Pazifische Hurrikansaison 2005

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Pazifische Hurrikansaison 2005
Alle Stürme der Saison
Alle Stürme der Saison
Bildung des ersten Sturms 17. Mai 2005
Auflösung des letzten Sturms 20. Oktober 2005
Stärkster Sturm: Kenneth – 947 hPa (mbar), 115 kn (215 km/h)
Tropische Tiefs: 17
Stürme: 15
Hurrikane: 7
Schwere Hurrikane (Kat. 3+): 2
Opferzahl gesamt: 1 direkt, 3 indirekt
Gesamtschaden: Unbekannt
Pazifische Hurrikansaison
2003, 2004, 2005, 2006, 2007
Dieses ungewöhnliche Mosaik besteht (von links nach rechts) aus dem Hurrikan Jova, Hurrikan Kenneth und dem Tropischen Sturm Max. Ganz rechts ist auch das sich später zum Tropischen Sturm Norma entwickelnde System erkennbar.

Die Pazifische Hurrikansaison begann offiziell am 15. Mai 2005 im östlichen und am 1. Juni im mittleren Pazifischen Ozean. Sie dauerte bis zum 30. November 2005. Diese Daten begrenzen konventionell den Abschnitt des Jahres, in dem sich im nordöstlichen Pazifik die meisten tropischen Wirbelstürme bilden. Die Saison hatte einen schnellen Start, weil sich das tropische Tiefdruckgebiet, aus dem dann Hurrikan Adrian wurde, schon am dritten Tag der Saison bildete. Adrian nahm einen sehr seltenen Kurs auf El Salvador zu und traf dann Honduras. Zwischen Juni und September war Dora der einzige Sturm, der eine erkennbare Gefahr für das Festland darstellte, als sie an der Küste Mexikos entlangzog. Kenneth näherte sich Hawaii als ein sich auflösendes Tiefdruckgebiet. Hurrikan Otis schien auf die Halbinsel Niederkalifornien zuzulaufen, drehte aber in nord-nordwestliche Richtung und wanderte die Küste entlang, bevor er sich auflöste.

Saisonvorausschau[Bearbeiten]

Prognosen über die tropische Aktivität während der Saison 2005
Quelle Datum Benannt
storms
Hurrikane Schwere
Hurrikane
NOAA Durchschnitt[1] 15,3 8,8 4,2
NOAA 16. Mai 2005 11-15 6-8 2-4
  Tatsächliche Aktivität 15 7 2

Durch die National Oceanic and Atmospheric Administration wurde eine langsame Saison erwartet, die nur eine 10 %-Chance für eine überdurchschnittliche Sturmaktivität im östlichen Pazifik, aber eine 70 %-Chance für eine unterdurchschnittliche Aktivität aufwies. Die Prognose vor der Saison sagte voraus: elf bis fünfzehn tropische Stürme und sechs bis acht Hurrikane, davon zwei bis vier schwere (Kategorie 3 oder höher auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala).[2]

Die Prognose sagte für den mittleren Nordpazifik eine unterdurchschnittliche Saison voraus, in der nur zwei oder drei statt der üblichen vier bis fünf Stürme auftreten würden.[3]

Stürme[Bearbeiten]

Hurrikan Adrian[Bearbeiten]

Kategorie-1-Hurrikan (SSHS)
Hurricane Adrian May 19 915.jpg Adrian 2005 track.png
Dauer 17. Mai–21. Mai
Intensität 70 kn (130 km/h) (1-min), 982 hPa
Hauptartikel: Hurrikan Adrian (2005)

