. Mit diesen drei Personen fielen alle hauptverantwortlichen Admiräle der russischen Verteidiger bei der Belagerung von Sewastopol. Außerdem liegt dort Lasarew begraben.

Ihm zu Ehren wurde 1959 in Sewastopol auf dem nach ihm benannten Platz eine Statue errichtet und einer der Stadtrajone erhielt seinen Namen (Rajon Nachimow). Weiterhin wurde die durch Stalin im Jahre 1944 gegründete Marinekadettenschule in Sankt Petersburg und mit dem am 3. März 1944 gestifteten Nachimoworden die zweithöchste Auszeichnung der russischen Seekriegsflotte nach ihm benannt.

Die Nachimow-Medaille würdigte Verdienste Angehöriger der sowjetischen Seekriegsflotte.

Nach dem Admiral benannte Schiffe[Bearbeiten]

  • Die Admiral Nachimow, ursprünglich Berlin III, war ein Passagierschiff, welches am 31. August 1986 im Schwarzen Meer sank. Dabei kamen 398 Menschen ums Leben.
  • Die Admiral Nachimow war ein russischer Panzerkreuzer, einer der ersten dieser Art, welcher u.a. im Russisch-Japanischen Krieg eingesetzt wurde.
  • Der Ursprüngliche Name des leichten Kreuzers der Slawa-Klasse Tscherwona Ukraina (Rote Ukraine) war Admiral Nachimow.
  • Die Admiral Nachimow, ein Kreuzer der Swerdlow-Klasse, Stapellauf 29. Juni 1951.
  • Die Admiral Nachimow, ein Raketenkreuzer der Kresta-II-Klasse, Stapellauf 1969, verschrottet 1991.
  • Die Admiral Nachimow, ursprünglich Kalinin, ein Schlachtkreuzer der Kirow-Klasse, Stapellauf 1988.

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pawel Stepanowitsch Nachimow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien