Payback – Zahltag

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Filmdaten
Deutscher Titel Payback – Zahltag
Originaltitel Payback
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999 (Kinofassung),
2006 (Director’s Cut)
Länge 101 (Kinofassung) Minuten
90 (Director’s Cut) Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (Kinofassung),
FSK 18 (Director’s Cut)
Stab
Regie Brian Helgeland
Drehbuch Brian Helgeland
Terry Hayes
Produktion Stephen McEveety
Bruce Davey
Musik Chris Boardman
Kamera Ericson Core
Schnitt Kevin Stitt
Besetzung

Payback – Zahltag ist ein US-amerikanischer Actionthriller aus dem Jahr 1999 mit Mel Gibson in der Hauptrolle. Der Film ist eine Neuverfilmung von Point Blank aus dem Jahre 1967. Wie dieser basiert er auf dem Roman Payback (Originaltitel: The Hunter) von Richard Stark (Pseudonym von Donald E. Westlake).

Handlung[Bearbeiten]

In Payback spielt Mel Gibson Porter, einen professionellen Räuber. Zusammen mit seiner Frau Lynn und seinem Partner Val Resnick raubt er 140.000 US-Dollar von einer Gruppe chinesischer Geldwäscher. Doch 130.000 US-Dollar davon braucht Val, um sich wieder in das Syndikat (genannt Outfit) einzukaufen. Dies und ein Foto, das seine Frau glauben lässt, er habe sie betrogen, werden für Porter zum Verhängnis. Val und Lynn haben sich gegen ihn verschworen und ihn nur für den Überfall benutzt. Lynn schießt ihn hinterrücks nieder und macht sich mit Val und den 140.000 US-Dollar aus dem Staub. Doch Porter ist nicht tot. Er sinnt auf Rache – und auf seinen Anteil von exakt 70.000 US-Dollar.

Er lässt sich die Kugeln von einem schwarz arbeitenden Mann aus dem Rücken entfernen, da er mit einer Schusswunde kein offizielles Krankenhaus aufsuchen kann. Nach fünf Monaten wagt er sich wieder an die Öffentlichkeit und stiehlt einem Mann, der ihm ähnlich sieht die Brieftasche. Mit dessen Kontokarte hebt er in einer Bank Bargeld ab. Mit der Kreditkarte kauft er drei Uhren, die er danach bei einem Pfandleiher in eine 44er Magnum tauscht. Auf seiner Suche nach Val trifft Porter zunächst auf seine mittlerweile drogenabhängige Frau, die sich in der gleichen Nacht den goldenen Schuss setzt, ihren Dealer – und korrupte Polizisten. Er nimmt Kontakt zu der Prostituierten Rosie auf, deren früherer Fahrer er war und von der Porters Frau dachte, sie sei es, mit der Porter sie betrogen hat, erneuert die Freundschaft und macht sie zu seiner Verbündeten. Val hat sich währenddessen wieder ins Outfit eingekauft, doch das hält Porter nicht davon ab, ihm einen Besuch abzustatten und sein Geld zu fordern. Daraufhin hetzt ihm Val, in die Enge getrieben, die Chinesen auf den Hals, die ihre 140.000 US-Dollar schmerzlich vermissen. Da Val das Geld dem Outfit gegeben hat, muss Porter seinen Anteil dort suchen. Die wollen ihm aber sein Geld nicht geben, sondern setzen stattdessen ein paar Killer auf ihn an.