Mit seiner Bildung am 17. Mai, nur zwei Tage nach Beginn der Hurrikansaison, war Adrian ein früher Sturm. Er verstärkte sich aus einem tropischen Tiefdruckgebiet etwa 700 km südwestlich von Guatemala und El Salvador. Er zog anfänglich nordwärts auf San Salvador zu und erreichte am Morgen des 19. Mai Hurrikanstärke, drehte aber dann nach Osten ab. Nachdem Adrian sich bereits vor der Küste zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt hatte, löste es sich nach dem Landfall im Golf von Fonseca am 19. Mai über den Bergen von Honduras auf. Drei indirekte Todesfälle werden mit dem Sturm in Verbindung gebracht und ein direktes Opfer aufgrund von Sturzfluten.[4]

Die nordöstlich gerichtete Zugbahn dieses Sturmes war äußerst ungewöhnlich. Nur vier tropische Systeme haben seit 1966 Guatemala oder El Salvador getroffen. Der einzige Sturm davon mit einem Namen war während der Pazifische Hurrikansaison 1997 am 7. Juni 1997 Hurrikan Andres, dessen Landfall allerdings nur als tropisches Tief stattfand. Adrian war auch deswegen ungewöhnlich, weil er ziemlich früh in der Saison auftrat. Hurrikanstatus erreichen Systeme im Monat Mai nur einmal innerhalb von vier Jahren.

Tropischer Sturm Beatriz[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
TS Beatriz 2005.jpg Beatriz 2005 track.png
Dauer 21. Juni–24. Juni
Intensität 45 kn (85 km/h) (1-min), 1000 hPa

Der erste tropische Sturm, der sich im östlichen pazifischen Ozean seit Carlos im Jahre 2003 in einem Juni bildete, war Beatriz. Ein Tiefdruckgebiet bildete sich am 21. Juni 445 km südlich der mexikanischen Hafenstadt Zihuatanejo, Guerrero und erreicht die Stärke eines tropischen Sturmes am darauffolgenden Tag. Beatriz erreichte ihre Spitze mit Windgeschwindigkeiten um 80 km/h am 23. Juni. Sie zog langsam nach Westen und löste sich dann am Morgen des 24. Juni etwa 470 km von Cabo San Lucas an der Südspitze Niederkaliforniens entfernt auf, ohne jemals Land gefährdet zu haben.

Tropischer Sturm Calvin[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
TS Calvin 2005.jpg Calvin 2005 track.png
Dauer 26. Juni–29. Juni
Intensität 45 kn (85 km/h) (1-min), 1000 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Drei-E bildete sich südlich von Mexiko und erreichte wenige Stunden nach seiner Bildung am 26. Juni den Status eines tropischen Sturms mit dem Namen Calvin. Für die Südküste Mexikos wurden im Abschnitt um Acapulco Sturmwarnungen ausgegeben, als Calvin langsam westwärts zog und am 27. Juni mit Windgeschwindigkeiten von 80 km/h seine Spitze erreichte, aber nachdem der Sturm am 28. Juni von der Küste abdrehte, wurden diese Warnungen widerrufen. Calvin schwächte sich im Tagesverlauf zu einem tropischen Tief ab und verlor während der folgenden Nacht seine tropischen Eigenschaften.

Tropischer Sturm Dora[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
TS Dora 2005.jpg Dora 2005 track.png
Dauer 4. Juli–6. Juli
Intensität 40 kn (75 km/h) (1-min), 1003 hPa

Der aktive Saisonbeginn setzte sich mit dem Tropischen Tiefdruckgebiet Vier-E fort, das sich am 3. Juli südlich von Acapulco, Guerrero, aus einer tropischen Welle entwickelte. Als sich das System der mexikanischen Küste näherte wurden Warnungen ausgegeben. Am Nachmittag des 4. Juli verstärkte sich das System zu einem tropischen Sturm, als es sich 75 km west-südwestlich von Acapulco befand. Der Sturm kam bis auf einige Kilometer an die Küste heran und lud auf der Region heftige Niederschläge ab, als er parallel zur Küste weiterzog. Nachdem er von der Küste abgedreht hat und sein Status am Mittag des 5. Juli auf ein tropisches Tiefdruckgebiet zurückfiel, wurden die Warnungen aufgehoben. Das System löste sich am Vormittag des 6. Juli endgültig auf.

Tropischer Sturm Eugene[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Tropical Storm Eugene 1750 UTC July 19 2005.jpg Eugene 2005 track.png
Dauer 18. Juli–20. Juli
Intensität 60 kn (110 km/h) (1-min), 989 hPa

Eugene bildete sich am 18. Juli aus einer tropischen Störung vor dem Mittelabschnitt der mexikanischen Küste und richtete sich nach Nordwesten und war einer der wenigen tropischen Stürme im pazifischen Becken, die zuvor nicht als tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert wurden. Anfänglich, wie bei den meisten Stürmen im östlichen Pazifischen Ozean, wurden keine öffentliche Ratschläge oder Warnungen ausgegeben, weil der Sturm Kurs auf die offene See nahm. Am 19. Juli kam der Sturm allerdings in Reichweite der Südspitze von Niederkalifornien und deswegen wurden für das Gebiet um Cabo San Lucas Sturmwarnungen für den größten Teil des Tages ausgerufen; der Sturm zog jedoch weiter, ohne die Küste beeinflusst zu haben.

Tropisches Tiefdruckgebiet Eins-C[Bearbeiten]

Tropisches Tiefdruckgebiet (SSHS)
Tropical Depression 1C 2005.jpg 1-C 2005 track.png
Dauer August 3–August 4
Intensität 25 kn (45 km/h) (1-min), 1008 hPa

Das erste tropische System im mittleren Pazifik bildete sich am 3. August ost-südöstlich von Hawaiʻi, einen Monat später als sich dort das erste (und einzige) System im Jahr 2004 bildete. Es begann eine Zugbahn nach Westen, die es ein paar Tage später in den Bereich der Insel Oahu gebracht hätte. Ursprünglich war vorhergesagt worden, dass das Tief sich in einen tropischen Sturm intensivieren würde (seit Huko in der Pazifischen Hurrikansaison 2002 hatte sich im mittleren Pazifik kein tropischer Sturm entwickelt). Die Rechenmodelle änderten sich jedoch am nächsten Tag und wiesen nicht auf eine weitere Entwicklung hin. Kurz darauf, brach die Konvektion des Systems zusammen und das System verlor seine geschlossen Zirkulation, als es noch 1200 km von Hilo entfernt war.

Hurrikan Fernanda[Bearbeiten]

Kategorie-1-Hurrikan (SSHS)
Hurricane Fernanda 2005.jpg Fernanda 2005 track.png
Dauer 9. August–16. August
Intensität 75 kn (140 km/h) (1-min), 978 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Sechs-E bildete sich am 9. August aus einer Wetterstörung heraus, etwa 1100 km süd-südwestlich von Cabo San Lucas im mexikanischen Bundesstaat Baja California Sur. Es wurde später an dem Tag zum Tropischen Sturm Fernanda aufgestuft und am 11. August zum Hurrikan Fernanda. Das System lenkte seine Zugbahn in west-nordwestliche Richtung in den offenen Pazifik hinaus. Am 14. August schwächte es sich über kälterem Wasser zu einem tropischen Sturm und am Tag darauf zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ab. An diesem Tage löste es sich vollkommen auf, etwa 2650 km südwestlich der Südspitze Niederkaliforniens.

Tropischer Sturm Greg[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Tropical Storm Greg 2005.jpg Greg 2005 track.png
Dauer 11. August–15. August
Intensität 45 kn (85 km/h) (1-min), 1000 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Sieben-E bildete sich am 11. August 1100 km südlich von Cabo San Lucas und wurde einige Stunden später zum Tropischen Sturm Greg aufgestuft. Obwohl sich Greg nur 1200 km von Hurrikan Fernanda entfernt befand, zeigte das System keinerlei Anzeichen einer Abdrängung nach Norden, sondern folgte Fernanda westwärts auf den Pazifik hinaus. Greg verlor den Hurrikanstatus am 14. August und blieb fast stationär. Greg wurde bei einer langsamen Westwärtsdrift am 15. August durch Windscherungen zerstört.