So hat Porter nun eine Bande chinesischer Verbrecher, ein ganzes Verbrechersyndikat und zwei korrupte Polizisten, die sein Geld schon unter sich und Lynns Dealer, einem schmierigen Taxiunternehmer, aufgeteilt haben, im Nacken. Er kämpft sich bis an die Spitze des Syndikats vor, um seine 70.000 Dollar zu fordern. Val, der ihm nach gescheiterter Geldübergabe folgte, ihn aber knapp verpasst, irrtümlicherweise seine Waffe auf Rosies Wachhund feuert und danach Rosie misshandelt, wird von Porter, der im richtigen Augenblick zurückkehrt, getötet. Beide verlassen fluchtartig die Wohnung und verstecken sich in einer billigen Absteige, in der sie sich sicher glauben. Später legt Porter bei Vals Leiche falsche Spuren (Dienstmarke des einen Polizisten in Vals Hand, die Tatwaffe mit den Fingerabdrücken des anderen Polizisten daneben), die nach Entdeckung des Toten zur Verhaftung der beiden korrupten Polizisten führen. Kaum sind Porter und Rosie im Hotelzimmer angekommen, klingelt das Telefon, dessen Nummer eigentlich keiner haben dürfte. Porter entdeckt ein Kabel, das vom Telefon zu einem Sprengsatz unterm Bett führt, schaut aus dem Fenster und entdeckt drei Killer, die das Syndikat auf ihn gehetzt hat. Er schaltet alle drei aus und beschließt, als nächsten den höflich-skrupellosen Untergebenen Carter aufzusuchen, der nach dem K. o. seiner beiden Leibwächter – in gewisser Weise beeindruckt – nun endlich, auf Porters Verlangen, den obersten Boss Mr. Bronson anruft. Dem lässt er bestellen, dass er sein Geld will. Auf dessen ablehnende Haltung tötet Porter Carter zum Nachdruck, was Bronson zwar sehr wütend macht, aber nicht einlenken lässt. Bronson droht ihm, was Porter zum Entschluss bringt, Bronsons volljährigen Sohn zu entführen, dessen Aufenthaltsort er durch ein von ihm mitgehörtes Telefongespräch zufällig mitbekommen hat, was er auch mit Rosies Hilfe in die Tat umsetzt. Über einen zweiten „Unterboss“, den behaglich-ruhigen Justin Fairfax, nimmt er wieder Kontakt zu Bronson auf und droht ihm nun an, Johnny, der mit Rosie als Bewachung in einem anderen Hotel festgehalten wird, bei Nichtzahlung der ihm zustehenden Summe zu töten. Bronson lässt ihn daraufhin nach einer geplatzten Lösegeldübergabe foltern, um den Aufenthaltsort seines Sprösslings herauszubekommen. Porter willigt allein aus Schmerz zum Schein ein, nennt aber nur die Adresse des Hotelzimmers, in dem die Bombe des Syndikats versteckt ist, die eigentlich ja Porter galt. Es gelingt Porter, den Bronson im Kofferraum mitnahm, sich zu befreien, ins Wageninnere durch die Rückbank vorzudringen und noch rechtzeitig die Nummer vom Autotelefon aus zu wählen, die Bronson, Fairfax und zwei weitere Männer in der Explosion umkommen lässt – zu spät hatte Mr. Bronson, der abnahm, registriert, wo sie eigentlich waren.

Porter und Rosie machen sich mit den 130.000 Dollar Lösegeld in Bronsons Wagen nach Kanada davon, um dort nach den arbeitsreichen Tagen in Ruhe frühstücken zu können und sich zu erholen.

Hintergründe[Bearbeiten]

Die von Regisseur Helgeland angefertigte Version des Films hielt das Studio für zu kompromisslos und wünschte sich eine massentauglichere Fassung.[1] Nachdem ein neues Drehbuch vorlag, bat man Brian Helgeland bei zusätzlichen Aufnahmen Regie zu führen, der sich jedoch nicht dazu bereit erklärte.[1] Also beauftragte man den Produktionsdesigner John Myhre mit den umfangreichen Nachdrehs.[2][3] Diese konnten erst etwa ein Jahr später stattfinden, da Mel Gibson in der Zwischenzeit mit den Dreharbeiten zu Lethal Weapon 4 beschäftigt war. Letztendlich standen zehn Tage für Nachdrehs zur Verfügung, in denen ca. 30 % des endgültigen Films neu aufgenommen wurden, darunter alle Szenen mit Kris Kristofferson, dessen Figur in der ursprünglichen Filmfassung gar nicht vorkam.[1] Auch das Ende des Films wurde komplett neu aufgenommen.[1] Dabei entstand eine, im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung, drastisch geänderte Geschichte. Im Abspann wurde dennoch Brian Helgeland als alleiniger Regisseur genannt.