Hurrikan Hilary[Bearbeiten]

Kategorie-2-Hurrikan (SSHS)
Hurricane Hilary August 22 2005.jpg Hilary 2005 track.png
Dauer 19. August–25. August
Intensität 90 kn (165 km/h) (1-min), 970 hPa

Eine tropische Welle, die mit der Bildung von Hilary in Verbindung gebracht wird, löste sich am 4. August von der westafrikanischen Küste. Diese Welle besaß anfänglich eine ausgeprägte Konvektion, die sich aber schnell verlor, als das System über den östlichen Teil des tropischen Atlantischen Ozeans wanderte. Die Welle setzte ihren westwärts gerichteten Weg fort, ohne sich wesentlich zu entwickeln oder auszubilden. Sie zog dann über den Norden Südamerikas hinweg und erreicht den nördlichen Pazifischen Ozean am 17. August. Eine Zirkulation in mittlerer Höhe und Konvektion bildete die Welle, als sie sich am 18. August südlich von Guatemala befand. Die Bildungsbemühungen des Systems dauerten an, aber ohne Definition eines gut etablierten Zirkulationszentrum an der Wasseroberfläche.

Am 19. August entstand schließlich das Tropische Tiefdruckgebiet Acht-E südlich des Isthmus von Tehuantepec, 225 km südlich von Puerto Angel,[5] Mexiko. Am späten Abend verstärkte sich das Tief zu einem tropischen Sturn. Hilary erreichte 24 Stunden später Hurrikanstärke. Auf ihrem Kurs parallel zur mexikanischen Küste und von dieser etwa 480 Kilometer von dieser entfernt, erreichte sie am Abend des 21. Augustes die Kategorie 2 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala. An der Küste erreichten Böen zeitweise die Stärke eines tropischen Sturmes und eine Zeit lang wurden Sturmwarnungen ausgegeben. Hilary löste sich am 25. August auf, kurz nachdem der Hurrikan sich zu einem tropischen Sturm abgeschwächt hatte.

Tropischer Sturm Irwin[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
TS Irwin 2005.jpg Irwin 2005 track.png
Dauer 25. August–28. August
Intensität 45 kn (85 km/h) (1-min), 1000 hPa

Am 25. August bildete sich südwestlich der mexikanischen Hafenstadt Manzanillo, Colima das Tropische Tiefdruckgebiet Neun-E. Es entstand aus den Resten einer Welle, die sich im atlantischen Ozean vom Tropischen Tiefdrucksystem Zehn abspaltete (der andere Teil der Welle entwickelte sich zum Hurrikan Katrina) und dann Mittelamerika überquerte. Das System intensivierte sich zum Tropischen Sturm Irwin, der am nächsten mit 85 km/h seinen Höhepunkt erreichte. Obwohl Irwin fast genau nach Westen über wärmeres Wasser zog, traf er auf Windscherungen, schwächte sich ab und löste sich am 28. August auf.

Hurrikan Jova[Bearbeiten]

Kategorie-3-Hurrikan (SSHS)
Hurricane Jova 2005.jpg Jova 2005 track.png
Dauer 12. September–25. September
Intensität 110 kn (205 km/h) (1-min), 951 hPa