Am 21. Oktober 2006 wurde auf dem Austin Film Festival eine Director's-Cut-Version des Films vorgestellt, die den Film in der ursprünglich von Brian Helgeland geplanten Fassung zeigt.[4] Am 10. April 2007 wurde sie unter dem Titel Payback: Straight Up – the Director's Cut in den USA auf Blu-Ray, HD DVD und DVD veröffentlicht.[2] Am 25. September 2009 wurde der Director´s Cut auch in Deutschland veröffentlicht.

Die Kinoversion ist aus stilistischen Gründen in einem kühlen Blaugrau gehalten, der Director's Cut jedoch nicht.

Die Partitur von Chris Boardman enthält deutliche Rückbezüge auf David Shires klassische Zwölfton-Jazz-Musik zu Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (The Taking of Pelham 123, 1974).

Wirtschaftlicher Erfolg[Bearbeiten]

Der Film war ein Erfolg an den Kinokassen, er spielte mit Produktionskosten von geschätzten 90 Millionen US-$ weltweit ca. 160 Millionen US-$ ein.[5]

Kritik[Bearbeiten]

Der Film erhielt gemischte Kritiken. Rotten Tomatoes wertete 74 Kritiken aus und sah 54% als positiv an [6]. Manfred Müller nannte den Film im Spiegel „ein biederes Stück Kommerzkino von zweifelhafter Gesinnung“ und sah „die Grenze zur Gewaltverherrlichung überschritten.“ Er beendete seine Kritik mit dem Fazit: „Ein widerlicher Film.“[7]

Roger Ebert bewertete Payback mit 3 von 4 Sternen und nannte ihn „klug“ und „einfallsreich“. Den Schlüssel zu einem funktionierenden Film sah er in Hauptdarsteller Mel Gibson.[8]

„Spannend inszenierte, wenngleich ausgesprochen harte Rachegeschichte, die ihren Unterhaltungswert aus der Balance zwischen Thrillerhandlung und schwarzer Komödie bezieht. Die konsequente bildliche Stilisierung des Schauplatzes Chicago sowie die Besetzung der Hauptrolle gegen die bislang üblichen Leinwandcharaktere des Darstellers bieten weiteren Reiz.“

Lexikon des internationalen Films[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Chris Boardman bekam 2000 einen BMI Film Music Award, Mel Gibson den Blockbuster Entertainment Award.

Vorlage[Bearbeiten]

  •  Richard Stark (Donald E. Westlake): Payback. Ullstein, Berlin 1999 (Originaltitel: The Hunter, übersetzt von Brigitte Fock), ISBN 3-548-24585-4 (Ungekürzte Taschenbuchausgabe).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Dokumentation Same Story... Different Movie - Creating Payback The Director's Cut auf der Kauf-DVD Payback - Special Edition, Warner, 2009
  2. a b Blu-ray Review auf highdefdigest.com (englisch), aufgerufen am 22. Oktober 2012
  3. Payback - Zahltag auf schnittberichte.com, aufgerufen am 22. Oktober 2012
  4. Release dates auf imdb.com (englisch), aufgerufen am 22. Oktober 2012
  5. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=payback.htm
  6. Payback (1999). In: Rotten Tomatoes. Flixster. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  7. Manfred Müller: Kino: "Payback" - Stilsichere Gewalt. In: Spiegel Online. Der Spiegel, 8. März 1999, abgerufen am 7. Mai 2013.
  8. Roger Ebert: Payback. In: rogerebert.com. 5. Februar 1999, abgerufen am Mai 2013.
  9. Payback – Zahltag im Lexikon des Internationalen Films