Nach einer Phase von zwei Wochen der Ruhe bildete sich am 11. September ein gutes Stück süd-südwestlich von Niederkalifornien das Tropische Tiefdruckgebiet Zehn-E und steuerte fast genau einen westlichen Kurs. Spät am 14. September verstärkte sich das Tief und wurde zum Tropischen Sturm Jova erklärt. Nach weiterer Intensivierung erreichte Jova am 16. September den Status eines Hurrikans und überquerte am 18. September den 140. westlichen Längengrad ins mittelpazifische Becken. Nach fast zwei Jahren war dies der erste Hurrikan im Verantwortungsbereich des Central Pacific Hurricane Center. Jova intensivierte sich zügig zu einem schweren Hurrikan, dem ersten im mittleren Pazifik seit Ele während der pazifischen Hurrikansaison 2002. Jova schwächte sich nordöstlich von Hawaiʻi ab, wurde am 22. September nur noch als tropischer Sturm klassifiziert und am 23. September zum tropischen Tiefdruckgebiet abgestuft, bevor sich das System am 24. September ganz auflöste.

Hurrikan Kenneth[Bearbeiten]

Kategorie-4-Hurrikan (SSHS)
Hurricane Kenneth on September 18 2005.jpg Kenneth 2005 track.png
Dauer 14. September–30. September
Intensität 115 kn (215 km/h) (1-min), 947 hPa

Ein Gebiet mit einer Wetterstörung entwickelte sich am 14. September zum Tropischen Tiefdruckgebiet Elf-E. Wiederum befand sich das Tiefdruckgebiet ein gutes Stück süd-südwestlich von Niederkalifornien, als es sich lediglich 970 km östlich des Tiefdruckgebietes Zehn-E bildete. Das System fand allerdings bessere Bedingungen vor, als sein westlicher Nachbar und wurde schon zwölf Stunden nach seiner Bildung zum Tropischen Sturm Kenneth aufgestuft. Kenneth verstärkte sich etwas später am selben Tag zu einem Hurrikan und setzte diese Intensivierung fort. Am 17. September wurde Kenneth mit dem Erreichen der Kategorie 3 der erste schwere Hurrikan der Saison und entwickelte sich dann zum stärksten Hurrikan des Jahres im östlichen Pazifik. Seinen Höhepunkt erreichte Kenneth mit andauernden Winden von 215 km/h in der Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala. Am 19. September begann Kenneths Abschwächung und am 20. September war Kenneth nur noch in der Stärke eines tropischen Sturms. Trotzdem konnte Kenneth erneut an Intensität gewinnen, sodass er am 24. September nochmals die Stärke eines Hurrikans in der Kategorie 1 erreichte und sehr spät am 25. September überquerte er den 140. westlichen Längengrad und wurde damit der zweite Hurrikan der Saison, der vom östlichen in den mittleren Pazifik gelangte. Er fiel dann wieder in der Einstufung zu einem tropischen Sturm zurück und schwächte sich am 29. September weniger als 650 km östlich von Hawaiʻi zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ab. Das System kam bis auf 80 km an Big Island heran, bevor er sich zu einer offenen Welle auflöste. Seit dem Tropischen Tiefdruckgebiet Eugene während der Pazifischen Hurrikansaison 1993 war kein tropischer Wirbelsturm mehr direkt über die Inselgruppe hinweggezogen. 150 bis 300 mm Niederschlag wurde von manchen Stationen auf Hawaiʻi im Zusammenhang mit Kenneth gemeldet.[6]

Tropischer Sturm Lidia[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Tropical Storm Lidia 2005.jpg Lidia 2005 track.png
Dauer 17. September–19. September
Intensität 35 kn (65 km/h) (1-min), 1005 hPa

Eine tropische Welle, die sich von der Küste Afrikas Ende August löste, zeigte Anzeichen einer Entwicklung, als sie den Atlantik überquerte, bildete aber dort keine tropische Zirkulation aus. Nachdem sie den Isthmus von Tehuantepec ins pazifische Becken überquert hatte, organisierte sie sich besser und wurde am 17. September zum Tropischen Tiefdruckgebiet Zwölf-E. Es war das dritte Tiefdruckgebiet, das sich in schneller Folge süd-südwestlich von Niederkalifornien gebildet hatte und dies geschah in weniger als 1300 km Abstand zu Hurrikan Kenneth. Das Tief intensivierte sich später an diesem Tag zum Tropischen Sturm Lidia, wurde aber am darauffolgenden Tag von einem neuen und größeren System, dem Tropischen Tiefdruckgebiet Dreizehn-E (dem späteren Tropischen Sturm Max), vom Kurs abgebracht und schwächte sich daraufhin ab. Am 19. September wurde Lidia vollständig durch die Zirkulation von Max absorbiert.

Hurrikan Max[Bearbeiten]

Kategorie-1-Hurrikan (SSHS)
Max 2005 MODIS crop.jpg Max 2005 track.png
Dauer 18. September–22. September
Intensität 75 kn (140 km/h) (1-min), 981 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Dreizehn-E bildete sich am 18. September 800 km süd-südwestlich der Südspitze Niederkaliforniens. Es war ausreichend nahe an Lidia, um diesen früheren und schwächeren Sturm schnell nach Norden abzudrängen. Das System intensivierte sich innerhalb weniger Stunden zum Tropischen Sturm Max und absorbierte die Reste des inzwischen zum Tropischen Tiefdruckgebiet Lidia abgeschwächten Systems. Am Nachmittag des 19. September wurde der tropische Sturm zum Hurrikan aufgestuft. Das System begann sich kurz darauf abzuschwächen, und Max löste sich in den Morgenstunden des 22. Septembers auf.

Das Zusammengehen von zwei Wirbelstürmen oder Absorbieren eines durch einen anderen sind im Verantwortungsbereich des National Hurricane Centers vollkommen ungewöhnliche Vorgänge. Der letzte bekannte Fall davor ereignete sich im nördlichen Pazifik, als im September 2001 der Tropische Sturm Henriette durch Hurrikan Gil absorbiert wurde.

Tropischer Sturm Norma[Bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
TS Norma 24 sept 2005.jpg Norma 2005 track.png
Dauer 23. September–27. September
Intensität 50 kn (95 km/h) (1-min), 997 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Vierzehn-E bildete sich am 22. September etwa 640 km südwestlich der mexikanischen Hafenstadt Manzanillo im Bundesstaat Colima, knapp vierundzwanzig Stunden, nachdem vor der Bildung eines tropischen Wirbelsturmes gewarnt wurde. Vier Stunden später hatte sich das Tief zum Tropischen Sturm Norma entwickelt, der allerdings zu keiner Zeit Land gefährdete und am 27. September gab das NHC um 9:00 Uhr UTC seine letzte Warnung zu diesem System aus.

Hurrikan Otis[Bearbeiten]

Kategorie-2-Hurrikan (SSHS)
Hurricane Otis 2005.jpg Otis 2005 track.png
Dauer 28. September–3. Oktober
Intensität 90 kn (165 km/h) (1-min), 970 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Fünfzehn-E bildete sich am 28. September 130 Seemeilen süd-südwestlich von Manzanillo. Es entstand aus einem Ableger einer tropischen Welle, die im atlantischen Becken zum Hurrikan Philippe wurde. Vierundzwanzig Stunden später wurde das System zum Tropischen Sturm Otis aufgestuft und am Morgen des 30. September zu einem Hurrikan, der seine Spitze am 1. Oktober mit Windgeschwindigkeiten von 170 km/h in der Kategorie 2 erreichte, bevor er sich bei seiner langsamen Drift nordwärts wieder abschwächte.

Am 2. Oktober drehte sich der Sturm in nord-nordwestlicher Richtung von Niederkalifornien weg, statt weiter an der Küste entlang zu ziehen. Kurz darauf wurde das System zu einem tropischen Tiefdruckgebiet zurückgestuft und am 3. Oktober gab das NHC seine letzte Warnung aus.

Tropisches Tiefdruckgebiet Sechzehn-E[Bearbeiten]

Tropisches Tiefdruckgebiet (SSHS)
Tropical Depression 16E 2005.jpg 16-E 2005 track.png
Dauer 15. Oktober–20. Oktober
Intensität 30 kn (55 km/h) (1-min), 1005 hPa

Das Tropische Tiefdruckgebiet Sechzehn-E bildete sich etwa 400 Seemeilen südlich der mexikanischen Stadt Acapulco im Bundesstaat Guerrero am späten Abend der 14. Oktobers. Obwohl die ursprünglichen Voraussagen davon ausgingen, dass das Tiefdruckgebiet sich intensivieren würde, konnte sich das System nicht ausreichend organisieren, um sich zu einem tropischen Sturm zu entwickeln. Stattdessen sah es so aus, als würde das Tiefdruckgebiet sich wieder auflösen. Am 18. Oktober wurden die Sturmwarnungen nicht mehr fortgeführt, jedoch am nächsten Tag wieder aufgenommen, als das Tief seine Konvektion wieder aufnahm. Das System versuchte sich zu entwickeln, aber das Vorhandensein von relativ trockener Luft verhinderte eine andauernde Konvektion. Zum zweiten Mal wurde am 20. Oktober um 21:00 UTC für das System eine letzte Warnung ausgegeben. Die Reste des Tiefdruckgebietes wurden am Tag darauf von der innertropischen Konvergenzzone absorbiert.

Saisonübersicht[Bearbeiten]

Sturmnamen[Bearbeiten]

Die folgenden Namen wurden für die Benennung der Stürme verwendet, die sich im nordöstlichen Pazifischen Ozean im Jahre 2005 gebildet haben. Dabei handelt es sich um dieselbe Liste, die auch schon während der pazifischen Hurrikansaison 1999 verwendet wurde. Namen, die nicht verwendet wurden, sind in grau gesetzt. Es wurden keine Namen aus dem Namensbereich des mittleren Pazifischen Ozeans verwendet, der nächste Name, der verwendet worden wäre, war Ioke.

Von der World Meteorological Organization wurde im Frühjahr 2006 keiner der Namen gestrichen, und deswegen wird diese Liste unverändert während der pazifischen Hurrikansaison 2011 wiederverwendet.

  • Adrian
  • Beatriz
  • Calvin
  • Dora
  • Eugene
  • Fernanda
  • Greg
  • Hilary
  • Irwin
  • Jova
  • Kenneth
  • Lidia
  • Max
  • Norma
  • Otis
  • Pilar (nicht verwendet)
  • Ramon (nicht verwendet)
  • Selma (nicht verwendet)
  • Todd (nicht verwendet)
  • Veronica (nicht verwendet)
  • Wiley (nicht verwendet)
  • Xina (nicht verwendet)
  • York (nicht verwendet)
  • Zelda (nicht verwendet)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pazifische Hurrikansaison 2005 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Climate Prediction Center, NOAA: Background Information: East Pacific Hurricane Season. National Oceanic and Atmospheric Administration. 22. Mai 2006. Abgerufen am 18. August 2006.
  2. Climate Prediction Center, NOAA: NOAA Releases East Pacific Hurricane Season Outlook: Below Normal Seasonal Activity Expected in 2005. National Oceanic and Atmospheric Administration. 16. Mai 2005. Abgerufen am 18. August 2006.
  3. Climate Prediction Center, NOAA: NOAA Expects Below Average Central Pacific Hurricane Season: Hawaii Observes Hurricane Preparedness Week May 15-21. National Oceanic and Atmospheric Administration. 16. Mai 2005. Abgerufen am 18. August 2006.
  4. Richard D. Knabb: Tropical Cyclone Report Hurricane Adrian. (PDF; 715 kB) National Hurricane Center, 24. November 2005
  5. Puerto Angel in der englischsprachigen Wikipedia
  6. nhc.noaa.gov NHC report on Hurricane Kenneth